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Diptychen.
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Fig. 124. Diptychon des Areobindus in Lucca .
Consuls sielit man vier Jünglinge, die ausSäcken Gold ausschütten, was sich auf denTitel des Herrn als ,comes sacrarum largi-tionum 1 bezieht. Auch noch manche an-dere Gegenstände sind dargestellt, die zumVertlieilen bestimmt erscheinen, nämlichCistusröschen, Schreibtäfelchen, Brod, Blät-ter und Zweige von Palmen, ein Sujet, dasuns in keinem andern consularischen Dip-tychon begegnet. Seine kirchliche Bestim-mung erkennen wir im Innern aus den In-schriften, die in griechischer Sprache zu-erst eine Aufmunterung an die Anwesendenenthalten, ihre Seele vor Gott zu sammelnin aller Demuth, um seine Barmherzigkeitund Liebe, seinen Frieden und seinen Bei-stand zu erflehen; dann ein Gebet für ver-schiedene Personen, z. B.: ,erinnere dich,o Herr, deines Dieners Johann, des niedrig-sten aller Priester der Kirche der hl. Agatha. 1Auch der Name eines Bischofs, wahrschein-lich des Papstes Hadrian I , ist eingeschrie-ben [vgl. Gori Thes. 1, tav. 9—10; West-wood n. 54 f.|. Mit dem Bischofskatalogan der Collegiatkirche S. Gaudentius zuNovara heschliessen wir das Yerzeichnissder gemischten I).
Diese consularischen I). wurden vor ihrerkirchlichen Benutzung in Bezug auf Figu-ren und Ornamente oft bedeutenden Modi-ficationen unterworfen. So geschah es mitdem von Papst Gregor d. G. der Longo-bardenkönigin Theodolinde übersandten, aufwelchem der eine Consul in den König Da-vid, der andere in Gregor umgewandeltworden. An dem letztem wurde auch dieToga zur Casula und das Scepter zum Kreuzgemacht und auf dem Haupte die Tonsur
angebracht. Aber beiden Figuren liess manin der rechten Hand noch die Mappa (GoriThes. diptych. t. II, Tab. 6 und unsereFig. 125).
Schliesslich sei noch bemerkt, dass dieAlten meist nur aus zwei Tafeln bestehende,also wirkliche D. kannten, während die kirch-lichen oft in drei, vier und mehr Tafeln ge-faltet waren, so dass also die Triptychen,Pentaptychen und Polyptychen vorzugsweisedem Christenthum eigen sind. Oft hattendiese auch eine von der bisher erwähnten ver-schiedene Bestimmung, wie daraus erhellt,dass die Sculpturen und Gemälde sich oftauch im Innern fanden, oder auf beide Flä-chen so vertheilt waren, dass äusserlich dieReliefs und innerlich Gemälde angebrachtwaren, wie bei dem Diptychon von Ram-bona. Man stellte sie entfaltet auf denAltar, wol vorzugsweise, um diesen bei derzunehmenden Seltenheit kostbarer Metalleund künstlerischer Verzierungen doch eini-germassen zu schmücken. Sie hatten also,wie auch Buonarruoti meint, eine unserenAltargemälden analoge Bestimmung und wa-ren ganz besonders geeignet zum Schmuckevon tragbaren Altären, deren die Christensich oft bedienen mussten, um ihrer An-dacht genügen zu können. Wie eine Ab-bildung bei Donati (Dittici ant. 215) zeigt,waren dieselben unseren gothischen Flügel-altären ähnlich, die auch ohne allen Zwei-fel aus diesen Triptychen ihren Ursprungherleiten. Otte hat in seinem Handb. d.kirchl. Kunstarchäol. d. deutschen MA. I105—113 mehrere derselben verzeichnet.— Zur Litteratur, insoweit sie nichtim Context schon verzeichnet ist, tragen wirnoch nach: Al. Aurel. Pelliccia De Christ,eccl. politia etc. I, 1. II, § 1 0; ./. BinghainOrig. eccl. 1. XIV u. XV; Augusti Denkw.aus der christl. Archäol. XII 302—312;Binterim Die vorzügl. Denkw. IV, 2. Th.im Anh. 00 ff. dippel.
[Eine eingehende Untersuchung über dieD. der Römer gab seither Wüh. Meyer in.Zwei antike Elfenbointafeln der k. Staats-bibliothek in München 1 , Abh. der philos.-philol. Abth. d. k. bayer. Akad. d. WW.XV, 1, 1 ff., München 1879. Es ist da-selbst 42 f. ein beschreibendes Verzeichnissder antiken D., Consular-D. (32), nicht be-stimmbare Consular-D. (33—36), Nach-ahmungen der Consular-D. (37—38), Be-amten-D. (39—44), l’rivat-D. (45—50), D.mit allegorischen und mythologischen Dar-stellungen (51—57), fünftheilige D. (58—61)igegeben. Man vgl. ferner für die christ-lichen D.: Wilthemim Diptychon Leodiense,1659, und Annot. a. 1677 (D. des Anasta-sius zu Lüttich und Bourges ); Chr. Aug-Salig Do diptychis veterum tarn profanisquam sacris, 1731; Leich De dipt. vett. et