Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Sarkophage.

Lebens errungen hatte, in den Weinrankenmit ihren Trauben aber die Freuden, dieman für ihn im himmlischen Paradieseerhoffte, während der Oelbaum mit seinenZweigen das Symbol des ewigen Friedenswar, in den der Todte eingegangen.

Eine besondere Besprechung erheischennoch jene S., welche mit dem Bildnissdes oder der Verstorbenen geschmücktsind. Es ist hier nicht der Ort, um näherdarauf einzugehen, welche Bedeutung dieAlten der Erhaltung der naturgetreuenPorträts ihrer selbst und ihrer Ahnengaben; wie sie die Masken der Verstor-benen im Atrium aufstellten, so liebtensie es auch, die Bildnisse derselben auf denSarkophagen anzubringen. Es giebt eineAnzahl heidnischer Särge, auf welchen dieGestalt des Todten oder der beiden bei-gesetzten Gatten in Lebensgrösse auf demDeckel dargestellt ist, auf den linken Armgestützt, wie man bei der Tafel zu liegenpflegte, und mit genauer Wiedergabe derGesichtszüge. Christliche S. dieser Artsind uns nicht bekannt. Dagegen kommenauf ihnen, und nicht minder zahlreich aufheidnischen, die sog. Imagines clypealaevor, indem das Brustbild des Verstorbenenoder, was gewöhnlicher ist, des Ehepaaresin einem muschelförmigen Hohlschilde inder Mitte des Sarkophages angebracht ist.Da die Alten sich ihre letzte Ruhestättegerne zu Lebzeiten herrichteten, so konnteder Künstler also ein Porträt nach demLeben anfertigen. Wo aber der Bildhauernicht auf Bestellung arbeitete, stellte erden Sarkophag mit seinen Sculpturen bisauf die Imago fertig; manchmal verzich-teten die Käufer dann auf die Ausführungdes Porträts, und so finden wir denn einenicht geringe Anzahl besonders christlicherS., auf denen die Imago nur erst im Rohenangelegt ist. Andere Särge zeigen wiederdie ganze Figur, aber auf der Vorderseitedes Sarkophages die halbe, gewöhnlich ineiner Nische stehend, jedoch ohne Wieder-gabe des Porträts, da sowol die geringeGrösse der Figur dies nicht gestattete, alsauch die verfallende Kunstfähigkeit unddas sinkende Interesse an der Erhaltungder Gesichtszüge von solchen Porträtbildernabselien liess. In der Regel tragen dieseStatuetten eine Rolle in der Hand; manch-mal sind zu ihren Füssen auch Emblemehinzugefügt, z. B. der Pfau als Symbolder Auferstehung. Erscheint auf christ-lichen Sarkophagen das Bild des Verstor-benen als Orante mit ausgebreiteten Armen,so steht die Rolle gewöhnlich neben ihmam Boden; als Pendant dazu erscheint aufeinem Iateranensischen Sarkophag die Tur-ris eucharistica mit der auf dem Dacheruhenden Taube (Bottari tav. XIX). Eine

durchaus neue Anordnung finden wir aufden christlichen Särgen seit der Mitte des4. Jahrh., indem dort die Verstorbenenin ganz kleiner Gestalt neben dem aufdem Berge lehrenden Christus knieen, eineAnordnung, die ihre Parallele und ihrVorbild in den Mosaiken der Basiliken fin-det, wo das Bild des Donators in gleichwinziger Figur zu den Füssen des Herrnkniet, wie es z. B. in S. Paolo zu sehenist. Uebrigens erinnert diese Darstellungan die der Magdalena bei der Auferweckungdes Lazarus, wo sie als die demüthigFlehende in ganz kleiner Gestalt vor demMeister auf den Knieen liegt. Wie dieAntike die minder bedeutende Figur auchdurch eine geringere Grösse als solchezurückdrängte, den Göttern hingegen über-menschliche Grösse gab, ist bekannt, undder Einfluss dieser Darstellung ist in deraltchristlichen Kunst unverkennbar.

Es erübrigt uns noch, in der allgemeinenBesprechung unseres Gegenstandes einenkurzen Blick auf den Verschluss oderDeckel der S. zu werfen. Es war schondie Rede von dem auf denselben ange-brachten Bilde des Verstorbenen, halbaufgerichtet und als ob er lebe, jedochan den Tod erinnernd durch Hinzufügungdes Genius mit der umgestürzten Fackeloder anderer Symbole. Wiederholt hatder Deckel die Gestalt eines Daches, wasder Bezeichnung des Sarges als Domusaeterna entspricht. Am gewöhnlichstenaber schuf sich der Bildhauer Raum zuweitern Sculpturen dadurch, dass er aufder Vorderseite des Deckels einen hohenRand oder Kamm aufstehen liess. Aufdiesen langen schmalen Streifen findet sichhäufig in der Mitte die Tafel der Inschrift;auf den Ecken sind Masken oder Sonneund Mond angebracht, während in denZwischenräumen Platz zu andern Darstel-lungen gegeben war. Am häufigsten er-scheinen dort schwimmende Delphine oderandere Seetliiero. Auf einem Dockelfrag-ment des Kircherianischen Museums sinddie vier Evangelisten mit Ilinzufügungihres Namens und Lämmer zu ihren Füssendargestellt; auf einem IateranensischenSarkophag erscheinen auf dem DeckelLämmer mit Kränzen im Munde, als Sinn-bilder der in den Triumph des Himmels ein-gezogenen Seligen, in deren Gemeinschaftder Verstorbene aufgenommen zu werdenhoffte. De Rossi hat bei einer Anzahl vonchristlichen Sarkophagen die Besonder-heit nachgewiesen, dass an den Ecken desDeckels statt der vorhin erwähnten Mas-ken die Porträtköpfe der beiden Apostel,oder aber die der besonders verehrtenLandesheiligen angebracht waren, um aus-zudrücken, dass der Abgeschiedene n l