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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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stellte, dass es „substantive Azofarbstoffe“ gibt, welche direktoder eventuell nach dem Auffärben auf die Faser noch einer weitern„Diazotierung“ und „Kupplung“ fähig sind, wobei sie sich in an-dere Nuancen verwandeln oder die gleiche Nuance behalten unddann bedeutend an Echtheit gewinnen. Diese Entdeckung, welchedas deutsche Patentamt nicht zur Patentierung zuliess, hat sichseither als recht fruchtbar erwiesen und ist ausser der BaslerFabrik selbst namentlich von den Farbenfabriken Cassella in Frank-furt und Bayer in Elberfeld ausgebeutet worden.Die auf dieseWeise erhaltenen Färbungen können als ein Mittelding zwischenden „substantiven “ Farbstoffen und den S. 589 erwähnten „Ent-wicklungsfarben“ bezeichnet werden. * 2 ) Als neue Farbstoffe, welcheseit 1896 von der „Gesellschaft für chemische Industrie“ heraus-gegeben worden sind, mögen noch genannt sein: Einige verbesserteMarken schon bekannter „basischer“ Farbstoffe (Brillantphosphin,Brillantvietoriablau); neue gute Woll- und Seidenfarbstoffe (Säure-Bhodamin, Kitonblau und Kitongrün); gelbe, braune und schwarze„Chromazofarbstoffe“, welche sich ähnlich dem „Chromazonblau“von Geigy auf Wolle sehr walkecht fixieren lassen; die durchChlorechtheit ausgezeichneten bunten Chlorantinfarben und anderesubstantive, namentlich blaue und schwarze, Azo-Farbstoffe; end-lich mehrere ächte „Pyrogen“- oder „Schwefelfarbstoffe“, darunter

') Ungefähr gleichzeitig machte man die Beobachtung, dass eine ge-wisse Verwandlung (bezw. Vermehrung der Echtheit) der aufgefärbten sub-stantiven Farbstoffe auch durch eine Nachbehandlung mit Kupfersalzen,Kaliumbichromat u. dgl. zu erreichen ist. Bemerkenswert sind in dieser Be-ziehung die von 1891 an erscheinenden „Chrom otr op e“ der Fabrik inHöchst, da dieselben sich auf Wolle in rötlichen Tönen auffärben und durchNachbehandlung im Chromkalibad sich in sehr echte schwarze, blaue undbraune Färbungen verwandeln.

2 ) Dasselbe gilt von dem 1887 von A. Q. Green entdeckten „Primulni“,welches sich als solches oder auf der Faser aufgefärbt durch „Diazotierung“und „Kupplung“ in eine Reihe anderer Nüancen überführen lässt. Die beidenEntdeckungen unterscheiden sich dadurch von einander, dass das Primulin-gelb (schon 1888 auch vom Hause Geigy unter dem Namen „Polychromin“im Grossen dargestellt) kein „Azo“-Farbstoff, sondern als ein „schwefelhal-tiges Amin“ zu bezeichnen ist. Das Primulin wird jedoch auch nicht zuden S. 591 erwähnten Schwefelfarbstoffen gezählt, da es in Darstellung undEigenschaften eine gesonderte Stellung einnimmt.

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