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Moses.
Quantin; Schnaase Gesch. der bildendenKünste, 2. Aufl. III 192—217; Crowe undCavalcaselle Gesch. der ital. Malerei, D.Ausg. I; Fontana Basil. Rom.; GarrucciStoria IY, tav. CCIY—CCXCIY; Richter,J. P., Die Mosaiken von Ravenna, Wien1878; Liibke Gesch. der ital. Malerei 125 f.;Woltmann Gesch. der Malerei I 159 f.;E. Müntz Notes sur les Mosaiques ehret,de l’Italie, in Rev. archeol. seit 1875,
I—VI. HEUSER U. KRAUS.
MOSES. Kaum irgend eine Gestalt desA. oder N. T. ist auf unseren altchrist-lichen Denkmälern häufiger zu treffen, alsM., der als Führer des auserwählten Vol-kes der spezielle Typus Christi war undder uns in nachstehenden Situationen sei-nes Lebens entgegentritt.
1) M. zieht vor dem brennendenDornbusch auf Horeb die Schuheaus (Exod. 3,5) — eineScene, welche Augustinus(Serm. 101) und Gregor.Naz. (Orat. 42) als die Los-lösung von dem Irdischenund Sündigen auslegen,welche vor der Taufe inden Abschwörungen aus-gesprochen wird (vgl. Isid.Hisp. Quaest. in Exod. c. 7).Ich zweifle, ob hier wiebei anderen Scenen einebestimmte Ausdeutung ge-geben werden darf, oderob, wie später Jonas, diePerson Mosis wegen ihrerallgemeinen typischen Be-ziehung, ohne dass die ein-zelnen Sujets zu urgirenwären, dargestellt wird,in der Absicht, an derFührung und Rettung desVolkes Israel durch M. die Gemeinde indem Zeitalter der Trübsal und Verfolgungzu stärken und zu ermuthigen.
M. trägt meist Tunica und Pallium; aufeinem Fresco von S. Callisto ( Perret I,pl. XXIV; vgl. unsere Abb. Fig. 264) ister nur mit einer purpurverbrämten, blen-dend weissen Tunica bekleidet. Manch-mal steht ihm Gott in Gestalt eines Greisesgegenüber, mit dem Zeigefinger der Rech-ten auf M. deutend ( Bottari tav. LXXXIV).Andere Denkmäler zeigen Gott nur durchdie Hand, welche von oben herabreicht,angedeutet (Fresco in S. Callisto, Bottaritav. LXXXI1I; Mosaik von S. Vitale inRavenna, Ciampini Vet. mon. II, tab. XXI).Meistens ist M. allein; er schaut mit Ent-setzen und Neugierde auf den brennendenDornbusch, während er seine Sandalen los-löst, den Fuss auf einen Felsen gestützt.
Fig. 264. Moses.Fresco in S. Cal-listo (Perret I,pl. XXIV).
hauptsächlich
wunderbaren
2) M. nach dem Durchgang durchdas rothe Meer (s. d. Art. II 387),welches ein Bild der Taufe war ( August.Serm. 352, n. 3: per mare transitus bap-tismus est), den Stab über die Israelitenund wider die Aegypter ausstreckend ( Bot-tari tav. CXIV; Aringhi 331; Millin Midide la France, pl. LXII).
3) M. und das Manna. Diese Scenefindet Martigny 474 in einigen Bildernvorgestellt, denen ich mit Garrucci eineandere Deutung gebe (vgl. d. Art. MannaII 358).
4) M., Wasser aus dem Felsenschlagend (Exod. 17, 6), fast auf allenausgedehnteren Sarkophagreliefs Roms wieGalliens ( Millin Midi de la France, pl.LXI. LXVI f.) dargestellt, ebenso aufGläsern ( Boldetti 200), Broncemedaillons(Perret IV, pl. XX), auf Epitaphien (ib.V, pl. LXIII), meist in Verbindung mitder Exod. 17, 2 und Num. 20, 2 geschil-
Fig. 265. Moses. Marmorrelief in Mailand (Bugati).
derten Scene, wo die Auflehnung derdürstenden Israeliten in der Wüste gegenM. erzählt wird: zwei Juden fassen denFührer des Volkes an (vgl. oben II, Fig.53). Das Wunder der Wasserspende wirdentweder so dargestellt, dass M. mit demStabe an den Felsen schlägt, aus demsofort ein Quell entspringt, an dem dieJuden ihren Durst löschen (so auf einemhier Fig. 265 reproducirten Sarkophag-relief in Mailand, Bugati Mem. di s. Celso242, tav. I), oder das Wunder wird alsbereits geschehen angenommen und M.weist mit dem Stabe auf den hervor-brechenden Quell hin ( Bottari tav. XLIX;Millin pl. LXVI 8 ).
Auch auf den Coemeterialgemälden istdie Scene sehr häufig; hier erscheint be-merkenswertherweise M. stets allein ohnedie Juden (vgl. z. B. dio Fresken in S.Agnese, Garrucci tav. LXI. LXIII. LXV;eine dieser Darstellungen gab Perret II,pl. XXXIII vollkommen modernisirt wie-der, wie die beifolgende, Perret entlehnte