Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Sarkophage.

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ahmung solcher Sarkophag-Nischen, mitdem Unterschiede, dass statt des Marmor-sarges die Ruhestätte aus dem natürlichenGestein ausgehöhlt war.

Die älteren S. aus der Zeit der Repu-blik, z. B. die der Scipionen im vatica-nischen Museum, sind durchaus einfachund ohne Verzierung; später schmückteman sie mit Sculpturen, in der Regel aufder Frontseite und auf der aufstehendenFläche des Deckels, weniger häufig auchauf den beiden Flanken, wo dann aberdie Sculpturen nur flach erhaben hervor-treten. S. mit Bildwerk ringsum kommennur seltener vor und bekunden dann auchzugleich durch ihre Grösse den Reichthumder Familie. Ein christliches Beispiel die-ser Art ist der in S. Ambrogio zu Mai-land. Entsprechend der Ruhestätte einesTodten waren die Darstellungen auf denheidnischen Sarkophagen vielfach dem or-kischen Sagenkreis entnommen, z. B. derRaub der Proserpina auf dem AachenerSarkophag; oder man wählte doch Dar-stellungen, die auf den Tod Bezug hatten:den aufgehenden Sol mit seinem Vier-gespann und die Luna mit ihrem Zwie-gespann, weil das Leben des Menschenzwischen Tag und Nacht verfliesst; Ge-nien mit umgekehrter Fackel; Delphineund Meergottheiten, als Symbole der glück-lichen Fahrt zu der Insel der Seligen;ein von Putti ausgeführtes Wettrennen,um die Flüchtigkeit des Lebens anzudeu-ten; ein Leichenbegängniss u. dgl. Mitbesonderer Vorliebe wurde die anmuthigeMythe von Amor und Psycho dargcstellt(vgl. d. Art. I 47). Bei der Richtung derAlten aber, die Stätte des Todes mitfreundlichen Gebilden zu umgeben und dieSchrecken des Grabes durch heitere Vor-stellungen zu verscheuchen, wählte manlieber Scenen aus dem Götterleben, vorAllem Darstellungen des Dionysos-Cultes,ohne sich zu scheuen, selbst lüsterne See-len zur Anschauung zu bringen; fernerBilder aus der Mythologie, wie die Sagenvon Prometheus, Orpheus und Odysseus,oder Bilder des täglichen Lebens, wie dieheiteren Darstellungen der Ernte undTraubenlese; Scenen aus dem Hirtenleben,der Jagd u. dgl.; oder man brachte Em-bleme und Bildwerke an, welche den Standdes Verstorbenen bezeichneten, wie wir2 . B. auf einem vaticanischen Sarkophagdie Werkstätte eines Schmiedes und einenKaufladen dargestellt sehen. Die von christ-ichen Bildhauern gefertigten S. trugenselbstverständlich durchgehends christlichearstellungen, doch waren dabei auch sol-o le nicht streng ausgeschlossen, welcheeinen allgemein menschlichen Gedankenusdrückten, den auch die Christen adop-

tiren konnten, und so kommen denn nichtnur Delphine und Nereiden, sondern auchAmor und Psyche neben spezifisch christ-lichen Darstellungen vor.

Gehen wir näher auf die Behandlungund Benützung des gebotenen Raumesdurch den Bildhauer ein, so bestand dieeinfachste Art der Decoration in paral-lelen, über die ganze Vorderseite von obennach unten gezogenen Wellenlinien. AlsBeispiel der Art sei ein im CoemeteriumLucinae gefundener Sarkophag angeführt,der die archaistische Aufschrift trägt:BLASTIANE PAX TECVM (R. S. I, tav.XXX 9 ). Selten und wol erst in spätererZeit treten an die Stelle der Cannelirungschuppenförmige Verzierungen, wie wir sieähnlich in durchbrochener Arbeit bei denTransennae finden (de Eossi Bull. 1866, 35).Diesen einfachsten Sarkophagen zunächststehen diejenigen, welche in der Mittezwischen solchen Linienverzierungen dieTafel für die Grabschrift zeigen (R. S. I,tav. XXX 6 . XXXI 12 u. a.). Da diese Ta-fel, weil sie die ganze Höhe des Sarko-phags einnahm, verhältnissmässig grosswar, so blieb ausser der Inschrift nochRaum zu graffirten Zeichen und Bildern,wie wir es u. a. auf dem berühmten Sar-kophag der Livia Primitiva finden. Aufden schon reicher ausgestatteten Stein-särgen erscheint dann statt der Inschrift-tafel, und meist dann auch an den Endenrechts und links, eine figürliche Darstel-lung, wobei das Mittelbild in einer ArtNische eingeschlossen zu sein pflegt. Beiden Sarkophagen, deren Fläche durch einHorizontalgesims in eine obere und untereAbtheilung getheilt ist, kommt die Can-nelirung nur sehr selten vor. Ueber dieBedeutung rein monumentaler Decorationnicht hinaus gehen jene Verzierungen, inwelchen an Stelle der Wellenlinien einpaar Putti mit gespreizten Beinen undflatternder Gewandung den Raum rechtsund links von der Inschrifttafel ausfüllenoder wo solche ein mächtiges Blumen-gewinde halten und auf diese Weise dieganze Fläche des Sarkophags bedecken.

Zu der bisher besprochenen Klasse derS., die durchgehends Erzeugnisse des Hand-werks sind, gehört begreiflicherweise dergrösste Theil der zahlreichen auf uns ge-kommenen Steinsärge. In höherm Massenehmen unsere Aufmerksamkeit jene inAnspruch, welche durch die Hand derKunst mit Darstellungen und Scenen ge-schmückt wurden. Gruppen von Nereidenund Tritonen, die Kämpfe und Siegeszügedes Dionysos, die caledonische Jagd, Lei-chenfeierlichkeiten, Wettspiele u. dgl., bil-den am häufigsten den Gegenstand derDarstellung, durch welche die ganze Fläche