Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Jesus Christus.

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das letzte Abendmahl, der Yerrath des Ju-das, die Verurteilung Christi, Pilatus dieHände waschend, die Kreuzigung, die Sol-daten beim Grabe, die Himmelfahrt, ge-malt. Auf wirkliche Darstellungen beziehensich auch die Epigramme auf die Haupt-ereignisse des A. und N. Test., welche Aga-thias im 6. Jahrh. verfasste (Anthol. Graecaed. Iacobs I; Xpirr. n . 37—90). Von die-sen Wandmalereien jener Zeit hat sichwegen ihrer Vergänglichkeit nichts erhal-ten: eine Idee derselben geben die Illu-strationen des syrischen Manuscriptes desMönches Rabula vom J. 588 aus dem Klo-ster S. Johann zu Zagha in Mesopotamien,jetzt in der Laurentiana zu Florenz ( Gar-rucci III, tav. CXXVIII—CXL). Sie zeigendie Geburt Jesu Christi, seine Taufe, die Hoch-zeit zu Kana, den geheilten Gichtbrüchigenmit seinem Bette, die Heilung der Blut-flüssigen, die zweier Besessenen, Jesus unddie Samaritanerin, die Auferweckung derTochter des Jairus und die des Jünglingsvon Naim, die Heilung des Lahmen undBlinden, der reiche Fischfang, Christus undden Hauptmann, die Verklärung, den Ein-zug in Jerusalem, J. C. den Aposteln diehl. Communion reichend, die Gefangenneh-nehmung, den Selbstmord des Judas, J. C.vor Pilatus, die Kreuzigung, die Aufer-stehung in drei Scenen, die Himmelfahrt.Diese Darstellung der Kreuzigung ist eineder ältesten. Cavalcaselle Storia della pitt.in Italia I 85 hält dieselbe für spätere Zu-that, aber ohne allen Beweis, und auchschon desshalb mit Unrecht, weil das Manu-script bis zum 15. Jahrh. in Syrien war(Bayet Recherches, II® partie, cliap. IV 73).W ie die Scenen des altern symbolischen Cyclusaus dem Leben Jesu Christi nach dem Zeug-niss des Astorius, Bischof von Amasia im4. Jahrh. (Horn, de divite et Lazaro), damalsin die Kleider gestickt oder gewirkt wur-den, so bald auch die Darstellungen deshistorischen Cyclus. Auf einem Altartuchder Sophienkirche zu Constantinopel er-blickte man J. C. mit dem Evangelienbuchezwischen Petrus und Paulus, und auf denWänden die Wunder Christi und die gutenWerke lustinians und Theodora’s ( PaulusSilent. Descript. S. Sophiae, ed. Bonn 775 sq.),Unter den Stoffen, welche Bischof Maxi-minus von Ravenna, Zeitgenosse lustinians,ausführen liess, fand sich einer mit der gan-zen Geschichte Jesu Christi. Eine Idee dieserVerzierungen giebt ein Mosaik in S. Vitale zuRavenna, wo man auf dem Rande des Man-tels der Kaiserin Theodora die Anbetungder lil. drei Könige erblickt. Zu Ravennahat sich auch noch ein Beispiel einer solchenzusammenhängenden Darstellung des LebensJesu Christi aus dem 6. Jahrh. wenigstenstheilwoise erhalten. In S. Apollinare nuovo

zeigt die linke Langseite (vom Eingang ge-rechnet) über den Fenstern, abwechselndmit einem muschelförmigen Ornamente, inwelchem eine Lampe hängt und auf wel-chem ein Kreuz zwischen zwei Tauben steht,dreizehn Scenen aus dem Leben Jesu Christi,nämlich: 1) die Heilung des Gichtbrüchigen,welcher sein Bett fortträgt, 2) die Befreiungdes Besessenen (Marc. 5), 3) die Heilungdes Gichtbrüchigen, welcher durch das auf-gedeckte Dach herabgelassen wird (Marc. 2),

4) die Wiederkunft zum Gericht (Matth.25): Christus steht zwischen zwei En-geln , die Rechte drei Schafen entgegen-streckend, zu seiner Linken zwei Böcke;

5) die Berufung des Matthäus, 6) eine Scene,die schon Ciampini nicht zu deuten ver-mochte; 7) die Auferweckung des Lazarus,8) J. C. und die Samariterin am Jakobs-brunnen, 9) die Heilung der Blutflüssigen,10) die Heilung der zwei Blinden (Matth.20), 11) der wunderbare Fischfang, 12) dieBrodvermelirung, 13) die Hochzeit zu Kana('Ciampini V. M. II, tab. XXVII). Vonden entsprechenden Darstellungen auf derentgegengesetzten Langseite ist leider nurnoch eine übrig, ein Gastmahl, nach derErklärung Ciampini’s das bei Lazarus (Joh.12); ist diese Deutung richtig, so wäre auchdiese Seite mit Scenen aus dem Leben JesuChristi geschmückt gewesen, was uns ohne-hin ■wahrscheinlicher scheint, als die Yer-muthung Grimouards cleS. Laurent (IV 195),es hätten dort Scenen aus dem A. Test, ge-standen. Bemerkenswerth für den Zusam-menhang und die allmälige Entwickelungder christlichen Kunst ist die Thatsache,dass manche dieser musivischen Bilder wieKopien nach Katakombenfresken und älte-ren Sarkophagen aussehen, z. B. die Aufer-weckung des Lazarus, Christus und die Sa-maritanerin, die erste Heilung des Gicht-brüchigen, und dass Christus in denselbennoch jugendlich und mit unbestimmtem Ge-sichtsausdruck erscheint. Jugendlich er-scheint auch das Brustbild des Erlösers inS. Apollinare in Classe ( Ciampini 1. c. tab.XXIV), J. C. mit einer grossen Crux gem-mata zwischen Michael und Gabriel inS. Michele zu Ravenna ( Ciampini 1. c. tab.XVII), und J. C. auf der Weltkugel thro-nend in S. Vitale ebendaselbst ( Ciampini1. c. tab. XIX), alle aus dem 0. Jahrh., undmit dem Kreuze und dem Buche einher-schreitend in der Kirche S. Nazarii et Celsi(Galla Placidia) aus dem 5. Jahrh., wäh-rend er in S. Maria in Cosmedin aus demG. Jahrh. und zu Ravenna in S. Johannesin fonte aus dem 5. Jahrh. bei der Taufedurch Johannes bärtig dargestellt ist, ebensoder auf reichem Throne sitzende, segnendeErlöser in S. Agatha, ebenfalls in Ravenna,aus dem 5. Jahrh. ( Ciampini V. M. I, tab.