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11. Terranova,
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die antiken Campi Geloi (Virgil, Aon. 3,701) sieh ausbreiten, die von Bergen imHalbkreis eingefasst und vom Gelastromdurchschnitten werden. Ueber den Tor-rente Montelungo und eine weite, mitBaumwolle bepflanzte Ebene die Höhehinan, wo die Todtenstätte des antikenGela (Oapo Sopranaj sich hinzog, nach
(27 Kil.) Terranova (Italia, vonGuttilla geführt, amCorso, ordentlich,doch die Preise vorher ausmachen. —Fenice } an der Piazza, mittelmässig.—DeutscherVicekonsul: Domenico Jacona ).— Die Stadt (mit 14,911 Einw.), um dieMitte des 13. Jahrli. von Kaiser Fried-rich II. erbaut, liegt hart am Meer aufleicht erhöhter Ebene, in der Gestalt einesParallelogramms, mit den Schmalseitengegen O. u. W., mit den doppelt so langengrösseren Seiten nach S. und N. Die ehe-malige Festung in der Siidecke ist jetztRuine. Von der Porta Vittoria (»Pene-sina«) im O. ziehen sich mittelalterlicheMauern imponirend umher. Von demniedern Gehänge gegen das Meer hingeht eine breite Strasse zur Verladungs-stätte und den dortigen Magazinen (fürGetreide, Gerste, Gemüse, Sodaasche,Schwefel, Agrumen, Baumwolle). Dielangen Strassen der Stadt sind gerade undund breit; der Corso ist mit Aetnalavagepflastert. Die Ilaupthirche (il Duomo)wurde 1766 vergrossert, ist dreiscliiffig,mit Kuppel. Die Fa^ade und der Cam-panile erst von 1844. Das LandkirchleinS. Biagio, auf dem Capo Soprano westl.von der Stadt, ist der älteste Bau Terra-nova’s. Eine einbogige Prachtbrücke(1829) überspannt den Gelaßuss, der4 Miglien diesseit seiner Mündung für dieBewässerung der Gärten, Wein-, Baum-wolle- und Getreidepflanzungen des Stadt-territoriums benutzt wird. Das grosseWerk derBodendurchschneidungfür dieseBewässerungwurde schon zu Ende des!8.Jahrli. begonnen. (Die Frauen Terrano-va’s gehören zu den hübschesten Siciliens.)
Oestl. von der Stadt, 300 Schritte jen-seit Porta Vittoria auf der Hohe einermit Maulbeeren bepflanzten Sanddüne,sind die Reste einer einst 8 m. hoben do-rischen Säule (von 1,60 m. Durchmesser) $
1850 wurden um dieselbe Ausgrabungengemacht, und man entdeckte, dass sie amEnde einer Stufe stand, die den vordemTheil einer Grundfläche bildete, welchewahrscheinlich einem griechischen Tem-pel aus dem 5. Jahrh. angehörte. Ebensohaben die Gräber, die reichen Fundeschöner antiker Vasen (eine zugänglicheSammlung derselben besitzt Signor CarloNavarra) und Töpferarbeiten verschie-dener Art dargelegt, dass eine antike Stadtin der Nahe lag, und diese wurde dannals Gela erkannt.
'Phukydides (VI, 4) berichtet, dass Gela vonAntipliemos aus Rhodos und Entimos ausKreta gemeinschaftlich, indem sie neue An-siedler hinführten, 45 Jahre nach der Grün-dung von Syrakus, also 689 v. Chr., errichtetwurde. Den Namen erhielt die Stadt von dem(»lallen «) Fluss Gela (Fiume di Terranova).Die zuerst ummauerte Burg nannten sic(wegen des rhodischcn Lindos) Lindoi; umdiese bildete sich dann die Stadt Gela. Siewurde am rechten Ufer des Flusses erbaut,bei der jetzigen Stadt, wo in der Piazza delDuomo antike Reste (Colonne di Ercole)wahrnelimbar sind. Da Diodor (XIII, 108)die Stadt an das linke Ufer des Flusses setzt,so scheint ein Wechsel der Mündungsstelledes Flusses stattgefunden zu haben. DieNekropole lag im W. auf dem Capo Soprano(s. oben), wo man die meisten Vasenfundemachte. Auf den griechischen Münzen siehtman meist den Stier mit Menschenhaupt,also den Flussgott Gela, auf dem Reversein Pferd oder Gespann. Der Gela ist jetztein kleiner (V 4 St. ostwärts der Stadt messen-der), leicht passirbarer Bach und wird nurnach starken Regengüssen zu dem Fluss,»zu welcheu’) die Wirbel verscbliessen denWeg« (Ovid, Fast. IV, 470). Die antikeStadt blühte so rasch auf, dass sie schon 108Jahre nach ihrer Gründung die GrossstadtAkragas anlegte und ihr die EinrichtungenGcla’s gab. Nachdem zu Akragas eine Tyran-nis eingesetzt worden, folgte Gela nach (alsSyrakus noch Aristokratie war), doch nichtohne zuvor schwere Kämpfe durchge-macht zu haben, infolge deren die Unter-liegenden nach Bloktorion (jetzt Castelluzzo,nördl. von Terranova auf dem Weg nachNiscemi) zogen (wie die Plebejer zu Rom aufden Mons sacer). Dem Einiger beider Par-teien, Telines, der mit den Kultusgeräthender Erdgottheiten die Versöhnung bewirkthatte, übertrugen die Geloer das Erbprie-sterthum dieser Gottheiten. 504 gelangteKleandros zur Tyrannis von Gela, nach seinerErmordung sein Bruder Hippolrates (498),dem es gelang, sowohl die Griechen als dieBarbaren der Insel zu beherrschen, unter-stützt durch Aeuesidemos und den grossenGelon, einen Nachkommen jenes Telines vonGela, der sich zuerst zum Anführer der Rei-terei aufschwang und dann, nachdem Ilippo-