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Kunstgeschiclitliclies (Dorische Tempel).
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Wo die Stufen Uber Sehritthölie abstchen,werden an der Vorderseite kleinere Stufenals Zugangstreppe ausgemeisselt. An deruntersten Stufe der Langseite ist meist einRinngraben angebracht. Ein ebener Plat-tenboden (Stylobat) trägt die Säulen (Stylo-bat und Stereobat zusammen heissen dasKrepidoma, d. h. Stufenbau des Tempels). —Di e Säulen sind ohne eine besondere Plattedirekt in den Plattenboden etwas eingetieft,steigen wuchtig gedrungen unmittelbar ausdem Boden empor, und zwar in ihrer Zu-sammengehörigkeit nicht in genau senk-rechter Linie, sondern ein wenig nach in-nen sich neigend. Der Säulenschaft offen-bart seine organische lvraft in einer leichtengeschwellten (Entasis) und elastischen Ver-jüngung nach oben und hat 16 bis 20 massigtiefe Rinnen (Kanneliiren), welche die be-lebende Licht- und Schattenwirkung er-höhen. Sie bilden flach elliptische Bögenzwischen scharfen Stegen. Der obere Säu-lendurchmesser beträgt etwa ' d U des untern.Der Säulenschaft bestellt meist aus einzel-nen Rundblöcken (Trommeln), die im Cen-trum durch hölzerne Dübel verbunden wur-den. Die Kannelirung führte man nur andem untersten und obersten Stück zum vor-aus durch, die übrigen Kanneliiren fertigteman erst nach der Aufrichtung der Säulen,lieber dem Ende des Säuleusehafts steigtder Knauf (das Kapital) auf, der mit demsogen. Säulenhals aus einem Stück verfer-tigt ist. Der Säulcnhals beginnt gewöhn-lich mit einem Einschnitt (Seamillus) undverbindet sich mit dem Kapital durch einigeRinge von sich vergrösserndem Durchmes-ser, dann folgt der untere, wichtigste Tlioildos Kapitals, der Wulst (Echinus), welchermit elastischem Schwung den Schaft be-krönt und der Belastung ein schwellendesAuflager darbietet; er gleicht die senkrechteSäule mit dem wagrechten Gebälk aus.Ueber ihm endigt die quadratische Eck-platte (Abacus), welche dem Eehinus imDurchmesser entspricht und die Punktionder Säule ausdrückt. Mit dem Kapital zu-sammen beträgt die Höhe der dorischen»Säule etwa vier bis sechs untere Durchmesser(der untere Durchmesser bildet die Mass-einhrit). — Ueber dem Abacus liegt dasGebälk, zu unterst die, vierkantige Steinbal-kenlago (der Architrav), gewöhnlich von derDicke des obersten Säulendurchmcssers;dann folgt der verzierte Mittelbalken (derFries), der sieh durch ein schmales Band(Taenia) vom Architrav scheidet. Au domFries sieht man viereckige Tafeln (Tri-ßyphen, Dreischlitze), in welche zwei ganzeuud zwei halbe Schlitze, die senkrechteRichtung fortsetzend, in die Fläche einge-lassen sind, wonach also die Triglyphen dreiprismatische, senkrechte Stege zeigen. Mitden Triglyphen wechseln am Fries vier-eckige Felder ( Metopen , Lichtöffnungen),welche ursprünglich offen waren und demLicht Zutritt gestatteten, dann aber mit be-malten oder reliefirten Steinplatten geschlos-sen wurden. Die Stelle der Triglyphen be-
zeichnet die Mitte der Säulen sowie dieMitte eines Säulenzwischenraums; weil je-doch auch an die Ecken des Frieses Säulen zustehen kommen und dort nicht mit der Axeder Ecksäule Zusammentreffen, so rückteman die Ecksäule um l U des untern Durch-messers weiter gegen die Mitte; so entstan-den an den vier Ecken der dorischen Tem-pel je zwei Zwischensäulenräume, welcheschmäler als die übrigen sind. Die Tri-glyphen uud Metopen sind meist einen hal-ben untern Säulendurchmesser breit. Unterjeder Triglyphe ist ein Plättchen mit sechsZäpfchen (Gultae, Tropfen) an (hu 1 Unter-seite der Taenia angebracht (Tropfen-Ae</«Ja).Man sieht hier, wie die Deckung der Schnitt-fläche der Dielenstücke, die Nägel und diekleinen Leistehou von dem frühem Holz-bau auf den Steinbau übertragen wurden.— Auf den Fries folgt das Krawujesims (Gei-so», Corn-iche), eine über die ganze Längedes Frieses auf allen vier »Seiten des Bauesvorragende Hängeplatte, welche schräg un-terschnitten ist. Vorn zu iinterst läuft anihr die Wassernase (Scotia). An der Unter-fläche der llängeplatte sind Platten mit dreiReihen von je sechs kegelförmigen Tropfen(Mutulen) befestigt; sie haben je die Breiteeiner Triglyphe. Den obern Saum des Kranz-gesimses bildet über einem Plättchen eineüberschlagende Welle (Kymation); auf die-selbe legt sich an den Langseiten die aus-geliölilte Traufleisto (Sima, Rinnleiste), dieoft mit Löwenköpfen als "Wasserspeiern ge-schmückt war. — Das sanft ansteigendeGiebeldach, «las den einheitlichen Abschlussdes Ganzen bildet, ist mit Kalkstein oderBackstein eingedeckt. Es besteht aus wech-selnden Bahnen von erhöhten Deckziegelnund flachen Regenplattcn; wo sieh zweiReihen von Deckzicgolu ansteigend auf demScheitel des Daches vereinigen, wurde ge-wöhnlich ein besonderer Firstziegel (Akro-terion) in Form einer senkrechten Palmetteaufgesetzt. An der Unterbaute der Lang-seiten des Daches entsprachen denselbendie Stirnzicgel (Antefixae). An den Eckender Giebel und auf ihrer Spitze stellte maugrössere Akroterien auf viereckigen hori-zontalen Platten (Pliuthcn) auf, zuweilenauch Dreifüsse oder Statuen, oder gehei-ligte Tbierc und andere Beizeichen der Gott-heit. Die Ausfüllung des Fa^adengiebels,das Gi-iebelfeld (Tympanon), war oft mit be-deutungsvollen Skulpturwerken geschmückt.Um das dreiseitige Tympanon lief das Kranz-gesims mit der Traufleisto. — Das Tempel-haus (die Cella) war von Wänden umgeben,die ohne Mörtel in gleichmässigen Quader-lagen aufgeführt worden ; aussen haben dieWände längs der Mauer meist ein vortreten-des Fussglied und oben ein entsprechendesFriesglied; der Fussbodcn der Cella ist meistmit Fliesen von dichtem Kalkstein beklei-det; die Thüren sind gewöhnlich sehr hochund nach oben etwas verjüngt, die Seiten-enden des Thürsturzes bilden oft eckigeOhren; über den erzbeschlagenen Tliür-flügeln dient ein Gitterwerk als Liyhtöff-