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allmählich stärker vor. Vor dem Auf-gang zur Cella sieht man einen grossenAltar aus Peperin für die Liebesopfer(Früchte, Kuchen, Räucherwerk), lautInschrift von den Viermännern der Stadtgeweiht. 14 Stufen von Kalkstein führenzum Tempelhaus hinan, das auf einemPodium von 2Vs m. Höhe, 20 m. Längeund 12 m. Breite ruht.
Einst umgaben je sechs Säulen vorn undje zehn zur Seite den Tempel, wie nochjetzt einige Stümpfe und an den Eckenzwei hohe Säulen bezeugen. Diese Säulensind verschwunden. Eine breite Vorhalleführte zum Innern der Cella, in welcherdas Kultusbild auf einem noch vorhandenenFussgestell von Tuff stand. — Die Mauernder Cella erheben sich jetzt kaum 2 m. hochüber die Plattform.
Hinter dem Tempel sieht man nochmehrere einst mit schönen Malereiengezierte Gemächer für die Priesterinnen(im ersten Gemach [rechte Ecke], dasallein mit dem Tempel kommunicirt,Bacchus und Silen).
Zurück durch den Venustempel trittman nun östl. in das
Forum civile (D 7), das ein leben-diges Miniaturbild Roms und der cen-tralisirenden Allgewalt seiner Staats-idee gewährt. Dem römischen Forumähnlich umschliessen diesen Einen Platzder Landstadt, als das Centrum derselben,lauter Öffentliche Gebäude, mehrere be-deutende Tempel, eine grosse Basilika,Börsen, Gerichtssäle, Kurie, Gefängnis,VVechslerbuden und Triumphthore. Esnahm den schönsten Platz im S. derStadt gegen das Meer hin im grossen Pa-rallelogramm (157 m. lang und 33 m.breit) ein, war auf drei Seiten mit einerPorticus, einer doppeltgeschossigen Säu-lenreihe (von Peperin oder Ziegeln, mitStucküberzug) umschlossen, die untereReihe dorisch, die obere ionisch (auf demSockel der Forum einfassung und auf Säu-lenstümpfen liegen jetzt theilweise schönskulpirte Gesimsstücke mit antiken In-schriften). Die Nordseite nahm der Ju-pitertempel ein. Die Porticus bildetealso, von diesem Tempel auslaufend, zweibedeckte Korridore übereinander; an derSüdseite war die Säulenreihe doppelt.Die Abstände der Säulen von den an-
liegenden Gebäuden sind ungleich (8 bis14 m.), weil mehrere dieser Bauten schonvor der Forumporticus errichtet warenund die Linie daher nicht immer parallelgezogen werden konnte. — Man fand beimAusgraben zahlreiche frischbehaueneFriesstücke, die zwischen die Säulen-schäfte hingelegt waren, um demnächstemporgewunden zu werden. Die Restau-ration sollte zugleich eine Verschönerungsein, und in Roms damaligem Geschmackwurden auf die dorischen Säulen korin-thische Kapitäle gesetzt. — Vier steile,enge Treppen führten zur obern Galleriehinan und der Zugang zum Forum warnur denFussgängern erlaubt, denn selbstam grossen Triumphbogen neben demJupitertempel fand man Sprossen, unddie Porticus war im 0. mit einem Eisen-gitter geschlossen. Sieben Zugänge führ-ten zu diesem Herzen der Stadt; Thore,vorgeschobene Steine und Gitter sorgtenfür den Verschluss des Platzes. — Derganze Boden der Area (freien Fläche)war mit Travertinplatten bekleidet.Koch jetzt sieht man gegen die Säulenhin zahlreiche grosse Piedestale, einstfür Statuen der Gefeierten; 12 längs derWestseite für Reiterstatuen, vier mit ge-wöhnlichen Statuen, an die Säulen ge-lehnt. Zwei der letzteren mit Inschriftauf den Quinquennalen (Censoren)Z/Mcre-tius Decidianus ; zwei mit Inschrift aufPansa } Vater und Sohn, beide Duumvirn(Zweimänner, Konsuln der Landstadt)und Quinquennalen. Vier Reiterstatuenund ein kleiner Bogen erhoben sich an derSüdseite der Area. An der Ostseite auchzwei Reiterstatuen, eine mit Inschrift aufden Duumvir Sallustius ; in der Mitte derArea eine grössere, wohl für eine Kaiser-statue. — Man sieht überall deutlich,dass zur Zeit der Katastrophe das meistenoch in Restauration begriffen war.
Geht man nun an der linken Lang-seite des Forums der Wand des Venus-tempels entlang, so trifft man beim 1.Recess 1., Nr. 31, eine Steinplatte aufdrei Füssen , in einer länglich viereckigenNische, welche in der Mauer ausgespartist, mit fünf runden Löchern. Laut hiergefundener Inschrift ist dies die den15