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Erster Band: Unter-Italien.
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8. Pompeji (Gladiatorenkaserne — Amphitheater).

Flucht mit den übrigen Gebäuden; dieunteren dagegen sind an die Hügelwandangebaut. Die seitlichen Vomitorienfehlen und man tritt durch hohe Thoresogleich in die Orchestra ein, wo manden ganzen Zuschauerraum und dieBühne zugleich übersieht. Die Einrich-tung ist wie beim grossen Theater, nurist die halbkreisförmige Cavea durch die(wegen des Daches) gerade Längswandseitlich beschränkt. R. und 1. an derMarmorbrüstung, welche den zweitenRang vom ersten abgrenzt, sind nochdie LÖwenfüsse als Abschluss erhaltenund die Seiten wand wird durch je einenknieenden Atlanten abgeschlossen. Diezwei Vorplätze (Tribunalia) über denThoren zur Orchestra scheinen dieLogen der obersten' Priesterinnen ge-wesen zu sein. Die Sitzstufen sind hiervon einer peperinartigen grauen Tuff-masse (man legte Polster oder die Togadarauf) und hinten flach vertieft für dieFasse der oberwärts Sitzenden. Die mar-morbelegte Orchestra ist laut einerBronzeinschrift von dem Duumvir M.<%ulcitius Verus errichtet worden. — DieRückwand der Bühne ist von fünf Thürendurchbrochen, zwei zu den Proscenium-logen der Priesterinnen und drei für dieSchauspieler. Die Bühne wurde von zweigrossen Seitenfenstern erleuchtet, undhinter der Bühne befindet sich ein eben-falls seitlich beleuchtetes Garderobezim-mer für die Schauspieler. Die Wändezeigen noch den antiken Netzbau. Hinterder Bühne befindet sich zwischen demgrossen Theater und der Stadtmauer diesogen.

(xladiatoreiikaserne (Pl. 72), zuwelcher vom Forum trianguläre eine36stufige Treppe als einziger Zuganghinabführt. Es ist ein grosser, offenerHof, 47 m. lang, 35 m. breit, von 74dorischen, unten roth, oben abwechselndroth und gelb bemalten stukkirten Säulenumgeben, die jetzt einen Fruchtgartenumschliessen. Auch die Wände sind ab-wechselnd roth und gelb. Hinter diesenSäulengängen liegen 66 theilweise zer-störte Zellen von ca. 4 m. Grösse, theil-weise in zweistöckigen Reihen überein-

ander. Oestl. eine grosse Küche undüber einer Treppe grössere Räumlich-keiten; neben der Treppe ein Gefängnis,in welchem man ein Fusseisen für 10Delinquenten fand (drei Skelette stakennoch mit ihren Beinen in der Maschine).Auf Säulen (z. B. der neunten) undWän-den noch einige Graffiti.

Geht man hinter dem kleinen Thea-ter zur Via Stabiana zurück und hiernordwärts bis zur dritten Querstrasse, soführt diese r. zu einer Rampe; dieselbehinansteigend, kommt man an einemSchilderhaus vorbei zum Fussweg nachdem 7 Min. nordöstl. abliegenden

^Amphitheater j einem der lehr-reichsten Beispiele dieser Stätten derGladiatorenspiele und Thierhetzen. Eszieht sich eiförmig von N. nach S. hin.Sein grösster Durchmesser ist 136, seinkleinster 104 m.; die äusseren Mauernragen nicht wie beim Kolosseum in Rom hoch empor, sondern umgeben mit je40 Arkaden eine in die Erde vertiefteArena (68 m. lang, 36 m. breit). Aussensieht man den unbedeckten Umgang, zuwelchem zwei Doppeltreppen für die Zu-schauer des dritten Ranges hinaufgeleiten.Der ganze Bau ruht auf einer äusserstsoliden Kryptoporticus. Von den zwei(abwärts geneigten) Haupteingängenführt nur der nördliche direkt ins In-nere; man sieht in diesem grandiosenKorridor, der mit Vesuvlava gepflastertist, gleich im Eingang r. und 1. zweiNischen, in denen laut Inschrift zweiStatuen von Magistraten standen. — DieZuschauerplätze steigen in 34 Kreisen,deren Sitze von vulkanischem Tuff sind,empor und bilden vier Rangordnungen,von welchen je die obere die wenigerangesehene war. Zu unterst sassen(erhöht über der Brüstungsmauer desKampfplatzes) in vier Reihen die Magi-strate und Priester; ihre Plätze warendurch Treppen und Eingänge in 18Bögen eingetheilt. Neben den zweiHaupteingängen führten noch vier eigenegewölbte Gänge in diesen 1. Rang, iuden man auf fünfstufigen Treppen ge-langte, die in dem ringsumlaufendenKorridor angebracht sind, welcher nahe