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2. Palermo (Umgehung: Dom von Mourealc).
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grösste Breite 40 in. Die Anordnung des(IreiscliiftigenBaues in lateinischem Kreuznähert sich wieder dem alten Basiliken-sehema (Stalaktitengewülbe und mau-rische Kuppeln sind hier vermieden),docli haben die Spitzbögen noch die über-höhte arabische Form; sie erheben sichauf je neun schlanken , hohen Säulen vonorientalischem Granit (11 monolithe), de-ren Kapitale und Basen weissmarmornsind; neun korinthische Kapitale sindantik; die übrigen (gleichzeitig mit derKirche) mit Akanthus, Füllhörnern undweiblichen Köpfen in Medaillons; dieBasen ruhen auf viereckigen Plinthcn.Vier Pfeiler mit hohen Spitzbögen fassenden Kaum ein, wo sich Lang - und Quer-schiff schneiden; die Decke der Kircheist von Holz, farbig gemalt und vergol-det. Der erneuerte Kassboden zeigt einenreichen Musterwechsel in verschieden-farbigen Steinen. Der hohe spitzbogigeTriumphbogen schliesst das Langschiffab, dann folgt ein höherer Bogen, derden Chor vom Kreuzschiff scheidet, undzuletzt der Bogen der Apsis (»im ganzensieben Spitzbogenlinien, nicht einmalkoncentrisch, aber alle demselben Prineipdes phantastisch Aufstrebenden folgend« ;Kohl). Auch die Fenster, die hoch überden unteren Bögen und dem Mosaik-schmuck angebracht sind, scliliessen imSpitzbogen. — Die Wände sind unten mitweissen Mannorplatten belegt und wer-den von senkrechten, schmalen Mosaik-bändeni mit reichem Musterweehscldurchzogen. Alle architektonischen For-men sind aber den unter-
geordnet, die als der eigentliche Glanz-punkt des Baues das Ganze beherrschen,denn sämmtlichc Pfeiler und Bögen sindnur durch Mosaik gegliedert, nichtplastisch (»gleichwohl ein unendlicherKeiehthum bei vollkommen ruhiger Hal-tung«). Arabesken und Ornamente inGold und Farbe trennen die Mosaikgc-mälde, die einen Kaum von 05,109 Qua-dratpalmi bekleiden! — Ihre künstle-risch harmonische und gefällige Anord-nung folgt einem klaren geistliehen Plan,der die Darlegung Gottes als Schöpfer,Erlöser und Richter bezweckte.
Im Schiff (in der obern Abtheilungder Südwand, vom Chor aus beginnend) dieSchöpfung (1—12), der Sündcnfall und seineFolgen (13—21), die rettende Arche (untereAbtheilung) und der Thurm Babels (1 — 7);dann die drei Patriarchen Abraham, Isaak,Jakob (8 — 20). — In den Unterbögen desPresbyteriums die 23 Vorfahren Christi inMedaillons, undllenoch, Noah, Melchisedek.— An den Wanden des Presbyteriums dasLeben des .Täufers, die Geburt Christi undsein Leben bis zur Taufe im Jordan; — imrechten Flügel das weitere Leben Christi,das längs der Wände der Seitenschiffe sichfortsetzt und im linken Flügel des Presby-teriums endigt, wo die Geistausgiessungnun das Leben Christi in den Apostelflirsteufortpflanzt; nach r. die Thaten Petri, nach1. die Tliaten Pauli. — Um die Pfeiler derBögen und an allen Unterbögen des Bauesist die spätere Entfaltung der Kirche dar-gestellt (Päpste, Bischöfe, Presbyter, Dia-konen, Märtyrer, Konfessoren, heilige Jung-frauen, Einsiedler, Mönche, manche nur inHalbfiguren). —- Dann ira Sanktuarium noch-mals zusammengefasst Gott-Vater: mit denEngeln, Cherubim, Seraphim, Propheten,der Erlöser mit der Madonna und den Apo-steln und einige Hauptgestalten der Ent-wickelung der Kirche. Im Scheitel desSanktuariums das richtende Wort (ohne dasabschreckend Starre der byzantinischenChristusköpfe, voll majestätichen Ernstes),umgeben von einigen Propheten. lieberdem Triumphbogen gegenüber der Wcst-thiir: Erzengel Gabriel und Michael. — AmWestende über der Thür Madonna: zwischenS. Michael und Gabriel, r. S. Castrensc,Schutzheiliger Monreale’s, treibt Teufel ausund wandelt auf den Wellen. —Ueber demreich mosaicirten, mit Porphyr und Marmorbekleideten Königsthron im Chor: Wilhelm II.von Christus gekrönt; — über dem ebensoreich mosaicirten erzbischöflichen Thron:Wilhelm übergibt der Jungfrau die Kirclic.
Die Ausführung dieser (später mannig-fach restaurirton) Mosaikbilder gehört zuden sorgfältigsten jener Zeit; Stil und dieTechnik sind den Mosaiken in der Palatina(S. 201) analog; die Künstler waren wolilmeist Griechen. Erhöht wird die grossartigeWirkling durch das einlieitsvollo lucht indem gewaltigen Raum, das durch die hoch-gelegenen kleinen Fenster der Seitenschiffenicht gestört wird. — Der gesammte Mosaik-schmuck ist eine künstlerische Fortsetzungder Conca d’oro. — Die Figuren sind grösserals die in der Palatina und Martorana; sietragen meist griechische Gewandung undsind durch Inschriften bezeichnet.
Im rechten Quorschiff sind die könig-lichen Gräber ; Wilhelm I. im Borphyr-sarg, Wilhelm der Gute in einem Mar-moi*.sai*kophag von 1575 (an der Stelledes zertrümmerten Backsteinsargs).
In demselben Querschiff die Capp. S.Benedetlo, mit Reliefs seines Lebens, von
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