Petrus und Paulus.
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Auf einem Sarkophag zu Saragossa ( Gar -rucci tav. CCCLXXXI 4 ) ist die Verstor-bene, Floria, dargestellt, wie eine Handaus der Höhe sie zu den himmlischenFreuden emporführt; neben ihr stehen diebeiden Apostelfürsten, um sie zu geleiten.Dieselbe Vorstellung begegnet uns auf denMosaiken, wo P. u. P. die Heiligen derbetreffenden Kirche dem auf der Welt-
Fig. 384. Goldglas (Garrucci Vetri, tav. XVI»).
kugel thronenden Christus zuführen, z. B.in S. Cosma e Damiano, in S. Teodoro,in S. Prassede. Dem entsprechend sinddie beiden Apostel auf dem Mosaik desLateran auf den Mauerzinnen einer Stadtals die Wächter des himmlischen Jerusa-lems abgebildet. Das Schwert in der HandPauli erscheint erst auf mittelalterlichenDenkmälern, z. B. auf dem 983 über dem
Fig. 385. Mosaik aus dem Paradies der alten Petcrs-kirclio, jetzt in den vatican. Grotten (10. Jalirli.).
Grabe Otto’s II errichteten Mosaik desAtriums der vaticanischen Basilika (Fig.385).
Auf weitaus den meisten Monumentensteht Paulus zur Rechten Christi, Petruszur Linken; ebenso wenn beide allein miteinander dargestellt sind, lässt Petrus demVölkerapostel den Ehrenplatz zu seinerRechten. Dieser Vorrang Pauli ist sogarauf den Bleisiegeln der Päpste bis in un-
sere Zeit beibehalten. Ueber die Gründeund Ursachen ist viel gesucht und ge-forscht worden, vom hl. Petrus Dcnnianusim 11. Jahrh. bis auf St. Laurent und deRossi in un-seren Tagen. |
Letzterer legt(Bull. 1864,86;
1868, 43) derganzen Fragewenig Gewichtbei, indem erauf eine Paral-lele in der clas-sischen Kunsthinweist, wo inder Gruppe desIuppiter zwi-schen Iuno undMinerva dieRegina Deo-rum durehge-hends auf derlinken Seitesteht (s. denArt. Links undRechts).
Ausser dendem P. u. P.gemeinsamenLocalerinne-rungen in S.
Pudenziana u.in S. Prisca er-innert an einZusammenwir-ken Beider nurdie Legendevon dem Sturzdes Magiersauf der Viasacra. Die Er-zählung, dassmit Petrusauch Paulusgemeinsam immamertini-schen Kerkergefangen ge-wesen sei, be-ruht auf einerspätem Inter-polation desNamens Pauliund ist unver-einbar mit denTraditionen,die sich an den
tit. Fasciolae und an das Kirchlein Do-mine quo vadis knüpfen. Eine andereTradition bewahrt ein Kapellclien an derVia Ostiensis, das, unter Pius IV neuerbaut, noch Ueberreste von Cosmaten-
Fig. 386. Fresco aus S. Agata in Suburra (Garrucei Storia, tav. CCXL).