Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Oelung.

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und heilten. Dies war eine bloss charis-matische Krankenheilung mittelst des Oeles,dadurch wurde, wie das Concil von Trientsagt, das Oelungs-S a c ram en t insinuirt,gleichwie es später von Jac. 5, 14—15promulgirt wurde. Dieses Sacrament istheutzutage allgemein bekannt unter demNamen ,Letzte 0.‘, extrema unctio ,,quod haec omnium unctionum sacrarum,quas Dominus Salvator noster ecclesiaesuae commendavit, ultima administrandasit‘. Die sacramentale Krankensalbungfindet sich seit ältester Zeit im Gebraucheder christlichen Kirche. Die Beweise hie-für s. in den Lehrbüchern der katholischenDogmatik und bei Binterim Denkw. YI 3,246 ff. Wenn in den drei ersten Jahrh.bei den Tätern das Oelungssacrament sel-ten erwähnt wird, so erklärt sich diesschon durch die Arcandisciplin, dann auchdurch den Umstand, dass die sacramen-tale 0. in den Privathäusern ertheiltwurde, während die Väter in ihren Schrif-ten hauptsächlich mit den Gebräuchender öffentlichen Liturgie sich beschäftigten.Ausserdem ist zu beachten, dass die sa-cramentale Salbung der Kranken von denältesten Vätern bald als ein Complemen-tum poenitentiae, bald als Pars viatici an-gesehen und darum, wenn von Poenitentiaund Viaticum die Rede war, nicht mehrspeziell genannt wurde.

Der Name extrema unctio datirt nachMabillon Mus. Ital. t. II 113 erst aus demEnde des 12. Jahrh., wenigstens seinemofficiellen Gebrauche nach, denn in dergewöhnlichen Verkehrssprache erscheintdieser Name schon im 9. Jahrh. S. dieLobrede des Bischofs Prudentius von Troyesauf die hl. Jungfrau Maria ( Boiland. VI278). Aehnlich verhält es sich mit demNamen ultimum oleum, welcher in derLebensgeschichte der seligen Bilhildis zurZeit des fränkischen Königs Chlodwig er-wähnt wird. Ein noch späterer scholasti-scher Name für das hl. Sacrament derletzten O., dessen auch das Conc. Trid.sess. 14, c. 3 erwähnt, war Sacramentumexeuntium. Die gewöhnlichen Namen äl-terer Zeit für das Oelungssacrament warenbei den Lateinern: einfach Oleum oderUnctio, Oleum unctionis, Unctio olei sacrati,Sacramentum unctionis s. olei, Oleum bene-Aictionis, Oleum sanctae reconciliationis,Oleum sanctum, divinum, sanctificatum, bene-dictum, Chrisma, Unguentum sanctum, Oleums. unctio infirmorum etc. Aus der Zeitder Arcandisciplin stammt der AusdruckOleum sanitatis, der, den Heiden aus ihrerres medica wol bekannt, keinen Anstossgab und dennoch den Christen erlaubte,den richtigen kirchlichen Nebenbegriff da-mit zu verbinden. Wenn TertuU. De praescr.

c. 41 von mulieres haereticae — procaceserzählt, dass sie sich verschiedene kirch-liche Verrichtungen anmassten, unter An-derm auch das curationes repromittere, sodürfte vielleicht auch in diesem Ausdruckeeine vorsichtige Umschreibung für ,das Sa-crament der 0.‘ liegen. Die ältere grie-chische Kirche kennt das hl. Sacramentder 0. unter den Namen: a 7 iov s'Xatov,aytov p.upov, fisiov |xupov, y p7ap.a Si’dXai'oo etc. Die Bezeichnung ,Letzte 0.‘(iaydxr\ yptoi?) liebten die Griechen nichtund stellten diesem Namen ihr ,xo eö^s-Xoctov‘ entgegen, welches, aus zir/r\ unds'Xatov gebildet, einem Oleum precum oderOleum cum precibus s. orationibus ent-spricht ( Meirophan. Critop. Conf. fidei c. 13).Zur sacramentalen Salbung der Krankenwurde nach obigerNomenclatur xo s'Xatovgebraucht, worunter man nach der Ety-mologie des Wortes (f| sXata, Oelbaum,Olive) nur Olivenöl verstehen konnte undnach dem Sprachgebrauclie der hl. Schriftin der Kirche auch nicht anders verstand.Das Oel sollte rein und ungemischt blei-ben ; jüngern Ursprungs ist die Sitteder griechischen (constantinopolitanischen)Kirche, unter das Krankenöl, wahrschein-lich mit Rücksicht auf Luc. 10, 34, etwasWein zu mischen. Dass schon in der alt-christlichen Kirche nur gesegnetes Oelfür die Krankensalbung benützt wurde,kann aus der ganzen Cultpraxis der Kirchegeschlossen werden. Von einer Segnungdes Oeles überhaupt und namentlich vondem Tauföle spricht schon Cypr. Ep. 70,wo von einem Oleum in altari sanctifica-tum die Rede ist, ebenso Oyrill. Hieros.Catech. mystag. IIT 3; Basil. De Spirit, s.c. 27, der die Segnung des Salböles aufapostolischen Ursprung zurückführt (Au-gustin. Tract. 118 in loann.; Chrysost. Hom.55 etc.). Formularien für die Oelweihefinden sich Conslit. aposl. VIII 29; Sacra-mentar. Gallican. bei Mabillon Mus. Ital.I 392. Aus diesen Zeugnissen geht jedochnicht hervor, ob in den ältesten Zeitender Kirche eine spezielle Segnung desKrankenöles gebräuchlich war; aber schonLeo I Ep. 156 ad Leon, imper. und dieSacramentarien des Gelasius und Gregoriuskennen die bischöfliche Oelweihe am Grün-donnerstage, unter welche auch die Weihedes Krankenöles subsumirt wird. DerWeihende war, wie eben angedeutet wurdeund ganz bestimmt aus dem Briefe desP. Innocenz I an Decentius hervorgeht,der Bischof, der die Weihung für denganzen Jaliresbedarf vornahm. So in derlateinischen Kirche; in der griechischenKirche aber wurde das sacramentale Kran-kenül für jeden einzelnen Fall von denPriestern gesegnet, deren Zahl bei Sonntag