Petrus und. Paulus.
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auch wiederholt der sonst überaus seltenin den Katakomben-Inschriften vorkom-mende Name P. auf den Grabsteinen be-gegnet, neues Licht erhalten. Clemens Alex.(Comm. in I Petr.) sagt, dass der Aposteldie kaiserlichen Beiter, welche auf demEsquilin ihre Quartiere hatten, im Glau-ben unterrichtet habe; die Tradition be-zeichnet die Kirche S, Pietro nei vincolials den Ort, wo er sie und andere Gläu-bige um sich versammelte, und als dieälteste Kirche des Abendlandes. Jeden-falls gehört sie zu den sieben ersten TitelnBorns, auf welche nach dem Lfl>. pontif.Papst Evaristus um das J. 100 die Stadtvertheilte. Die Erzählung von seinem vorNero ausgefochtenen und mit dem Unter-gang des Gegners endenden Streite mitSimon Magus ist für die Aufstellung einespetrinischen und paulinischen Christen-thums ausgebeutet worden, indem man indem Zauberer keinen geringem als denhl. Paulus zu entdecken glaubte. Alleinsolchen kühnen Combinationen stehen inBezug auf Simon Magus die bestimmtenZeugnisse eines Iustinus, Irenaeus und derPhilosophumena gegenüber; in Beziehungauf die Lehre aber sei an das Wort Ter-tiillians (De praescr. c. 23) erinnert: nonaliam evangelii formam Paulus super in-duxit ultra eam, quam praemiserat Pe-trus. — In dem Bericht über die Gefan-genschaft Petri im mamertinischen Kerker,über seinen durch die bekehrten Gefäng-nisswärter Processus und Martinianus ver-mittelten Fluchtversuch und über die Be-gegnung mit dem Herrn bei dem jetzigenKirchlein Domine quo vadis an der ViaAppia mag die Legende die letzten Lebens-tage des Apostels mit besonders reicherPoesie umwoben haben. Aber jedenfallshaben die Coemeterial-Inschriften vonKirchendienern des tit. De fasciola, sowiedie ganz eigenartige Bezeichnung diesesTitels, der die Annahme eines Eigen-namens ausschliesst, die charakteristischeEpisode beglaubigt, wonach hier dem Apo-stel die Binde (fasciola) abgefallen sei, mitwelcher die Gläubigen bei der Eile derFlucht die Wunde von den Ketten an sei-nem Fusse verbunden hatten. — Eine re-lativ junge Tradition verehrt die Kicht-stätte des Apostels auf der Höhe desIaniculus (S. Pietro in Montorio); dieältere Ueberlieferung dagegen verlegt sie,inter duas metas 1 im vaticanischen Circusdes Nero, neben welchem Papst Anen-cletus über der Gruft des Apostels eineMemoria, Constantin seine Basilika er-baute. Mag nun auch an dip eine oderandere dieser römischen Erinnerungen einevielfach von confessioneller Voreingenom-menheit geleitete Kritik den zerstörenden
Hammer legen können — die ganze Summealtchristlicher Monumente und Zeugnissebildet einen festen historischen Kern, derdie apostolische Wirksamkeit Petri in Bornausser Frage stellt. de waal.
PETRUS und PAULUS. Ohne in denälteren Gemälden der Katakomben einVorbild zu haben, begegnet uns auf denMonumenten seit der ersten Hälfte des4. Jahrh. eine Composition, die nichtbiblisch-allegorisch gleich den Bildern der
Fig. 379. Goldglas Fig. 380. Goldglas
(Garr. Vetri, tav. XIV 3 ). (Garr. Yetri, tav. XIV 7 ).
Coemeterien, auch nicht historisch, son-dern ideal ist, und deren Typus wahr-scheinlich die Apsis einer der constantini-schen Basiliken in Bom geschmückt hat.Die Darstellung findet sich allein auf denSarkophagen 24mal und bis ins 9. Jahrh.ist sie ein überaus beliebtes Sujet für diechristlichen Künstler, so dass es kaumeine Klasse von Kunstdenkmälern giebt,wo sie nicht vorkäme. In der Mitte er-scheint Christus, bald stehend zwischen
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Fig. 381. Goldglas (Garrucci Vetri, tav. XI 3 ).
Palmbäumen auf einem Berge, dem dievier Paradiesesströme entquellen, baldsitzend auf einem erhöhten Thron, dieFüsse gestützt auf einem geschwelltenSchleier, den eine halbe männliche oderweibliche Figur mit ausgebreiteten Armenüber ihrem Kopf ausspannt — Sinnbilddes Himmelsgewölbes. Tiefer stehend, aufder Erde, wendet sich zu dem Herrn aufder einen Seite Paulus, die Beeilte zumSprechen nach Christus ausgestreckt, inder Linken meistens eine Bücherrolle.Dem Heidenapostel gegenüber steht auf
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