275
270
2 . Palermo (Umgebung:
nungen: Von Porta Garibaldi 8 Min. zumPonte de.IV AmmirugUo; von da 8 Min. nach*S'. Giovanni de’ Leprosi; von hier 12 Min.zur Pfarrkirche Brancaecio; von da Ö Min.zum Ga&teUo di Mare dolce; dann 10 Min.nach S. Ciro; von da V* St. nach S. Mariadi Gesa; von S. Maria di Gesü 25 Min.nach S. Spirito.
Aus Porta Garibaldi ( B 5), demCorsode’ j\rillo folgend, kommt man in 8 Min.zum * Ponte delF Ammirag lio, der1. von der Eisenbahn in Giebelform einstden Oreto (dessen Lauf sicli später ver-änderte) überspannte, jetzt über trocke-nes Land zieht. Er ist ein Unicum ausder normannischen Epoche, im Jahr 1113auf Kosten des Admirals Georgios vonAntiochien erbaut, noch in bestem Zu-stand, mitacht Spitzbögen und drei Durch-lässen, der Mittelbogen (von 9 m. Span-nung) weit hoher und breiter; das Mate-rial bildet der umliegende gelbe Muschel-kalk. Von seiner Höhe sieht man schonS. Giovanni (mit der weissen Kuppel)vor sicli liegen.
Eolgt man jenscit der Brücke dergrossen Landstrasse 1., so kommt manin 8 Min. nach S. Giovanni de’ Le-prosi (beim Jläuserkomplex angekom-men, hat man jenseit Kr. 202 [150] 1.durch den Hof zu gehen und am Gitterzu schellen; der Priester öffnet), eine imJahr 1071 von Robert Guiscard erbauteNormannenkirche, an der Stelle, wo Ro-bert bei der Belagerung Palermo’s seineZelte hatte.
Obgleich in späterer Zeit verdorben undtheilweise umgestaltet, bewahrt die drei-seliiffige .Basilika doch noch Iieste des altenBaues: die ursprüngliche steinerne Kuppelüber vier Spitzbögen (wie in S. Giovannidegli Eremiti), die kleinen Spizbogenfensterund die viereckigen Thüreu an den sorg-fältig aus Haustein aufgeführten Seiten-wänden. Die drei Apsiden haben ltund-fenster. — Das ehemalige Spital der .Aus-sätzigen (leprosi), das an die Kirche anstiess,ist schon längst verschwunden.
Zur Strasse und einige Schrittebis zum ersten Haus des Orts zurück(Nr. 311, Corso dei Mille), hier einigeSchritte nordl. zur Via Brancacci unddieser 1. entlang, tritt man sogleich indas Oertchen Giuseppe dcl Pozzo (hierin der Mitte r. eine gute Ostcria) undkommt dann, der Strasse folgend, über dieEisenbahnlinie nach (10 Min.) Brancac-
Castclio di Mare dolce).
cio, einem regen Dörfchen mit stattlicher,moderner Pfarrkirche (1.). Von der Kirchenoch drei Häuser weiter, dann (bei Nr.20) sogleich L der von einem Bach be-grenzten Via Conte Federigo entlang,sieht man das *Castello di Mare dolcevor sicli, das man schon in 5 Min.erreicht. Es liegt r. vom Weg undzeigt noch an der Ausscnwand seine nor-mannischen Spitzbögen, an der Haupt-fa^ade acht Spitzbogenfenster und zweiPortale, unten alte, grosse Hausteine,oben kleine (von Alusclielkalk), an derrechten Schmalseite die Spuren von achtFensterbögen.
An der linken Schmalseite tritt manin den Hof und sieht noch über Kaktus-biischen einen kleinen Thurm auf einemPostament mit zwei Bögen. Der Hof ist um-fangreich und zeigt an seiner rechten Lang-seite die alten Bögen; von der linken Hof-seite ist jenseit der einstöckigen (fenster-losen) Wohnungen noch einiges erhalten.Auch Reste der Dampfbäder und ihrer zu-leitenden Röhren sind noch vorhanden. —Es war ein bedeutendes Schloss mit grossemPark und künstlichem See, nach Amariwahrscheinlich vom Klielbiten-Emir Gia’far(daher später Pavara genannt) 997 —1019erbaut; doch wurde unter den Normannendie ursprüngliche Form verändert; es bliebkönigliches Lustschloss bis Anfang des 14.Jahrh. ; Kauer Heinrich VI. (1190 — 97)wohnte hier und fand denPark voll Jagdwild.Wenige Jahre zuvor berichtet Benjamin vonTadela, wie der Normannenkönig hier mitseinen Frauen sich an der Seefahrt ergötzthabe; von diesem jetzt ausgetrockneten Seekann man noch den Umfang messen längs desFusses der Berge und der Reste der Dämme(gegen S. Ciro hin); die Höhe ergibt sich ausder hydraulischen Tünche, mit welcher einigeMauertheile des Kastells noch bekleidet sind.Die Dichter König Rogers sprechen von denneun Aquädukten, von den Vögeln, Orangenund Palmenhainen in diesen Gärten; derPalmenwald erstreckte sich bis an den Oreto,aber die Pisaner zerstörten ihn schon 30ÖÖ.
Zum Weg zurück und ca. 100 Schritteweiter, daun r. dem Vicolo Conte Fede-rico Castellaccio entlang, kommt manan üppigen (1.) Orangen- und Limonen-pflanzungen und (r.) reichen Mispelbäu-men vorbei in 10 Min. zur Kirche S. Giro(man kann auch von der Fa^adc des Ca-stel Mare Dolce über das Brücklein unddem Bach entlang), die unter dem steilaufsteigenden Monte Griffone liegt. Hin-ter der Kirche, in der Höhe, sieht manmehrere Grotten in der Felswand; die