Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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8. Pompeji (Museum — Basilika).

Im X. Saal, au clor Eingangswand r.:eine interessante *Bronzethür mit Schloss. —An der rechten Wand: Bruchstücke vonThiiren und Inschriften. — Gegen die Glitter.: ein Körbchen; ein weiblicher Busen. —Freistehend: * Fenster mit Laden; Verschlußeiner Bottega. — An der rechten Wand: Bruch-stücke. — An der Ausgangswand L: nach-gebildete Thür (aus Casa di Eumaeliia), r.:Wagenrad u. a.

II. Saal: *Fänf BfiieJien unter Glas,in Gipsabgüssen. Man hat nämlich die llolil-form, welche in der Asclienmasse sich inder ganzen Rundung der verschütteten Kör-per bildete, mit Gips ausgegossen und soein völlig getreues Bild der Unglücklichenerhalten, so dass man an einigen Leichennoch den Todeskampf wahrnehmen kann.Verkohlte Reste ixiiter Glas. — Rechte undlinke Wand: Töpfe, Amphoren, Regen-speier, Reliefs, Köpfe, Masken, Altärchen,Konsolen, Aki’oterien. — Rückwand:^Sammlung von Marmorsorten ; Tisclifüsse.— Eingangswand r.: Narciss; ein Telamon.

III. »Saal: Drei Leichen unter Glas. —Ein Hand unter Glas. (Der schöne Mädchen-leib wurde unweit des »Sfcabianer Thors 7 Fassüber der Erde gefunden; sie muss also zumFenster hinaus sich geflüchtet haben undam Fortkommen gehindert worden sein.Der Hund lag [treu] vor der neu ausge-grabouen Casa di Orfeo.) — Linke Wand:In Glasschränken Skelette von Menschenund Thieren- — Rechte Wand: Bronze-und Glasgelasse. — Fensterwand: 1. Mars,r. Venus.

Man schreitet jenseit des Marinethorsdas antike Lavaptiaster (mit unregel-mässigen grossen Platten) hinan. Ge-wöhnlich wird man sogleich zuv Basilika(8. 430) geführt.

Doch sind hier gleich nach der erstenQuerstrasse 1. (Via quinta) einige neu ans-g e g v a b e n e II ä n s e r von Interesse. — Manüberschreitet am Ende desTlioraufgangs nachder letzten Säule 1. die erste Querstrasse (mitzwei Schrittsteinen) und tritt in der RegioVII, Insula VII über zwei Sprossen in dieCasa Nr. 10 ein. Schreitet man durch Atriumund Tablinum in das Peristyl , so sieht manhier an der linken Wand und an der Rück-wand grosse, meist gut erhaltene Malereien:1. Urne mit Springbrunnen, Ffauen, Brunnen,Nymphen, darüber ein liegender Satyr; —Rückwand: Schlange, Elefant, Ochs, An-tilope, Pferd, Fuchs, Bar u. a.; — an derrechten Wand: ein Krieger mit den Spoliaopima, die einem im Hintergrund gefallenenKrieger abgenommen wurden; — r. im 1.und 2. Nebenzimmer: Vögel und Landschaftenin Vierecken und Medaillons. — Im Zimmerr. vom Tablinum, an der linken Wand:Romulus und Remus mit der Wölfin.

Schreitet man jenseit des Peristyls beiNr. 13 über die mit der Strada Marina pa-rallele Strasse über den Schrittstein hin,an welcher 1. ein schöner Marmorbrunnen

ausgegraben wurde, so sieht man am Pfostendes Hauses Nr. 2, vor dem Eingang r., nochrothangeschrieben: »Pati/iiumdu. Fuschs cn-pidas fecit« (d. h. Fuscus, ein eifriger Wäh-ler und wahrscheinlich Hausbesitzer, em-pfiehlt den [wohl hochstehenden] PaquiusProculus [s. Stabianer Strasse, S. 493] zueinem öffentlichen Amt).

Jenseit des Vestibüls, an welchem man1. unten Kaktus und darüber einen Vogelmit Kirschen hingemalt sieht, tritt man inein Atrium (das vor General Sherman am24. Febr . 1372 freigelegt wurde) mit Implu-vium und kannelirtem Marmorputeal; anden Seitenwänden sind *die schwellenden Ge-stalten der Jahreszeiten (im Zimmer 1. fandman die schöne Aquarellmalerei auf Marmor,die Niobiden (jetzt im Museum); — r. vomAtrium drei Zimmer; im 2. Architekturma-lerei, im 3. Gazelle, Wagen ziehend; — inder (r.) Ala, Axisgangswand: Neptun; rechteLängswand: Venus als Fischerin und gut-erhaltene Architekturmalerei. — Jenseit desTabliuums eine vertiefte Gartenanlage, zuwelcher acht Sprossen hinabführen. Sie istan zwei Seiten von tiefen Kellern eingefasst.

Zum Eingang (Nr. 2) zurück und nebenandurch Nr. 3 eintretend, sieht man im Zimmer1. vom Vestibül: Venus, Toilette machend,mit zwei Eroten; Landschaften; Aktäon.

Vom darauffolgenden Haus Nr. 4 (r.) istnoch ein Theil des Obergeschosses erhalten,nach innen mit Malereien. In Nr. 5 überdem Herd der Lar.

Kehrt man von hier über die Strassedurch das gegenüberstehende Haus Nr. 14zurück, so gelangt man in ein Haus, dessenPeristyl 12 kannelirte Säulen auf hohen,runden, dunklen Schäften hat. — Im 1. Zim-mer r. vom Peristyl: Amoretten, Mars undVenus, Jahreszeiten; — im 2. Zimmer r.:Landung der Venus, Scene aus dem Trypto-lcmosmythos. Jenseit des Peristyls Im Tri-cliniuni hübsche Sockelreste , oben reizendeArchitekturmalerei, Vogel, Panther u. a.

Zurück durch dieses Haus und dannöstl. geradeaus gelangt man zum Haupt-platz Pompcjrs, dem Forum civile (S. 433).

*Die Basilika (PI. C 8, Nr. 1, ge-wöhnlicher Eingang: Mitte der Längs-wan d; besser: vorn, vomForum aus), einstBörse und Gerichtsstätte, das grössteund älteste Gebäude am Forum, dessenBedeutung und Namen die Dipinti undGraffiti der Aussenwand beglaubigten.Der Bau, dessen Wandsäulen noch biszu ziemlicher Höhe erhalten sind, machteinen sehr grossartigen, feierlichen Ein-druck. Den Forderungen Vitruvs (V, 1),dass der Platz für die Basiliken an dasForum grenzen müsse und an der wärm-sten Seite (also nach Süden) dort abzu-stecken sei, zum besten der im Winter