140
Basilika.
Tours: K. des hl. Perpetuus, be-schrieben von Greg. Tur. Hist. Fr. II 14,450, über dem Grab des hl. Martin erbaut.Vermuthlich dreischiffige B. mit Vorhalle,in Apsiden ausladendem Querhaus, einerHauptapsis; Stützenwechsel. S. die ver-suchte Restauration bei Hübsch 108, pl.XL VIII 6 - 7 .
E b.: K. des hl. N a m a t i u s, bei Tours;dreischiffige B. mit rectangulär ausladendemQuerhaus, Hauptapsis zwischen zwei Neben-apsidiolen; Stützenwechsel; zerstört wie diedes hl. Perpetuus. Hübsch 108, pl. XLVIII 3 " 9 .Vgl. Quichevat Restitution de la basiliquede S. Martin de Tours, d’apres Gregoire deTours et les autres textes anciens, Paris 1870.
Vienne : S. Pierre, s. A. Allmer Rap-port sur des nouv. fouilles etc., Vienne 1805;de Rossi Bull. 1865, 48.
Deutschland. Trier : Dom; der römischeTheil desselben stellt ein Quadrat von 122'im Lichten dar, dessen Mauern etwa 80' auf-stiegen, dessen flache Decke durch ^Schwib-bogen getragen wurden, die auf vier gegen50' hohen Säulen lasteten; wol ursprüng-lich eine Gerichtshalle (ohne Apsis), dienach v. Wümowsky in der Zeit Valenti-nians I erbaut, schon 50 Jahre später zurKirche eingerichtet, dann nach den Brändender Stadt im 5. Jahrh. durch B. Nicetiuswieder hergestellt wurde (532—560). Vgl.Schmidt Baudenkm. d. röm. Periode u. s. f.in Trier , 1839, II; v. Wümowsky der Domzu Trier, Trier 1874. Trier besass indessenschon im 4. Jahrh. mehrere Kirchen. Atha-nasius war während seiner Verbannungin Trier Zeuge eines Kirchenbaues; vgl.Apol. ad Im]). Const. p. 682; dazu Honth.Prodr. hist. Trev. I 149, 249. Der Ursprungder Basiliken des hl. Eucharius, der hhl.Paulinus und Maximinus geht wahrschein-lich auch ins 4. Jahrh. hinauf; vgl. Honth.a. a. 0. 88, 143. Nicetius stellte nachVenant. Fortun. mehrere Kirchen wiederher, vgl. Honth. Hist. dipl. 1 41. Ausser-dem besass Trier eine B. S. Victoris,welche nördlich der Mosel in dem VicusVoclaniorum stand, s. v. Wilmovsky Arehäol.Funde in Trier und Umgegend, Trier 1873;de Rossi Bull. 1873, 140 f. Dem grösstenTheil nach erhalten und durch einen Um-bau zur evangelischen Kirche des Erlösersumgewandelt ist die sog. Constantinisehe B.,über deren ursprüngliche Bestimmung dieAnsichten sehr aus einander gehen. Tchhabe sie (die christl. Kunst in ihren frühe-sten Anf., S. 188, vgl. Grundriss Fig. 47)s. Z. für eine jener zu Versammlungsortenvon Landtagen u. s. f. dienenden Magnaurendes 4. Jahrh. gehalten, indem ihr ein con-stitutives Element der Basilica forensis, dieTrennung des Langhauses durch eine Pfei-lerstellung, abzugehen schien. Steininijer
(d. Ruinen am Altthor zu Trier, Trier 1635)sah in ihr eine Basilica forensis, was neuer-dings auch II. Hettner annimmt, indem erauf Grund der 1847 gemachten Aufnahmendie Anwesenheit einer Pfeilerstellung con-statirte. Ist dies der Fall, so kann wol nuran eine Basilica forensis gedacht werden,die indessen auch hier in alter Zeit nichtzu einer kirchlichen B. umgewandelt wurde.Ihr angebaut war die wol ins merowingischeZeitalter hinaufreichende Kirche des hl. Lau-rentius, welche seit 1801 abgetragen wurde.
Spanien . B. zu Begas tri (6. Jahrh.),zerstört; vgl, Guerra Deitania v su catedralepiscopal de Begastri, Madr. 1879.
Reste einer B. des 5. Jahrh. bei Loja ,zwischen Granada und Malaga , bei Torres(Torrox) durch Manuel de Cueto y Riverogefunden; vgl. Guerra Arqueologia Cristiana,und dazu de Rossi Bull. 1878, 37 ff.
Africa (Algerien und Tunis ). Agem-mun-Ubekkar: Ruine eines Oblongums,innerhalb dessen Umfassungsmauer ein Tri-chorum, ein drei nach aussen rectangulärummauerte Apsiden aufweisender Bau, ähn-lich den Coemetcrialcellen Roms, liegt; vgl.Ch. de Viqneral Ruines rom. de l’Algerie,Par. 1868^ 89, pl. 14.
A l n - S u 11 a n (hei M e d i a n a Z a b u n i o-rum). Für das Vorhandensein einer B.zeugt das schöne, von de Rossi Bull. 1878,114 besprochene Ciborium.
A n n u n a (zwischen Constantine und Ghel-ma): dreischiffige Säulen-B. mit Concha.Korinthische Wandpfeiler. Rev. archeol.VI 19.
Constantine: angeblich ConstantiniseheB., zerstört. Ciampini 178.
C a r t h a g o besass wenigstens 20 Kirchen,von denen die der hl. Jungfrau, die beidendes hl. Cyprian, die Perpetua Restituta aufdem Forum, nahe dem Palast des jetzigenMarineministors Mustapha hon Ismael, dieder hl. Celerina , die B. der ScillitanischenMärtyrer, das Tricillarium, in dem der hl.Augustin so oft predigte, die Basilica Theo-prepiana, die des Theodoms, des Gratian ,die Basilica Novaruni am öftesten genanntwerden. Hiro Localitäten sind kaum an-nähernd mehr zu bestimmen. Vgl. LesMissions catli. 187(5, n° 390 f.
II idra (das alte Am me de ra): zwei Ba-siliken, von Guerin flüchtig signalisirt; dazudrei andere, von G. Wümanns näher unter-sucht. Die eine derselben hat halbkreis-förmige, ummauerte Apsis, die Schiffe sinddurch Mauern getrennt, die Abseiten warengewölbt. Doppelter Narthex. Die anderescheint der Apsis entbehrt zu haben; durcheine Quermauer ist ein Presbyterium her-gerichtet, dessen Rückseite erhöht ist. Säu-lenstellung; keine Vorhalle oder Narthex.Vgl. de Rossi Bull. 1877, 107; 1878, 25 f.