Band 
Zweiter Band: Sicilien.
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293-294
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3. Segesta (Tempel).

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Seena sich erhob, 08,6 P. Die GesammtliÖhedes Theaters betrug 49 P. Die Sitze treten2,ll P. vor und sind 1, 5. 4 P. hoch. DieStufen messen die Hälfte der Sitze; die Um-friedung des letzten Sitzes des untern Tlxeilsist 2,4 P. hoch. Von einem obern Portikusfindet sich keine Spur.

Von der antiken Stadt sieht man nochSteinblöcke von den Stadtmauern; Restevon öffentlichen und privaten Gebäuden,einige mit Mosaikböden, Cistcrnen, Back-steine, Säulenfragmente. — Westwärtssteigt man von hier hinab zum

**Tempel von Egesta. Majestä-tisch als die Verklärung der grossartigenNatur umher, ragt er einsam auf kleinemHügel empor, noch mit beiden Giebelnund sämmtlichen Säulen! — Unter ihmströmt in tiefer Schlucht der Pispisa.Der Tempel ist eins der grossartigstendorischen Bauwerke des 5. Jahrh. v. Ohr.(wahrscheinlich um 416 v. Chr. errich-tet, als Egesta sich an die Athenienserwandte), ein Repräsentant der höchstenVollendung der sieilisch - griechischenArchitektur; doch ist er nicht fertig ge-worden. — (Die Tempelstufen sind zuoberst noch nicht vollendet, die Säulennoch unkannelirt, das Gebälk ohne dieOeffnungen für die Dachbalken; demInnern fehlt die Cella [das Tempelhaus]und dieFussbodenbekleidung; man siehtsogar noch die zapfenartigen Erhöhungender Steine des Grundbaues der Tempel-stufen zur Erleichterung des Transports.)— Welches historische Ereignis denWeiterbau sistirtc, ist ungewiss. NachHolm unterbrach wahrscheinlich erstdie Zerstörung Egesta’s durch Agatho-kles, 306 v. Chr., die Vollendung desMonumentalwerks. Auf vier hohen Stufenerhebt sich ein Umgang von 36 dorischenSäulen, je sechs an den Schmalseitenund je 14 an den Langseiten (die Eck-säulen mitgezählt); der Tempel waralso ein llcxastylos Peripteros.

Die unterste Stufe ruht auf dem Felsen,die drei Sockelstufen haben 0,54, 0,58, 0,66 m.Höhe (dienten also nicht als Treppe). An(len Schäften der Säulen ist die vorbereitendeMeisselung nur auf einer ganz kleinenStrecke ausgeführt, nahe am Einsatz derTrommeln, deren Zahl zwischen 10 und 138tücken wechselt. Die Säulen sind fastfünf Durchmesser hoch, die Verjüngung be-folgt ein schönes Mass; auch das Verhältnis

des Kapitals zur Säulenhöhe ist ein sehrharmonisches; die Kapitale sind aus einemeinzigen Block ausgehauen, aber ihre Be-arbeitung ist nicht vollendet; der Hals istniedrig und seiner ganzen Höhe nach aus-gebogen ; drei Ringe führen ihn zu demschönen, elastisch gebogenen und energischaufstrebenden Ecliinus über.

Das Gebälk ist leicht und doch vonkräftiger Wirkung; es misst 2 /& der Säulen-höhe. Areliitrav und Fries sind gleich hoch;der Architrav besteht in der Dicke aus zweiStücken, welche die Länge der Zwischen-axen der Säulen haben, auf denen sieruhen; der Fries bildet äusserlich eine ein-zige Lage in der Höhe der Metopen undTriglyphen, nach innen hat er drei Lagen.Das Kranzgesims tritt wenig vor und be-steht aus einem einzigen Stück. Nach aussenist das Gebälk überall vollendet, aber nachinnen nicht (das Kranzgesims und die Giebelhaben unregelmässig behauene Bossagen);die Stücke des Frieses umfassen zugleicheine Triglyphe und eine Metope, deren Di-mensionen unter sich gleich sind; die Ab-weichung der Triglyphenmitte von der Säu-lenaxe ist fast umuerklich. Die Giebelbilden »gut abgewogene« Dreiecke. Das Ma-terial ist der konchylienhaltige Kalksteinder Umgebung, den die Zeit köstlich ge-bräunt hat; nirgends findet man Spurenvon Mörtel. Es fehlt noch der bemalteStucküberzug. Die Palmette an der Eckeder Traufrinne zeigt den echt hellenischenCharakter des Ornaments. Der Tempelein-gang liegt ungewöhnlicherweise im O.,wohl weil sich so der Tempel der Stadtgegenüber am schönsten präsentirte, vonden Terrassen und Häusern der Stadt dievor dem Tempel gefeierten Ceremonien gotüberschaut werden konnten, und weil zudemvon der andern Seite her der Zugang fastunmöglich war.

Masse (nach Hittorf) in Metern: untererDurchmesser der Säulen 1,950; oberer Durch-messer der Säulen 1,560; Höhe der Säulen9,366; Verjüngung des Schafts 0,390; Breitedes Zwischensäulenraums 2,400; an den En-den 2,175; Höhe des Architravs 1,447,; Höhedes Frieses 1,447, des Kranzgesimses 0,691.

Der Tempel ruft beim Sonnenunter-gang und Sonnenaufgang die herrlichstenEffekte hervor, die Säulen, das Gebälk,die Giebel strahlen in leuchtendster Gold-farbe, und lebendige Schatten wechselnmit dieser Durchstrahlung. »Denkt mansich aber den Tempel, wie er ehemalswar, mit Tempelbezirk, heiligen Hainen,Gruppen und Statuen, Säulen und Stelen,Dreifüssen und Vasen, Wegen mit immer-grünen Strauchern, schattigen Sitzen,Bäumen, Blumen und Kunstgegenstän-den« (Ilittorf) in harmonischer An-ordnung, so wächst er zu einer der er-10 *