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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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in Ennenda im Vordergründe. Im Jahr 1857 stellte sie 4 „Ma-chines ä planche plate“ (Kupferplatten- oder „Plancheplatte“-Maschinen) aus den Werkstätten von AmbroisePauffert in St.-Denis bei Paris auf, denen in den nächsten Jahren noch 3 weitere inbreiterer und schmälerer Konstruktion nachfolgten; die erstenkosteten je Fr. 5500 ab Paris , später ermässigte sich der Preisauf ungefähr Fr. 4000. Die ersten 43 Stück Kupferplatten wogenzusammen 1000 Kilos und kosteten Fr. 6000; es handelte sich,um sog. halbe Platten, deren in Paris ausgeführter Stich Fr. 100-120per Stück kostete. Später ging man auf ganze Platten über, dadie halben zwar in Stecherei und Metall billiger einstanden, da-gegen auch nur eine halbe tägliche Produktion ermöglichten. Dererste Artikel, bei welchem die Plancheplatten einen grossen Er-folg erzielten, machte sich unter dem Namen „Uso Hamburg“bekannt; es waren dies bunte tafel- und dampffärbige Hals- undKopftücher, deren Fabrikation um die Mitte der 1850er Jahre HerrJoh. Ulrich Kulm von Amriswil , damals Reisender 1 ) der DruckereiBcdth. Tschucli & Gie. in Niederurnen, nach dem G-larnerland ver-pflanzte, indem er gleichzeitig eine Partie der ziemlich feinen(englischen?) Rohtücher, wie sie die Hamburger Druckereien fürden Artikel verwendeten, acquirierte. Während die Fabrik inNiederurnen den Artikel zuerst nur in Handdruck erstellte, brachtenBarth. Jenny & Cie. neue Dessins mit feinen Kupferplatten-Vor-drücken und 3—4 Hand-Iluminations- und Bodenfarben. Einenausserordentlich starken Absatz nach dem Norden, nach Italien und nach den überseeischen und türkischen Ländern erzielten diesernun auch von den andern Mouchoirsfabriken in Ennenda , Net-stal u. s. w. fabrizierte Artikel und die frühem, S. 378 erwähntenetwas verwandten Genres „Fancy 1 ' und „Uso Seta“, als die Anilin-farben (vgl. S. 573) ihren Einzug hielten. In der ersten Zeit ihresErscheinens standen dieselben allerdings für billige Baumwoll-artikel im Preise viel zu hoch; soll doch 1860 ein Kilo reines

‘) Von 1859 an bekleidete er Jahrzehnte lang eine gleiche Stelle beidem Hause Barth. Jenny & Cie. und war durch seine vielen Reisen nament-lich mit den italienischen Verhältnissen aufs Engste vertraut geworden;er starb 1899 im hohen Alter von 84 Jahren als der Nestor unter den glarne-rischen Geschäftsreisenden.