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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Die Gesammtproduktion unserer Industrie stellt sich ungefähr wie folgt;

Werth der Garne Fr. 8,700,000, oder -j- Zentner 47,000.

„ „ Gewebe „ 10,000,000, = 600,000 Stück zu 50 au.

„ „ Druckereien „ 25,000,000, = 800,000 „ „ 50 „

„ ,, anderer Fabrikate „ 2,300,000.

In runder Summe Fr. 46,000,000,

welche Zahlen jedenfalls eher unter als über der Wirklichkeit gegriffensind. Auf unsere Bevölkerung von 30,000 Seelen berechnet, beträgt dieProduktion jährlich per Kopf Fr. 1530. Da sämmtliche Druckereien imWert von 25,000,000 Fr. auswärts ihren Absatz suchen müssen, so beläuftsich die Ausfuhr von Baumwollwaaren allein auf Fr. 830 per Kopf. — DerGesammt-Export Englands betrug in den letzten 6 Jahren durchschnittlichund jährlich 140 Fr., an Baumwollwaaren, inklusive Garne und rohe Tüchernur Fr. 70 per Kopf. — Wie enge die Wohlfahrt des Ganzen, sowie desEinzelnen mit dem Gedeihen unserer Industrie verschlungen ist, bedarfwohl nicht weiters hervorgehoben zu werden.“

Wenn einmal keine lebenden Zeugen mehr vorhanden sind,welche von der fast fieberhaft gesteigerten Thätigkeit in der Glarner Industrie während der Periode von 1855—1875 aus der Erinnerungerzählen könnten, werden die in Vorstehendem mitgeteilten sta-tistischen Zahlen im Stande sein, uns eine Vorstellung davonzu geben, da dieselben zwischen der Gesamtbevölkerung einerseits-und der Zahl der industriellen Arbeiter und der erzeugten Waren-mengen anderseits ganz aussergewöhnliche Verhältnisse aufweisen.Auch die Handwerker und Krämer kamen nicht zu kurz, da esfür sie bei den fortwährenden Neu- und Umbauten von Etablisse*menten und ihren Einrichtungen und bei der eine Zeit lang beträcht'liehen Zunahme der Bevölkerung reichlich Beschäftigung bezw.Absatz für ihre Artikel gab. Um Missverständnissen vorzubeugen,muss immerhin bemerkt werden, dass es eigentlich nicht wohl an-geht (wie es oben S. 534 geschehen ist), die Produktionsmengen,,bezw. -Werte der Baumwollspinnerei, -Weberei und -Druckereiohne weiteres zu einer Gesamtsumme zusammenzuziehen, da ebenein grosser Teil der Garne direkt in die eigene Weberei ging undfast alle einheimischen Gewebe (neben der nötigen Menge zuge-kaufter) in der Druckerei Verwendung fanden, so dass bei einerAddition ein bedeutender Teil des Rohstoffes dreimal bezw. zwei-mal zur Berechnung kommt. Aus diesen Gründen hat denn auchder Bericht bei der Ausrechnung der Ausfuhrmengen von Baum-