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Erster Band: Unter-Italien.
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Allgemeines.

Reisezeit. Der Süden Italiens entfaltet seine grössten Schönheiten im Aprilund Mai; auch der Oktober und die erste Hälfte November sind meist wahreWonnemonate zum Reisen und zu den kleineren Ausflügen um Neapel . Der Wintereignet sich mehr für die Genüsse der Hauptstädte. Ein weit verbreitetes Vor-urtheil, dass in Italien der Sommer überall unerträglich sei und namentlich imSüden die Hitze einen Grad erreiche, die dem Nordländer den Genuss verwehre,widerlegt schon die Thatsache, dass Sorrent, Capri, Castellamare und Ischia nureine Sommersaison haben, die sie nicht allein den Meerbädern, sondern ebenso sehrder angenehmen Temperatur und der Fülle der Naturschönheiten in dieser Zeitverdanken. Wer Neapel und das südliche Italien nur als Ring in die grosse Reise-kette durch das ganze Festland aufnehmen will, der wähle, nachdem er die zweiteHälfte April der Campagna di Roma gewidmet, den Mai für die Parthenope.

Zeiteintheilung. Auf der Reise von Rom nach Neapel sollte man nicht ver-säumen, Monte Cnssino und Capua je einen halben Tag zu widmen. In Neapel erheischt schon das Museum, wenn der Genuss des Schauens irgend welchengeistigen Nutzen bringen soll, wenigstens 5 Tage, w r ozu dann noch 3 Tage für dieHauptkirchen, die Schlösser, die Aussichten zu rechnen sind. — Für die Umgebungvon Neapel verlangt der Vesuv mit Herculaneum 1 Tag; Pozzuoli und Cap Miseno1 Tag; Pompeji 2 Tage; Sorrent und Capri 2 Tage; Salerno, Pastum, Amalfi ,Pavello 2 Tage; Procida und Ischia 2 Tage. — Für die Bahnreise nach Reggio hängt die Dauer mehr von den besonderen Interessen der Reisenden ab ( Tarent verdient einen vollen Tag Aufenthalt). — Bezüglich Sicilien vgl. Bd. II.

Fahrplan. Man kaufe sich sogleich beim Eintritt in Italien den allmonatlich neuerscheinenden Indicatore Ufficiale delle Strade /errate, delle Kavigazione e Telegraßa (Tipo-grafia eredi Botta), 1 Fr., der in allen Buchhandlungen zu haben ist und in den grösserenStädten auf allen Corsi ausgeboten wird.

Vorstudien. Als Vorstudien für den Kunstgenuss kann nicht warm genug das aus-gezeichnete Werk; J. Bnrckhardt, Der Cicerone, 3. Aufl. von A. v. Zahn, vollendet vonW. Bode (Leipz., Seemann, 1874), empfohlen werden; die lichtvollste Entwickelungs-geschichte der italienischen Kunst mit dem tiefsten Verständnis ihrer weltgeschicht-lichen und nationalen Aufgabe.

Für das Studium der mittelalterlichen Kunst Unter Italiens ist in ersterLinie zu empfehlen das vorzügliche Werk von Heinrich Wilhelm Schuh, Denkmäler derKunst des Mittelalters in Unteritalien, 4 Bde., mit 140 Holzschnitten und 96 Kupfern(Dresden 1860); eine Arbeit deutschen Fleisses, deutscher Kritik und feinsten Kunstgefühls,welche für die wahre Kenntnis der unteritalisclien Leistungen dieser Epoche erst denBoden gelegt hat.

Für Pompeji ist zu eingehenderen Studien zu empfehlen: J. Overbeck, Pompeji ,in seinen Gebäuden, Allerthümem und Kunstwerken für Kunst- und Alter thumsfreunde dar-gestellt, 3. Aufl., mit 26 zum Theil farbigen Ansichten und 315 Holzschnitten (Leipzig 1875). — Für die klassische antike Skulptur: Overbeck , Geschichte der griechischen-Plastik '2. Aufl., 1869).

Unter-Italien . I.

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