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Zweiter Band: Sicilien.
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2. Palermo (Oratorio del Rosario — S. Domenico).

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der jetzt noch beim Volk die »Ucciria« heisst.1783 errichtete der Vieekönig Caraccioli dieBuden im innern Quadrat des Platzes, diejetzt noch stehen. Hier ist nun ausser demFleischmarkt auch noch der begangensteKleinmarkt der Stadt, freilich eine höchstprimitive und namentlich an Regentagenhöchst unerfreuliche Stätte. ,

Jenscit dieser Piazza in Via d’Argen-teria folgt 1. (Nr. 35—41) die originelleFatjade von 8. Eulalia de' Catalani (1)5;gegenüber der Piazzetta Garaffo).

Von den Kataloniern, welche mit denKönigen von Aragonien nach Sicilien kamenund Handelsprivilegien erhielten, gegründetund ca. 1500 ihrer heiligen Vaterlandsge-nossin geweiht. An der Fa^ade (durch neuePalkone entstellt) sind das Wappen Spaniensund vier Büsten von aragonisclicn Königenüber Rundbögen mit Tempelsäulen relietirt.Die Kirche wurde im Anfang des 17. Jalirli.rekonstruirt.

Der Strasse nach weiter kommt manzur Piazzetta Garraffello (I) 5), vomBrunnen von 1591 so benannt, einem derbegangensten Centren Palermo’s, nament-lich für die Geschäfte in dem Innern derInsel.' An der rechten Schmalseite diesesPlatzes (Ecke der Via delle Loggie) istan dein Haus Nr. 16 (79) die BüsteKaiser Karls V., mit dem Krucifix aufder Brust. In diesem Haus wurde derVater des Kardinals Mazarin, Ministerunter Ludwig XIV., geboren. Die ViadellaLoggia, die von hier zur Via VittorioEmanuele zieht, erhielt diesen Namenvon zwei Loggien (eine Art Börsen) derGenueser und der Catalanen. Die Genue-sen , die zahlreichste Kolonie der nieder-gelassenen Kaufleute, hatten bis zur Mittedes vorigen Jahrhunderts eine grosse An-zahl ‘Wohnungen in diesem Quartier. —Nun von Piazzetta Garraffcllo 1. durchVia dei Materassai und gleich wieder 1.durch Vicolo Argenteria vecchia kommtman zum Chorbau von S. Domenico . R.um denselben herum (über Piazza Gio-vanni Meli) trifft man in Via Bambinai1. zwischen Nr. 2 und 1 (klopfen! dieKapelle ist meist von Malern besetzt)

das *Oratorio della Compagnia delRosario (E 5) von S. Domenico; ein1578 errichteter Bau mit ausgezeichneter(wenn auch barocker) Stuckdekorationvon Giacomo Serpotta (1720), zwar inüberschwänglichem Keichtlmm über

Wände und Decke ausgeschüttet, abermit ganz köstlichen Ornamenten undFiguren.

Das Deckenfresko von Pietro Kovelli,Krönung Mariä. — Das Bild des Haupt-altars von van *Madonua del

Rosario, 1623 in Palermo im 25. Jahrausgeführt (von der Pest 1624 vertrieben,vollendete er es in Genua). Eins seinerbesten Bilder; die von Cherubim umringteJungfrau übergibt dem S. Dominicus denRosenki’anz; zur Seite sind S. Oliva, Rosadi Lima, Agata, Cristina; in Verzückungschallt S. Ninfa zum Himmel auf, und vorS. Domenico kniet S. Rosalia.

An den Wänden hängen grosse Oel-bilder, die 15 Mysterien des Rosenkranzesdarstellend. Von 1. nach r.: 1. die Annunziata(Verktindigung)vonGiacomo Zo Verde, Schülerdes Pietro Novelli. — 2. Die Heimsuchung,von Guglielmo Borromam. — 3. 4. Geburt, Dar-bringung; Schule Kovelli’8. — 5. *Tempeldis-putation, von Pietro Kovelli. — L.: 6. Gebetim Oelgarten, von Luca Giordano. — 7. *Sto -mer (Flamäuder), Geißelung. — 8. 9. *Dor-nenkrünung und Kreuztragung, flämischeSchule . — 10. Kreuzigung, gute Kopie nachvan Dyck. — 11. Auferstehung von LucaGiordano. — L.: 12. Himmelfahrt, Kopie nachPietro Kovelli. — 13. *Pietro Kovelli, Geist-ausgiessung (eins seiner besten Bilder). —14. Himmelfahrt Mariä, von JAica Giordano.— 15. Deckenfresko von Pietro Kovelli.

Zurück und an der Langseite von S.Domenico westwärts gelangt man zu dergrossen Piazza di 8. Domenico (D E 5),im Centrum mit einer (die Basis inbe-griffen) 30 in. hohen Säule aus Palcrmi-taner Marmor bigio, oben mit derBronzc-statue der Immacolata, modellirt vonRagusa 1725.

Kaiser Karl VI. hatte, weil in Barcel-ona durch die Truppen eine Madonnen-statue umgestürzt worden, die Aufstellungdieser Statue angeordnet und dazu den Platzvon allen Häusern säubern lassen. An dieBasis liess er seine und seiner GemahlinBronzestatue setzen, an deren Stelle dannKarl III. Bourbon 1750 sich und seine Gat-tin aufstellte; 1848 zerstörte das Volk dieseStatuen.

An der Ostseite des Platzes:

*S. Domenico (E 5), eine schon imJahr 1300 erbaute Kirche, aber 1414 und1640 völlig erneuert; die grösste KirchePalermo’s, laut Inschrift r. vom Haupt-portal 11,918 Personen (der Chor nichteingerechnet) fassend; jetzt die Sicilia-nische Ruhmeshalle, da in neuerer Zeithier die Gräber, Kenotaphe und die Bü-sten der in Kunst und Wissenschaft aus -