Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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1. Monte Cassino — Capua.

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Hohenstaufen wirkten verderblich auf dieAbtei. Der Franzose setzte den französi-schen Abt Bernhard ein. Nach Karl vonAnjou’s Sieg über Manfred sprach dann derKönig selbst sein Dankgebet am Grab S.Benedikts. Das päpstliche Exil zu Avignon bedrohte die ganze Konstitution des Klo-sters, denn eine Verordnung von 1326 liiessdie Kirche zur Kathedrale, den Abt zumBischof, die Mönche zum Domkapitel um-zuwandeln. Erst 1370 wählten sie wiederselbständig ihren Abt. Als aber die päpst-liche Ernennung von Kommendatäräbtenzur weltlichen Leitung der geistlichen Gü-ter weltliche Adlige nach Monte Cassino brachte, Papst Paul IX. sich interimistischselbst die Xutzniessung der Kommende vor-behielt, da pflanzten die Mönche plötzlichrevolutionär die aragonische Fahne auf undSixtus VI. konnte nur durch Einsetzung desJohann von Amgonien (1472) den Frieden er-halten. Aber kurz darauf erhielt sogar ein31 jähriger Knabe, der Sohn Lorcnzo’s vonMedici, nachmals Leo IX. , die Abtstelleund erlebte dort zu seiner tiefsten Betrüb-nis den Tod seines Bruders im Gavigliano(1503); er legte darauf seine "Wurde frei-willig nieder.

Die Renaissance zeit durchdrangauch das Kloster, Abt Benedikt Castelli ver-theidigte die Lehre Galilei’s , Abt Squarzia-hipi lässt Kirche und Nebengebäude durchFlorentiner heiter schmücken, aber politischhatte das Kloster keine Macht mehr undProcesse mit den stärkeren Civilmäclitenverschlangen später seine Einkünfte. 1798erschien noch einmal der König der beidenSicilien, aber nur, um rasch durch diebrandschatzenden Franzosen vertrieben zuwerden. Das Kloster hatte an diese 100,000Dukaten zu zahlen und verlor eine MengeKunstwerke. Der Neffe des Geschicht-schreibers der Abtei, Gattola ("dessen inter-essanter Briefwechsel hier aufbewahrt wird),opferte vergeblich sein Leben für die Bet-tung des Archivs. 1800—1814 war das Klo-ster säkularisirt, doch 14 Mönchen die Bi-bliothek und das Archiv anvertraut. Den-noch hat selbst in der neuesten Zeit dasKloster, das so reiche Früchte des Geistestrug, dem Land wieder einen ausgezeich-neten Geschichtschreiber in Luigi Totti ge-geben, dessen treffliches Werk aber ausMangel an Mitteln erst mit Hülfe des Israe-liten Rothschild , der hier das Manuskriptungedruckt sah, herausgegeben werden

konnte. _

AV eiterfalirt. Jenseits Cassino durchzieht die Bahn cinon malerischsehr schönen Gebirgspass. Stat. Rocca(VEcrmdro. Stat. Mignano; der Ort r.mit mittelalterlichen Thürmen in köst-licher, pittoresker Umgebung. Gegendas malerische Prescnzano hin wenig be-haute Höhen zur Seite. —Folgt (182Kil.)Stat. Onjanello, dann Riardo und

(194 Kil.) Stat. TeailO 9 das antikeTeanum der Sidiciner und deren Haupt-stadt, die seihst Münzen schlug, r. amFuss des ausgestorbenen Vulkans RoccaMonfina, hat noch auf der Ostseite nichtunbedeutende antike Ruinen (Amphi-theater, Theater), eine zwar moderneKathedrale von 1530 , aber mit antikenSäulen, und aus dem 15. Jalirh. eingrosses verfallenes Schloss des Herzogsvon Sessa.

Der Vulkan von llöcca Monfina steigtkegelförmig auf und hat nach innen einenweiten Krater mit kreisförmigem Kamm(Cortinelle), in dessen Mitte der domförmigeMonte Santacroce (1 OOß m.) aufsteigt; derganze Kegel wird zu beiden Beiten von denaufgerichteten Schichten der Apenninenaus-läufer umgeben, die er durchbrochen zuhaben scheint. — Der Vulkan wurde durchwiederholte Lava- und Schlackenausbrüchevon Leucitopliyr aufgeschichtet, und derinnere Trachytkern stellt die Ausfüllung desursprünglichen Schlotes oder einen Lavadonidar. (C. Vogt.)

Bei (201 Kil.)Stat. Sparanisir. Strassenach Gadtn (S. 45).

L. das jetzt ärmliche Calvi , das antikeCales, schön an der Thalmündung liegend,aber der Malaria ausgesetzt, einst berühmtdurch den trefflichen Wein (Ilora// Od. I,20, 9), hat Ruinen eines Amphitheaters,eines Theaters (Ausgrabungen im Jahr 18(>2stiessen auf Gräber mit Vasen, Ringen undThermen, mit neun weiblichen Torsi, Pri-vathaus mit Mosaikboden u. a.) und einermittelalterlichen Burg.

Dann im Thal des Yolturno, derdurch die glückliche Campagna demMeer zueilt, nacli

(216 Kil.) Stat. Ciipua ? ganz nahean der Stadt (Albergo del Ceutro, mitguter Trattoria; Piazza de’ Giudici).

(£$= Mau tliut meist besser, nach dem3 M St. entfernten Städtchen 8. Maria di Ca-pua vetere (S. 33) einen Wagen an der Sta-tion (Einspänner 85 C., Zweispänner 1 Er.70 C.) zu nehmen, anstatt sich durch dieBahnzüge die Zeit bestimmen zu lassen (dieSchnellzüge halten nämlich in Santa Marianicht). — Nach 8. Angelo in Formis (S. 35)fahren die Wägen an der Station in 3 /4 St.(Einspänner D/& Fr., Zweispänner IVq Fr.);— nach Caserta : Einspänner 1 Fr. 70 C-, Zwei-spänner 3 Fr. — Wagen zum 7 Min. ent-fernten Marktplatz Capua's (Piazza de’ Giu-dici) ] /4 — 1 k Fr.

Die Stadt wurde am linken Ufer desVolturno 856 von dem Grafen Landound seinen Brüdern da erbaut, wo das