Band 
Zweiter Band: Sicilien.
Seite
207-208
JPEG-Download
 

207

208

2 . Palermo (8. Giovanni (lej?Ii Eremiti — S. Agostiuo).

Piedestal die vier Welttlieile; die vier anden oberen vier Ecken die vier Welttlieilezu, Füssen dos spanischen Königs.

An der linken Seite des Schlossessiidwestwärts weiter gegen die Porta diCastro- trifft man an der linken Langseitoder Piazza della Pinta, südwärts mitseinenKuppelnaufragend, *'S. Griovaillli(leg*li Eremiti (C 2) (Zugang diesseitder Piazza Pinta, in der Via BencdettiniNr. 36). Dieser merkwürdige Bau, fastquadratisch, mit fünf Kuppeln und durch-weg mit Spitzbögen, ist jetzt als natio-nales Monumentalwerk von den stören-den Umbauten befreit und gut erhalten;laut Urkunde wurde die Kirche 1132unter König Roger erbaut.

Sic hatte die Form T. d. h. vor ein ein-schiffiges Langhaus ist ein schmales Quer-schiff gelegt. Das Langschiff wird durcheinen Spitzbogen, der auf vortretendenWandpfeilern ruht, in zwei qnadarate Abtei-lungen getlicilt und von zwei Kuppeln über-wölbt. Das Quevschiff bestellt aus drei Qua-draten, deren mittleres grösser ist. Auch diesedrei Quadrate werden je von einer Kuppelüberragt. Zur Bildung dieser fünf Kuppelntritt (nach arabischer Weise) über jedemQuadrat von tragenden Bögen und Mauernein Gesims vor, auf welchem sich vier Spitz-bögen aus der Mitte jeder Quadratseite undvier schräge Spitzbögen aus den Ecken er-heben. So bildet sich über koncentrischen,treppenförmig einander überkragenden Halb-kreisen ein Achteck, welches das Quadratzur Kreislinie der Kuppel entwickelt. —Das Querschiff hat drei Apsiden, die Ilaupt-apsis ragt etwas vor, die Seitenapsiden bil-den nur Nischen in den Querarmen. — Dienördliche Apsis ist in den viereckigen Thurmcingeselilossen, der ebenfalls eine Kuppelträgt, und dessen oberes Geschoss durch einenmächtigen Spitzbogen gegliedert wird. DieKirche blieb von späteren Entstellungen ver-schont, ist aber ganz schmucklos. SteinerneBänke ziehen sich an den Wänden hin.Ueberall ist der Spitzbogen durchgeführt,auch an Tliüren und Fenstern und an denNischen unter den Kuppeln. Kleine Fensterzwischen den Zwickeln der Kuppel ver-mitteln die Beleuchtung.

Auch der Aussenbau hat ein orienta-lisches Aussehen; über den horizontalen Ilau-steinmauern, die mit Bändern abschliessen,steigen unmittelbar die nackten Kuppel-schalen auf.

Ein anstossender Kr e u z gang hat eben-falls Spitzbögen, auf Säulen mit korinthisi-renden Akanthus, Kapitalen und steilenBasen. In den Ecken stehen die Säulen zu vier.

L. neben S. Giovanni Hegt die Kircheder Benedettini hianchi (di Monte Oli-

veto), ein Bau von 1769 (4. Capp. r.:eine gute Kopie von Spasimo di MariaRaffaels, von Spagnoletto).

II. Der nördliche Stadttheil.

An der linken Schmalseite des Dom-platzes (I.) 3), der Via Bonelia entlangund unter den zwei Spitzbögen durch,welche den Campanile mit dem Dom ver-binden, kommt man 1. über 22 Sprossenhinauf zur öden Piazza del Papircto(I) 2), ein ausgefüllter Platz unter derCaserma S. Giacomo.

Bis Ende des 16. Jalirli. war hier einweit sich ausdehnender Sumpf, der sich überdie ganze Contrada di Buon Riposo bis zumGarten des Marchese di Sant’ Isidoro aus-dehnte. Di Giovanni schrieb noch 161p,dass er in seiner Kindheit hier die ägyp-tische Papyrusbinse habe wachsen sehen,und dass sein Vater hier Aale und Wasser-vögel gefangen habe. Erst als 1591 die Ka-nalisation bis zum Hafen der Cala unter-nommen wurde , verschwand der Teich. (Inder Nähe, als dem ältesten Stadttheil, wareine Gruppe normannischer Kirchlein, undnoch bewahren S. Agata la Guilla, S. Gio-vanni la Guilla, S. Cristina la Vecchia einigealte Erinnerungen.)

Zur Strasse zurück und der zweitenSeitengasse r. (ViaGiojana) entlang, überdiePiazza de’ 40 Martiri durch den VicoloBaisamo in die Via de’ beati Paoli undhier, wo 1. Vicolo Giovanni alla Guillaüber dem Bogen steht, durch diesen Bo-gen und jenseit des Hofs durch den zwei-ten Bogen, dann in der Strasse r. bis zumstattlichen (1.) Monte di Pieta, durch-schreitet man eins jener Quartiere, wiesie seitlich von den alten Burgen undDomen oft zu treffen sind. — Der Montedi Pieta (E3), mit einer dorischen Säulen-halle von 1786 und grossen Sälen, wurde1591 auf Senatskosten erbaut an derStelle einer Tuchfabrik, die das zu jenerZeit noch massenhafte Wasser dieser Ge-gend benutzte. — An der rechten Schmal-seite des Monte die breite, mit Fliesenbelegte Via dcllo Spirito santo hinauf,kommt man r. (nach Nr. 45) nach*S. Agostiuo (E 4), mit einer Fa^adeaus dem 14. Jahrh. Die Kirche wurdeauf Kosten der Familie Chiaramonte undSclafani errichtet, deren Wappen man andem schönen Portal sieht.