Band 
Erster Band: Unter-Italien.
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9. Herculaneum und die Favorita.

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an der Arena die Haupteingänge durch-schneidet. — Im 2. Rang sassen dieKaufleute und das Militär in zwölf über-einander liegenden Sitzkreisen, die von20 Treppen keilförmig durchbrochenwaren; zehnstufige Treppen, die zwischendenTreppen des ersten Rangesaufsteigen,führen hierher. — Der 3. Rang, fürdas übrige Volk bestimmt (aber nur fürdie Männer), hat 18 Sitzreihen, von 40Treppen durchschnitten. Seine 40 Aus-gangsthore (Vomitorien) durchbrech enden breiten Umgang, zu dem man aufjenen zwei Doppeltreppen gelangt. — Zuoberst ist die Gallerie für die Frauen,überdeckt und mit besonderem bedecktenZugang. Noch sieht man an der Mauerdie Spuren, dass auch die Männerplätzemit Tüchern überspannt werden konnten.Der gesammte Zusehauerraum (Cavea)zählt 97 Vomitorien und hatte für ca.20,000 Personen Platz, da auch die Nach-barstädte an den Spielen theilnahmen.

In die Arena (den Kampfplatz imMittelraum) münden zwei einander gegen-überliegende Thorbögen, deren zulei-tende Gänge mit den zwei Hauptein-gängen ins Theater zusammenfallen. Diegerüsteten Gladiatorenscharen hieltenihren Einzug durch diese Pforten , nebenwelchen zwei kleine viereckige, ver-gitterte Räume für die harrenden Bestienangebracht sind. Durch den dritten

schmalen Eingang in die Arena, zwischenden zwei Haupteingängen in der Mitte,wurden die todten Menschen und Thierelängs eines engen, langen Ganges hin-ausgeschleift ; der runde Raum r. hinterder Mündung dieses Ganges ist das Spo-liatorium, wo man die todten Gladia-toren auszog. Die2,5m.hoheUmfassungs-mauer, welche die Arena von den Sitzendes ersten Ranges trennt, war bei devAusgrabung mit schönen Malereien(Palmenvertheilung an die Gladiatoren,kämpfende Thiere u. a.) bedeckt, dieaber an der Luft abgeblättert sind.

Bio Cousins (66, 23) berichtet, die Ver-schüttung habe stattgefunden, während ebendas Volk im Amphitheater sass; doch fandman nur wenige menschliche Skelette, da-gegen die Gerippe von acht Löwen; dietreffliche .Einrichtung der Ausgänge sowiedie Nähe des Nucera- und Sarnusthors er-leichterten die Flucht. (Henzen hat wegender eigenthümlichen Formen der Inschriftdes Amphitheaters dasselbe den ersten Zeitender Sullanischen Kolonisation zugewiesen.)

Das Haus der Julia Felix , nord-westl. vom Amphitheater, 1756 ausge-graben , ist wieder zugeworfen worden.Man fand in dieser reich dekorirten Villaeine Menge ausgezeichneter Kunstgegen-stände.

Westwärts vom Amphitheater sindvier moderne Brunnenhäuser der wiederaufgegrabenen Zuleitung des Samo ge-folgt.

9. Herculaneum und die Favorita.

Siehe die Karte S. 374.

Nach Herculaneum , über welches dievolkreichen Ortschaften Portici und Retina hingebaut sind und dessen ausgegrabeneTheile unter letzterem Ort liegen, fährtman entweder mit der

Eisenbahn bis (8 Kil.) Portici und dannzu Fuss nach Resina bis zum Eingang insHerkulaner-Thcater. 13 Züge; in 1 k St. bisPortici , für I. 95, II. 65, III. 40 C. (sowohl dieZüge nach Salerno als auch die nach Castel-lamare halten bei Stat. Portici ); — von derStation zu Fuss zuerst r. (5 Min.), dann1. nach Resina hinan (5 Min.), und nun wie-der r. der langen Hauptstrasse entlang, ander Ofßcin t delle Guide vorbei (5 Min.) zurInschrift. Oder mit

Wagen von Neapel nach Resina-. Droschke2 Fr. (Taxe ); — Omnibus fahren alle Vs St.vom Largo S. Ferdinando bis Portici (SU C.;bei Licht 40 C.). Vom Halteplatz in Portici bis zum Bogen der Villa Reale, wo Resinabeginnt, zu Fuss in 4 Min. An der Haupt-strasse 1. Nr. 90 (eigentlich Nr. 38) ist die»Ofßcina delle Guide del Vestivio«. Am Endedieser Strasse r., gegenüber S. Caterina,Nr. 111, ist der Eingang zu den » Scavi diFrcolano«. Beim Eingang I. erhält man dieEinlasskarte (2 Fr.) und einen Führer, dieaber, da es deren nur vier gibt, die Besucheroft zu ungehöriger Eile treiben. Man lassesich dadurch nicht beeinflussen, da dieLänge des Besuchs eine beliebige ist. Sonn-