665
666
Säulen, am Ende des Mittelschiffs, r. und1. neben dem Aufgang, mit zwei schönen-Ambonen von verwandter Ausführungmit je sechs Säulen, die auf dem Rückenvon Löwen und Greifen ruhen; am reell -tcn Ambon vorn: eine edle Statue S. Pe-ters, im Tabernakel in der Mitte Gabriel(»in schönster Entwickelung rein latei-nischer Elemente«), r. die Madonna, dieZwischenfelder mit Skulpturen, Mosaik-arbeit und Rosetten. Auf dem linkenAmbon neben der Madonna L der *Gekreu-zigte vom Donator angebetet; über demDonator die Inschrift mit dem Namen desKünstlers: Nicolaus de Monte/orte 1311.
»Besonders interessant sind diese Am-bonen darum, weil sie eine Uebergangsstufevon jenen vorwiegend mit Mosaik verziertenKanzeln früherer Zeit zu den nur Skulptu-ren und die Anwendung von Baldachinenhabenden bilden.« (Schulz.)
Ebenso ausgezeichnet ist vor demrechten Ambon der gleichzeitige *Oster-leuchter, von vier Figuren in lebhafterBewegung getragen.
An der rechten Langscite des Domsniederwärts kommt man zur Präfektur undweiterhin durch einen Thorbogen zur Stättedes jetzt völlig überbauten antiken Amphi-theaters.
Von der Kathedrale immer dem CorsoGaribaldi entlang (r. zweigt der breiteCorso Vittorio Emanuele gegen die Eisen-bahn hin ab), gelangt man nach 4 Min.zur Piazzetta di S. Lorenzo (im Hinter-grund steht die Kirche S. Maria dellaGrazie). Hier erhebt sich r. auf einemPostament die *Granitstatue eines Apis-stiers ebenfalls ein Rest des römischenIsiskultus. — Von hier 3 Min. zur Brückezurück, von der man in 7 Min. zur Sta-tion gelangt.
Bahnlinie. Jenseit Benevent folgtdie Bahn wieder dem nördlichen Uferdes Calore, in malerischem Engthal vonKalkhügeln umgeben, die oft eine wun-derliche Kegelform annehmen. Vor undnach OlOKil.) Stat. Vitulano einTunnel;d&r Ort am Monte Pentina. — Bei (117Kil.) Stat. Ponte di Benevento eine Draht -brücke über den Calore, über welche dieFahrstrasse nach Maddaloni geht. — Jen-seit (122 Kil.) Stat. S. Lorenzo 8. Mag-
giore durchkreuzt die Bahn die Post-strasse nach Campobasso und Termoli .
(129 Kil.) Stat. Solopaca. Zum langgestreckten, hübsch am Berge gelegenenStädtchen führt die schöne, von Guira1885 erbaute Kettenbrücke Ponte Cri-stina über den Calore hinüber; ihre bei-den Enden ruhen auf Felsen.
Von hier an vgl. Karte S. 22.
Jenseit Stat. Solopaca sieht man 1.den (V 2 St.) Lago di Telese, einen un-gesunden Sumpf, der im Jahr 860 durchein Erdbeben entstanden sein soll.
(134 Kil.) Stat. Telese. Das ärmlicheStädtchen (r.) ist durch seine Schwefcl-wasser (200 Schritt nördl.) bekannt, diean fünf Stellen am Saum der vulkani-schen Tuffe hervorsprudeln.
Kabebei Beste des antiken JbZmWUebcr-bleibseü der Stadtmauern, eines Amphithea-ters und eines Tempels), einer samnitischen,im zweiten Panischen Krieg von den Rö-mern eroberten Stadt, seit Augustus einemit Veteranen bevölkerte Kolonie, zuletztdurch die Saracenen zerstört.
Nun auf einer Eisenbrücke über denCalore, dann im offnem Thal des Vol-turno, dem der Calore eine westlicheRichtung gibt und der nun bis Capua in mächtigen Krümmungen dahinströmt.
— (138 Kil.) Amorosi.
(145 Kil.) Stat. Dugenta.
Jenseit derselben fuhrt eine gute Strassedem Isclero entlang nach (D^St.) S. Agatade tioti, am Fuss des von Virgil erwähntenquellen- und gräberreichen Monte Tabuma,ein berühmter Fundort antiker Vasen.
— Die Kathedrale erneut, aber mit demalten Mosaikfussboden; in SS. Annunziata eine sehr schöne Verkündigung, Ende des15. Jahrh-, aber übermalt.
(151 Kil.) Stat, Volle di Maddaloni ;nach einer allmählichen Steigung passirtdie Bahn den schönen dreistöckigen Aquä-dukt Vanvitelli’ s , Ponti della Volle(S. 38) 1 und zieht dann abwärts nach
(156 Kil.) Stat. Maddaloni und durchzwei Tunnels nach
(164 Kil.) Caserta (S. 36), wo un-sere Linie die Bahn Rom —Neapel (R. 1)schneidet.
Es folgt in überaus fruchtbarer Ge-gend (170 Kil.) Stat. Marcianise und
(179 Kil.) Stat. Aversa . Eine schönePinienallee zieht von der Station west-wärts zur Stadt.