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Josua — Judas.
in cruce cogitate (id. Serm. 82, al. opp.serm. 15). Boi dieser reichen typischenBedeutung des hl. Patriarchen ist es auf-fallend, dass Scenen aus dessen Leben inder alten Kunst sich nur selten dargestelltfinden. In den Gemälden und Sculpturender Katakomben ist bis jetzt ein unzweifel-haftes Bild Josephs nicht entdeckt worden;Bosio glaubte ihn in dem Bilde eines Ge-fesselten zu erkennen; Aringhi K. S. I 535und Bottari Tav. LYII geben ein Gemälde,in welchem sie das von J. begleitete Be-gräbnis Jakobs oder die Uebertragungder Bundeslade vermuthen. Vgl. KrausR. S. 2 287 und d. Art. Instrumente. YlitUnrecht glaubte man J. auf einem kost-baren Sardonyx der Ste. G'hapelle in Pariszu erkennen, bis Pegresc das Bild als daseines Germanicus vor Tiberius erklärte( Milli/i .Midi de la France I 95). In denMiniaturen einer Wiener Handschrift derGenesis ( Lambec . Comment. Bibi. Vindob.1. III, tab. XXIX; d’Agincourt Pitt. tav.XIX, welcher sie dem 4. Jahrli. zuschreibt)erblicken wir den Traum Josephs (Genes.37, 9), dabei rechts die Sonne als Strahlenentsendendes, gekröntes Brustbild, linksden Mond als strahlenloses Brustbild mitder Sichel über dem Haupte, ferner dreiSterne; sodann die Erzählung des Traumesan die Brüder, die Deutung des TraumesPharao’s, die Segnung seiner Söhne durchJakob und die Bestattung des letztem.Zehn Scenen aus dem Leben Josephs fin-den sich in den Elfenbeinsculpturen des(1. Jahrh. auf dem Bischofsstuhle des hl.Maximian zu Ravenna, und zwar zu Seitendes Sitzes (Labarte Hist, des arts industr.
I 12; Müller u. Mothes Arehäol. Wörterb.564, Fig. 206). Die ältesten bekanntenDarstellungen enthalten zwei kleine Gold-gliiser ( GarrucciVetri36,tav. III 3 ;de Bossi Bull.
1872, 161, tav.
IX 3 ): in diesenbeiden kleinenMedaillons, Frag-mente von grösse-ren Schalen nachArt der in derSammlung Dischzu Köln befind-lichen (de BossiBull. 1864, 89 bis91), steht J., dieArme kreuzweiseausgebreitet, inder Cisterne, vonden Knieen an aus derselben hervorragend;die offene Cisterne ist ein Bild des Grabes(puteus interitus in Ps. 54, 21 genannt),cuius os clausum resurgenti ex inferis uni-1
genito Dei esse non potuit (Hilar. In Ps.54, 19), und J. selbst also hier ein Vorbildder Auferstehung Christi und damit auchunserer Auferstehung: loseph missus in la-cum mortis vivus emergit a lacu; Christusmortis sepulcro datus vivus remeat a sepulcro(Petr. Chnjsol. Serm. 146). heüsek.
JOSUA. Die grosse Weintraube, welcheJ. und Kaleb aus dem gelobten Lande mit-brachten, erscheint, von zwei Männern ge-tragen, auf einer Grablampe bei Ma-inacht III 97 (der 1. Ausg., fehlt in derneuern römischen); vgl. Munter SinnbilderII 60.
Andere Scenen aus dem Leben Josua’sund seiner Führung des auserwählten Vol-kes geben die Mosaiken der Basilica Libe-riana, so den Zug der Bundeslade (Ciam-pini Vet. mon. I, tab. LX 2 , LXIII 1 ); denFall Jericho’s (eb. LXII 2 , LXIII 1 ); J.,wie er im Thal Ajalon auf einem Hügelsteht (Jos. 10, 12) und Sonne und Mondstillezustehen gebietet (eb. LXIII 2 ); dieScene Jos. 14 (vgl. p. 223). Sehr reich sinddann die Darstellungen aus der GeschichteJosua’s in dem Cod. Vatican. des 7.—8.,oder vielmehr 8.—10. Jahrh. bei d’AgincourtPeint. pl. XXVIII—XXX; Garrucci III97 f., tav. CLVII—CLXVII. kraus.
ISAAK, s. Abraham S. 37.
JUDAS. Die Darstellung des Verraths,der Moment des Kusses, ist bis jetzt aufaltchristlichen Denkmälern nur dreimal nach-gewiesen worden. Zunächst auf dem vonMaßet publicirten Sarkophag von Verona(Verona illustr. III 54), auf einem Sarko-phag Südgalliens (Faillon Monum. de Ste.Madeleine 1 462); endlich auf einem Mo-saik des 6. Jahrh. in S. Apollinare in Ra-venna (s. beiste-hende Fig. 51).Dagegen findetsich zweimal(nicht einmal, wiees Smith Dict. I891 heisst) der aneinem BaumeaufgehängteJ., einmal in demsyrischen Manu-script des Rabu-las (Abbild. SmithDict. a. a. 0.;Garrucci llf, tav.
CXXXVIII 1 ),dann auf demElfenbein desBritish Museum (s. oben I 410 f.), auswelchem ich die Kreuzigung mit dem er-hängten J. zum erstenmal in ,Ueber Be-griff, Umfang, Gesell, der christl. Archäo-
Fig. 51. Von einem Mosaik in S. Apollinare in Ravenna.