489
490
Seite Muse und Apollo. Gegenwand: Eros und Pan vor Venus; dritte (hintere) Wand:Homer und die zwei Fischer; Bock mitWeinstock und Opfer.
Südwärts, Nr. 21 gegenüber, folgtein Haus (PI. 114), in dessen Prothyron inMosaik ein Hund von schlankestem Glie-derbau dargestellt ist. Das schöne weiteAtrium, um dessen Bassin sich eine köst-liche schwarzweisse Mosaikzeichnung zieht,ist von zwei kleinen Schlafzimmern und jeeiner Ala begrenzt; vorn in der linken Kokedes Atriums steht ein *altarfürmiges Posta-ment, mit Marmorplatten bekleidet, die amobeni friesartigen Band zwei Reihen vonReliefdarstellungen zeigen, die eine in dengemusterten Feldern mit kleinen Schnecken,Fischen, Eidechsen, Rosetten, Blättern,Hausgeräthen etc., die zweite mit einer sa-kralen Darstellung in sehr primitiver Zeich-nung, 1. Triumphthor, dann Reiterstatue,Tempel, Altar, ein Patere und Opfergefäss,Grabmal, Opferstier und Treiber, Opferin-strumente (alles in kindlich unbeholfensterWeise). Im Atrium fand man den Porträt-kopf in Bronze (jetzt im Museum) mit derInschrift: »Dem Genius unseres Lucius derFreigelassene Felix« (der wohl Besitzerdieses Hauses war). — Im Tablinum sinddie Mittelbilder der Seitenwände schon beiden Nachgrabungen im Alterthum durchhineingeschlagene Löcher zerstört woi’den.Von dem zur Linken sieht man noch einenTheil: Iphigenie auf den Tempelstufen zuTauris. — Im Peristyl an der linkenWand: zwischen gemalten Säulen mit do-rischen Kapitalen in der Mitte grosse Land-schaft mit wilden Thieren, seitlich Busch-werk mit Vögeln. An der linken Längs-wand , im zweiten grossen Gemach, Rück-wand: Paris 1 Urtheil; rechte Wand: Theseus verlässt Ariadne ; Eingangswand schöneBrustbilder in Medaillons. An der Rück-wand 1. vom Peristyl Eingang in den Keller.Dann folgen an der Rückseite des Peristylsdrei hübsche kleine Zimmer; im dritten: 1.Apollo und Satyr, r. Mars der Venus dasGewand abnehmend. Drei Gänge führen ineine Nebenwohnung mit besonderem klei-nen Atrhun mit Puteal und schmucklosemTablinum, mit Diener - und Gastzimmernhinter dem Tablinum eine Cisterne und da-neben die Hähne einer Wasserleitung, derenRohr einerseits bis in den Garten, anderseitsbis in das obere Stockwerk zu verfolgen ist.
In der Stabianer Strasse (G 6) süd-wärts, eine ziemliche Strecke entlang(von Nr. 20 r. an noch 15 Nummernweiter), zum (Regio IX, Ins. III)
Nr. 5. *Haus des Marcus Lucretius(G 5, Nr. 57), eine der reichsten Woh-nungen, mit einer Fülle von Ornamental-schmuck, doch von ungleichem Werth;der Plan ungewöhnlich; an der Fa^adedrei Boutiquen. Im Prothyron (man
tritt durch eine von der Guida zu Öff-nende Thür ein): 1. Komödienscene, r.drei weibliche Figuren (Ceres, Proser-pina, Hekate?), r. und 1. schwebendeMädchen. L. vom Prothyron die Logedes Portiers, die mit dem Atrium in Ver-bindung steht. — Im Atrium beim Ein-tritt r. ein Lararium, die Wände mitphantastischer Architekturmalerei.— Im1. Zimmer 1. vomAtrium,Rückwand:Panund Mädchen; Venus und Amorine; aufSimsen der Architekturmalerei ägypti-sche Figuren; über den Wandfeldern r.Mädchen. — 2. Zimmer 1. vom Atrium,Rückwand: r. Fischerin, 1. Polyphem, r.Phryxos; in Medaillons: Jupiter, Juno,Mars, Venus. Bewaffnete Eroten; überden Wandfeldern Melpomene und Thalia.
— 2. Zimmer r. vom Atrium: Cyparis-sus, Nereide, Polyphem , Eroten, Psychen,schwebende Jünglinge. — R echteAla:Kentauren (die übrigen schönen Male-reien der Ala jetzt im Museum). —Tablinum: Mosaikboden mit Marmor-einlage (die Gemälde schon in antikerZeit aus den Wänden ausgehoben);hinten freier Blick auf den Xystus. —R. vom Tablinum im Triclinium:Schöner Mosaikboden und einst reicheDekoration und bedeutende Malereien(jetzt im Museum); jetzt 1. Bacchus. —In den Fauces 1. vom Tablinum eineachtstufige Treppe zum Peristyl, wo inrothen und gelben Feldern einzelneschwebende Figuren gemalt sind; amEckpilaster des Eingangs ein eingekritz-tes Labyrinth; — im 2. Zimmer 1. fandman einen Brief mit der Adresse an denBesitzer Lucretius , Dekurionen vonPompeji , hingemalt, nebst Schreibtafelund Schreibmaterial (jetzt im Museum).
— Im Hintergrund des »altjüngferlichangelegten« Xystus eine (künstlerischun-bedeutende) mosaicirte Brunnennische,die ihr Wasser einst in die runde Piscinefliessen liess, welche von einer marionet-tenartigen Ausstellung ungleich grosserMarmorbilder (eine Ente, ein niedlicherSatyr, zwei Ibis, ein Satyr mit Ziege, zweiKaninchen, eine Kuh, ein Pferd) umge-ben ist.—L. vom Peristyl befindet sich einzweites Atrium mit Sklavenwohnungen.