Einbalsamirung — Einhorn.
397
truv X 4, 4), welche unten spitz zuliefen,um das Eintauchen des Gelasses ins Was-ser zu erleichtern; s. die Abbildung beiRieh Wörterb. d. röm. Alterth. 573 u. 293.Weiter Hama (ajxTj) , der im Weinkellergebrauchte E. (Plaut. Mil. III, 2, 42), auchidentisch mit silula als Schöpfeimer (ülp.Dig. XXXIII, 7, 12, § 21) und Feuerlösch-eimer (luv. XIV 305; PI in. Ep. X 35, 2.Modius ist der beim Wasserrad zum Be-giessen desselben gebrauchte E. (Rieh Ab-bildung S. 526). In Aegypten bediente mansich thönerner E., die zu zwei an einemJoche getragen wurden (Semper II 4), dierömischen waren von Bronce (ebd. II, 45,46), meist bauchig, durch die an den Hen-kelösen angebrachten Palmettenverzierun-gen und die zierliche Gürtung der Rändervortheilhaft von unseren Eimern abstechendund dabei sehr praktisch (s. Abb. bei Guhlund Koner Leben d. Griechen und Römer2. A. 533). Man gebrauchte diese E. auchbeim Kehren zum Sprengen (Plaut. Stich.532; ein Exemplar dieser Art ist vielleichtdas schöne Kupfergefäss Mus. Gregorian.I tav. 3, vgl. Marquardt Privatalterth. 252),und hier liegt vermuthlich der Uebergangzu dem kirchlichen Gebrauch der E. beimWeihwassersprengen.
Das Museo cristiano des Vatican bewahrteinen bis jetzt unedirten altchristlicheneisernen Wassereimer mit Handring,von dem hier zum erstenmal Nachricht ge-geben wird. Er ist fast 1 Fuss hoch undzeigt im Relief Christus (sitzend mit ganzeinfachem, nicht durch das Kreuz gespal-tenen Nimbus), dazu die zwölf Apostel,stehend, mit Beischrift ihrer Namen in grie-chischen Majuskeln, II6TP0C u. s. f. DieApostel entbehren des Nimbus. Zu be-merken ist die Eigenthümlichkeit, dass hierPaulus, nicht Petrus , zur Rechten desHerrn steht und das Gesetz aus seinerHand in Empfang nimmt, woraus ich ent-fernt bin, die von Marriot Testimony ofthe Catacombs 75 f. aus ähnlichen Denk-mälern gezogenen Schlussfolgerungen ab-zuleiten.
Ueber die Bestimmung des Gefasses lässtsich nichts mit Sicherheit sagen. Vielleichtdiente es als Weihwasserkessel, vielleichtbei der liturgischen Feier des Abendmahls,vielleicht bei den Armenspeisungen in denTriklinien, vermuthlich bei S. Paolo Fuori leMura . Es mag ins 5. Jahrh. hinaufreichen.
Im MA. wird situlus, situla als Weih-Wasserkessel gebraucht, hama ist haupt-sächlich Wein- und Getreidemass (s. Du-cange s. v.).
Ein Denkmal, welches strenggenommennicht mehr in den Kreis unserer Darstel-lung hinoinfällt, verdient hier immerhineine Erwähnung. Vor einigen Jahren wurde
auf der Stelle des alten Empne im Fürsten-thum Hildesheim ein Broncegefäss ge-funden, welches jetzt im Provinzial-Museumzu Hannover bewahrt wird und dessenKenntniss ich dem Herrn Studienrath Dr.Müller in Hannover verdanke. Es ist einauf drei Füssen ruhender, zweigehenkelterE. von 0,17 m Höhe; der Durchmesserhat oben 0,17 m, unten 0,12 m. DieAussenfläche zeigt in Relief Christus mitNimbus, stehend, in der Linken ein ge-schlossenes Buch, mit der Rechten die inkleinern Verhältnissen vor ihm knieendeMaria (Nimbus) krönend. Rechts ein Hei-liger mit Nimbus, in der Linken eine Schrift-rolle , in der Rechten einen Stein (Stepha-nus?), links bärtiger Heiliger mit Nimbus,dessen Linke eine Schriftrolle hält, wäh-rend die Rechte Wasser aus einem Felsenschlägt; der Heilige hat die traditionellenZüge des hl. Petrus, und wir haben hierwol den letzten Nachklang der altchrist-lichen Kunstvorstellung zu sehen, welchePetrus dem Moses in dieser Situation sup-ponirt, während wir zugleich wol hier eineder ersten, wenn nicht die älteste Dar-stellung der Krönung Mariae haben. Diechronologische Bestimmung der sehr roh aus-geführten, aber immerhin noch antike Tra-ditionen verratlienden Arbeit ist schwer, ichsetze sie um das J. 1000, vielleicht gehörtsie der Zeit von Bernward noch an. kraus.
EINBALSAMIRUNG, s. Todtenwesen.
EINHORN. Mehrere Schriftsteller desAlterthums von Ktesias an (Aristotel. Hist,anim. II 25, 9; Plin. Hist. nat. VIII 21;Aelian . Hist. an. IV 52; III 41 u. s. f.)erwähnen dies fabelhafte Thier, welchesman gewöhnlich, wenn auch ohne Grund,mit dem csi V Mos. 33, 17 (LXX: p.ovo-XEptoc) und Hiob 39, 9 (Bochart hält es füreinen Oryx, Ilierozoic. s. v.) identificirt. Essoll im 15. Jahrh. bei der Kaaba in Mekka gesehen worden sein (Thom. Barlholini Deunicornu, Amstelod. 1678, 242) und nachTurne)' (Voyage to Tibet 153, 157) in Ti-bets höchsten Gebirgen sich aufhalten. Ge-genwärtig glaubt wol Niemand mehr an diewirkliche Existenz dieses Thieres, welcheMunter Sinnbilder I 42 noch anzunehmengeneigt schien. Zwei Eigenschaften schriebman im Alterthum diesem Fabelthiere zu:unbezähmbare Kraft und Wildheit. Einnach dem E. gebildetes Thier mit einemMunde, drei Füssen und sechs Augen istin der zoroastrischen Lehre Repräsentantder reinen Thierwelt (Rhode Heil. Sage d.alten Baktrer u. s. f. 217—219; ders. UeberAlter u. Werth nach morgenl. Urkunden86—89); sein Horn sinnbildet die Macht,welche Ahrimans Herrschaft vernichtet. So