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Schulen.
mochten manchmal für die Bedürfnisseder Schule und des Lehrers sorgen, undim schlimmsten Falle hatte der Letztereals Kleriker Anspruch auf Unterhalt ausdem Kirchengut. Ebenso wenig gab es einbestimmtes Lo cal: es konnte die Wohnungdes Bischofs, die eigene des Lehrers oderein Privathaus sein, wo man sich zu ver-abredeten Stunden versammelte. "Verbor-genheit des Ortes war zur Zeit der Ver-folgungen geradezu nothwendig undveran-lasste häufigen Wechsel, um den Nach-stellungen zu entgehen ( Euseb. VI 3). Zuruhigen Zeiten war natürlich der Zutrittfreier. Von Morgen bis Abend, selbstwährend der Nacht drängten sich Schülerund Schülerinnen zu dem Hause, wo Ori-genes lehrte (Euseb. VI 8. 18). lieber dieLehrform giebt der hl. Gregor. Thaumat.in seiner Lobrede auf Origenes einige An-haltspunkte. Danach ist insbesondere imAnfangsunterricht der bei den Alten sobeliebte Dialog vorzugsweise zur Anwen-dung gekommen. Gregor redet von Fragenund Antworten, mit denen Origenes dasAeussere und Innere seiner Schüler er-forscht habe ( Panegyr. 7); das Verfahrenwar dabei ein kritisch untersuchendes,denn es sei des Meisters Grundsatz ge-wesen, dass seine Schüler weder aufs Ge-rathewohl mit Zustimmungen verschwen-derisch wären, noch mit Absprechen, son-dern Alles, sowol das Offenbare wie dasVerborgene, genau untersuchten. So habesich dann Manches, was auf den erstenBlick wahr schien, als falsch gezeigt, undManches, was man zuerst für verwerflichund unannehmbar gehalten, habe eine ein-gehende Prüfung als durchaus wahr undunanfechtbar erwiesen (Panegyr. 7). Nebendiesem dialektischen Verfahren, welchesund bei welchem Origenes in sokratischerWeise anregte, erwähnt dann Gregor auchausdrücklich den freien Vortrag, wodurchder Lehrer die Zuhörer niedergeworfenund die fruchtbringenden Keime in dasaufgelockerte Erdreich gelegt habe. DerNatur der Sache nach wird die letztere Lehr-form vorzugsweise der Erklärung der eigent-lichen Geheimnisslehren gedient haben.
Gregors Panegyricus ermöglicht es auch,durch Zusammenhalten seiner Angaben mitden überlieferten Schriften der Alexan-driner den Lehrgang zu bestimmen. Erverlief nach einem Vorbereitungscursus indreifacher Abstufung, denen wol auch einegleiche Abtlieilung der Schüler entsprach.Der Vorsteher unterrichtete entweder jedeAbtheilung besonders, oder gab wol auchdie eine oder andere an die Gehiilfen zurselbständigen Unterweisung.
Der Vorbereitungscursus bot dem Neo-phyten, dessen Theilnahme am Christen-
thum zunächst bloss im Interesse bestand,es kennen zu lernen, eine apologetischgehaltene Parallele zwischen Christenthumund Heidenthum in grossen Zügen. DieAufgabe des Lehrers bestand hierbei darin,die Thorheit und Lasterhaftigkeit des einen,die Wahrheit, Schönheit und Göttlichkeitdes andern Systems im drastischen Gegen-sätze zu entwickeln, und das vorläufigeInteresse des Schülers zu Beschämung undWiderwillen nach der einen, sowie zurTheilnahme und Liebe nach der andernRichtung fortzubilden. Die schriftlicheFassung dieses Lehrcursus liegt im A6~jo;•jtpo-rpsrTiy.oc des Clem. Alex, vor, wol dembesten Stück seines Auctors.
Zuerst, lehrt Clemens (Paedagog. I 1),ist der Logos Mahner, dann Pädagog, end-lich Lehrer. Und in Uebereinstimmungmit ihm erzählt der Panegyriker des Ori-genes weitläufig, wie sein Meister vollSanftmuth und Gelehrsamkeit über dierechte Lebensweise sprach, die Leiden-schaften und Affecte beherrschen und dieTugenden üben lehrte (c. 9). Was diesenethischen Cursus besonders auszeichnete.war die Verbindung von Lehre und Leben,,Uober das Mass der menschlichen Kräftehinaus“ (c. 11) rang ja Origenes nach derVerwirklichung seiner sittlichen Lehrenan der eigenen Person und zwang durchseinen Lebenswandel die Schüler zu denTugenden, insbesondere zu deren ,Mutter,Anfang und Endzweck — der Gottesfurcht^(c. 12). Freundschaft mit Gott durchReinheit des Herzens zu erlangen ist dasZiel auf dieser Stufe; hatte ja schon Theo-philus gesagt: zeige mir erst den Menschenin dir, dann will ich dir meinen Gottzeigen (Ad Autolyc. I 2). Jetzt verstehenwir den Pädagogen des Alexandriners mitseinem tiefsinnigen Princip vom Logos alsErzieher der Menschheit und seinen durchihre breiten Details und widerwärtigeAeusserlichkoit abstossenden Lebensregeln— sie sind nicht minder als die blendendeGelehrsamkeit und die reiche Diction dieZubehör des Vortrags, wie er war und inder alexandrinischen Gemeinde sein musste.
Der zweite Cursus ist ein theoretischer.Gregor bezeichnet ihn mit dem Worte Theo-logie (c. 13), beschreibt ihn aber gleichso, dass wir in den Stromata des Clemenswie im Periarchon des Origenes unschwerdas Coneept des Lehrers erkennen. Wirsollten, sagt Gregor, alle Schriften der altenPhilosophen und Dichter lesen, mit Aus-nahme der von Atheisten verfassten (c. 13).Origenes aber unterrichtete uns nicht blossüber ein philosophisches System, sonderntrug uns die ganze griechische Philosophievor; das Nützliche uiid Wahre, das er beiden einzelnen Philosophen fand, uns vor-