Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Inschriften.

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SANCTIS — INTER SANCTOS — PETE jPRO NOBIS — PRO PARENTIBVS — ,PRO CON1VGE — PRO FILIIS — PROSORORE u. dgl.; REFRIGERA — INREFRLGERIO — SPIRITVM TVVM DEVSREFRIGERET — DEYS TIBI REFRI-GERET. Nach dem Aufhören der Ver-folgungen tritt an die Stelle des bisherigenLakonismus Ausführlichkeit, oftSehwülstigkeit der Sprache, während an-derseits das positiv Christliche im Gegen-satz zu dem Profan-Heidnischen stärker her-vortritt. Demnach fehlen selten Alter des 1Todten, Tag der Deposition, lobende Attri-bute wie: MIR AE BONITÄT IS ATQVESANCTITATIS — MIRAE INDVSTRIAEATQYE BONITATIS — MIRAE INNO-CENTIAE AC SAPIENTIAE (Mitte des4. Jahrh.). Zu Ausgang des 4. und Be-ginn des 5. Jahrh. wird der Eingang derEpitaphien besonders feierlich und umständ-lich: JI.TC POSITYS — HIC lACET —HIC QVIESCIT — HIC REQVIESCIT,während die Acclamationen der ältern Zeitaut hören, 1) • M sehr selten wird. Ueber

hern bürgerlichen auf den Grabstein zusetzen. Mit dem 4. Jahrh. verschwindenauch die zwei Namen, wie sie das 2. bis3. Jahrh. gewöhnlich hat, und Ableitungenauf antius, entius, ontius, osus, wie Arnan-tius, Yincentius, Leontius, Bonosus, Gau-diosa; Namen mit religiösem Inhalt, wieAdeodatus, Deusdedit, Quodvultdeus, Re-natus, Bonifatius (nicht Bonifadus, vgl. deRossi Bull. 1881, 73 f.; C. Will in Hist.Jahrb. I 2531'.), Refrigerius; solche, W'elehcden von den Heiden geschleuderten Schimpfin freudiger Demutli annehmen, wie Fimus,Stercorius, Prosectus, Contumeliosus, werdenhäufig. Sehr früh werden die Apostelnamen,besonders Petrus und Paulus, übernommen;eine Inschrift mit HETPOC wurde 1870 inS. Priscilla gefunden. Auch Ableitungenvon Namen heidnischer Gottheiten,wie sie gang und gäbe w r aren, kommen vor:Apollinaris, Mercurius; zuweilen treten zweiNamen auf, von denen der eine der heid-nische, der andere der christliche ist: MVS-CVLA • QYAE ET • GALATEA (de Rossin. 224). Die Monatsnamen tragen auch

das Vorkommen dieser Formel auf Christ- , Christen: lanuarius, Aprilis, December;liehen I. s. d. A. Dis manibus (I 372 ff.). Der Namen aus dem Thierreich sind: Lrsus,Ankauf eines Loeulus wird vor dem 4. Jahrh. i Ursa, Leopardus, Aper, Tigris, Agnella,nicht erwähnt, VIRGIN 1 VS, VIRGINIA | Muscula. Schmeielielnamen wie Pitzinmna,(die in erster Ehe lebenden oder verstorbenen j ausländische, gothische wie Brinca, Lvi-Ehegatten) kommt zwischen dem 3.—ß., jliaric, Frasaric, Ledaignuchus, frvinkischeCONTRA VOTVM nicht vor dem 5., CVM : wie Eppo u. s. f. eignen besonders demoder DE mit Accusativ (z. B. CYM VIRGI- 1 5. und ß. Jahrh. und den I. der Provinzen.NIVM SVVM, EXIIT DE SAECVLVM) i Die griechischen I. geben theils^ gewöhn-nicht vor dom 4. Jahrh. vor. Die Ver- liehe griechische Namen, wie Ava xoXioi,w r ünschungen und Anathema gegen Profa-1 STpaw/Eixr), A7)p.Y)Tpia, oder solche mit ethisch-natoren der Gräber eignen dem 5.—6. Jahrh.; j religiöser Bedeutung, wie Kopiaxij. ’AfaShr,,DEPOSITIO, DEPOSITYS ist im 4.—5. | tlieils gräcisirte lateinische Namen wie BJahrh. häutiger, kommt aber auch früher vor. i Twpia, 'hopTouvatooi. Namen aus der hl.

Specifisch für die gallisch-rheinischen I.; Schrift sind im Allgemeinen selten, ge-ist erstens, dass hier die kurzen und ein-j wohnlicher bei den Griechen: Mapfa, ’huav-fachen Titel der allerersten Zeit, wie sie * vr|?, S-cwpavo«; solche aus dem A. Test, tre-in S. Priscilla Vorkommen, fast ganz felilen, |ten höchst selten auf, W’as die tiefe Kluft

ja überhaupt die I. im Allgemeinen nurden Charakter der nachconstantinischen Pe-riode haben; zweitens, dass die einzelnenepigraphischen Formeln und Eigenthümlich-

zwischen den Christen und Juden seit Endedes 1. Jahrh. beweist. Ein merkwürdigesDetail ist die Angabe des Todestages oder! Todesjahres mit Weglassung des Namens,

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keiten, ebenso wie die Symbole durehschnitt- j was auf heidnischen und christlichen Stei-lieh um ein Jahrhundert später als in Rom i neu vorkommt (de Rossi n. 148, 220); ent-anftreten, sich aber um soviel länger er- , wieder war er unbekannt, oder man hattehalten, indem die altrömische Cultur in | einen Grund, ihn zu verschweigen, oderGallien etwas später als in Italien durch man nannte ihn nicht, ,quia solum in librodie Völkerwanderung zerstört wurde. i vitae describi avebant* (Fabretti 545).

Ein wichtiges Moment für die Altersbe- : Ein drittes Kriterium ist die Pa-stimnumg unserer I. ist die Nomencla-: läographie der I., von der oben Rodetur. Nur selten erscheint auf ihnen das | war, im Allgemeinen eine zuverlässige An-altrömische Drei-N amensy st em j zeige des Alters, doch darf man in der(Nomen, Praenomen, Cognomen), gar noch; Zeit der Decadenz am wenigsten so weitin Verbindung mit dem Namen des Vaters, gehen, aus der Paläographie allein bis auf

der r1pi* Patina.* sp.it Prwlp <1ps < Jatn^/oU-ntr» \ U«« t -

Tribus, der Patria; seit Ende des3. Jahrh. lässt sich dafür kein Beispiel mehrbeibringen. Wahrscheinlich fing man umjene Zeit an, den Taufnamen statt des frii-

Jahrzelmte hin das Alter einer Inschriftbestimmen zu wollen.

Zuverlässiger ist das vierte K r i t e-vium, das System der Omamenta-