Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Katakomben.

steinen dieser Katakombe war früher auchein Bruchstück von der Grabschrift deshl. Märtyrers vorhanden mit folgendemInhalte:

.NIS IANVARI • MARTYR

.S AETERNO • FLORE

* N

Yor der eigentlichen Katakombe befindetsich eine grosse Vorhalle. Die gewölbteDocke ist schön bemalt und in regel-mässige Felder mit Arabesken, Masken,Steinböcken, Flusspferdchen u. s. w. ab-getheilt, was diesen Saal als ein Tricliniumder Familie der Ianuarii für Todtenmahleerscheinen lässt, das später zum Gebraucheder Christen umgeändert wurde. Einezweifache Kalkbekleidung lässt sich anden Wänden unterscheiden. Die oberewurde später mit christlichen Bildern,worunter besonders die Taufe Christi, be-malt; die untere, die an mehreren Ortenzu Tage tritt, wo die obere zersprungenund abgefallen ist, lässt eine Malerei er-kennen, die der Malerei der Decko ent-spricht. Die linko Seitenwand hatte eineVerbindungsthüro zu der kleinen vorhingenannten Basilika. An der rechten sinddrei Thiiren in drei Grabkammern; zweidavon sind zugeinaucrt, aber die Räumesind von oben her zugänglich und dieMalerei an Decken und Wänden gleichtder ältern untern des genannten Tricli-niums. Der dritte Saal, oder besser derkleine Gang mit Grabesnischen an denWänden, hat rechts eine Vertiefung (lati-bolo, Schlupfwinkel), wo auf drei iiber-einanderliegenden, sehr dünnen Kalkbe-kleidungcn die sieben berühmtesten Mär-tyrer Campaniens, die li hl. Januarius,Sosius, Broculus, Festus, Desiderius, Eu-tyches und Acatius gemalt sind. Vondem grossen Vestibulum tritt man in denllauptgang ein, vorher aber bemerkt manzwei Kapellchen (Gräbernischen), dereneines unter dem Bilde des Erlösers die-jenigen der lilil. Agatha, Eugenia, Katha-rina, Margaretha und Iuliaua zeigt.

Der llauptgang ist in gerader Linie'.)() Meter lang und an einigen Stellen bisauf 5 Meter breit. Zur Rechten läuft mitihm parallel ein schmälerer Nebengung;zur Linken zweigen sich mehrere horizon-tal ausgehauene Gänge ab. Die erstenGräber der Ilauptgallerie sind von gros-sem Interesse wegen ihrer Gemälde, vor-züglich das erste links, wo man im Hin-tergründe den von Schafen umgebenenguten Hirten sieht, dessen Tunica einen

mit Henkclkreuzon

L

verzierten Saum

hat; rochts ist Jonas schlafend, nicht unterdem Ephcu, sondern unter der Kürbis-

staudo, unter dem Gewölbe Christus, wieer in den Himmel auffährt; ausserhalbder Nische auf der einen Seite Christus,der den Lazarus erweckt, auf der andernMoses, der an den Felsen schlägt, beidemit der Inschrift PAX. In einer gegen-überliegenden Krypta ist im Hintergrundein Pfau gemalt, seitwärts sicht man meh-rere stehende Personen vor einer sitzen-den, nach der Meinung Schetillo’s Chri-stus und die Apostel bei der Bergpredigt.Die linke Seite des Ganges zeigt nurGräbernischen, die rechte führt durch (14)Quorgiingo in den Nohengang, in welchen,den Quergängen gegenüber und gleichsamihre jenseitige Fortsetzung bildend, eben-soviele Grabkammorn mit jo drei oder fünfGräbernischen sich öffnen. Am Anfängedes Nebongangos führt eine kleine Treppein das obere Stockwerk, am Endo führenzwei horizontale Gänge in eine Kammermit sehr hohem Gewölbe, in dessen Mitt.osich der berühmte Priapos befindet. Esist dies eine kleine Säule, kurz eino Herme,von einer hebräischen Inschrift umgehen,an deren Anfang das griechische WortIlpicuroj steht. Am Eingang in das obereStockwerk befindet sich eine grosse Halle,welche später als Vorsnal zur Katakombediente. Sie hat ringsum Grähornischenund ist ganz bemalt, besonders an derDocke, welche sehr zierlich in Folder ab-getheiit ist. Noch siebt man zwei Dar-stellungen, welche sehr verschieden er-klärt werden. Die eino enthält einenMann und ein Weib, von den Einen fürAdam und Eva, von Andern für bacchischoFiguren gehalten; die andere zeigt dreiWeiber, die mit einem Thurmbau be-schäftigt sind; es soll dies die Darstellungeiner Vision in dem Hirten des Herma,ssein, nämlich der Engel oder Seelen, welchoan dom Bau der Kirclio arbeiten. Tnspäteren Zeiten wurde durch die Deckedieser Halle ein Laminare gebrochen, inwelchem man die seligste Jungfrau zwi-schen zwei Engeln oder Heiligen sieht.

Diese obere Katakombe ist noch soregelmässig hergestellt wie die unteres;denn sie entstand und erweiterte sich nachBediirfniss; ihr Hauptgang ist über 40Meter lang und zuweilen Isis zu 14 Meterbreit. Man gelangt zuerst in eine Basi-lika (Kapelle), in deren Apsis die ganzgut erhaltenen Bilder einer Frau und einesBischofs, beide in betender Stellung undmit Heiligenschein, sich befinden.

In einer Grabesnische rechts von derApsis ist eine andere (Irans, welcher eineHand von oben einen Kranz, darreicht.Die Grubkummorn dieser Katakombe ent-halten verschiedene Gemälde mit Bildernder daseihst Begrabenen, wie auch von