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14. Von Palermo längs der Küste nach Messina.
anschwellende Mannaberg Gibelmanna(1094 m.), an dessen Fuss schon die Sa-racenen die Manna-Esche pflanzten.
R. thalaufwärts (18 Kil. von Cerda) lieg-tam Fuss des Monte Aspro die »Stadt Colle-mno (5084 Einw.), mit getroidereicliem Bo-den, gesunder Luft (colle sano) und Ueber-fluss an Wein (vortrefflich der sogen. Cala-brese und der Moscato); auf der WesthöheHegen verfallene Mauern aus alter Zeit,wahrscheinlich von der sikclischen StadtFaröpos (Polyb. I, 24); die Hauptkirche istmit Fresken von Zoppo di Ganci geschmückt.In der Nähe Hohlen mit Jaspis und Porphyr.
Nun über den kleinen Fiume di Lns-cari. Die Berge nähern »sich der Küste,die Strasse führt über die Hange der Vor-höhen durch Weinberge, Mandel-, Oliven-und Mannapflanzungen.
Die Manna-Esche (sicilian. amolleo)bietet besonders im Frühling landschaftlichenReiz, denn auf fruchtbarem Boden wächstsie zu einem herrlichen Baum mit dich-tem, schwarzgrünem Laub heran, aus wel-chem die schneeweissen wohlriechendenBlumenquasten hervorleuchten. Bei trocke-nem warmen Wetter fliesst Mitte Juni bisEnde Juli der klare honigsüsse Saft ausden Stämmen und Zweigen durch die Rissehervor, verdickt sich an der Luft, wirddann abgeschabt und als Manna di corpogesammelt (die beste). Ende Juli fördertman den Ausfluss durch Einschnitte an derOstseite des Baums dicht an seinem Fussund fährt mit diesen horizontalen Schnittenje 3 cm. höher täglich fort. Vom Juli bisSeptember lässt man diese Manna auf an-gebundenen Reisern trocknen (Manna incanuoli) und die auf den Boden träufelndein untergelegten Opuntienblättern auffan-gen. Die im September und Oktober aus-fliessende bleibt etwas feucht und ist wohl-feiler (Sminuzzo). Anhaltender Regen imAugust (sehr selten) bringt Missernte. DieManna-Esche wird hier auch künstlich imgrossen gezogen; man pflanzt die kleinblätte-rige Esche an der Ostseite der Hügel inregelmässigen Reihen je 3 m. 'auseinanderund veredelt sie durch Pfropfreiser der ech-ten Manna-Esche. Die Bäume zwischen Ter-mini und Mistretta liefern, die beste MannaEuropa’«.
Nun kommt das kühne viereckigeVorgebirge von Cefalü in Sicht, ein ver-fallenes Kastell auf dem Kamm, die Stadtam Fuss auf schmalem Landgürtel. Hierbietet die Strasse überaus malerisclieBlicke; die Hänge, mit Epheu und Opun-tien bekleidet, fallen schönlinig zur Seenieder, die Villen des begüterten Adels,von 'Cypressen und Dattelpalmen um-kränzt ziehen »sich bis zur Stadt hin. In
I langgedehntem Niedergang nach (3G Kil.J von Cerda)
j (81 Kil.) Celalll (*Albergo d’Italia,j an der Piazza del Duomo; recht ordent-ilich; Cafe cl'ltalia, ebenda), eine im1 Aufschwung begriffene Stadt mit 10,194I Einw., die »sich unter dem auf dem Bergliegenden antiken Cephalödium auf demengen Landstreifen am Meer um dieschöne Kirche del lledentore entwickelte,welche König Roger im 12. Jahrh., lauti Tradition zum Dank für Errettung aus! Schiffbruch, am Fuss des Bergs baute.
Diese Kirche, der *J)01U 9 ist eine dergrössten und schönsten Kirchenbauten inSicilien. Die noch vorhandene Stiftungs-urkunde (im bischöflichen Archiv) König; Rogers trägt das Datum von 1145 und| dankt (nicht für jene Rettung, sondern)
| für die weltliche Ehre und den könig-; liehen Titel. Unmittelbar unter der stei-; Ion Felscnhöhe erhebt »sich der Dom aufi freiem Platz im hoch,steil Theil der Stadt,i An der Westfa^ade treten auf beiden Sei-J ton zwei »starke viergeschossige Thürme! viereckig vor und scliliessen eine Säulen-halle zwischen sich ein. Diese Halle,1480 restaurirt (wie die Wappen desMsg. Gatto an den zwei mittleren Kapi-! talen zeigen), hat drei Bögen, zwei »spitze: zur Seite eines runden, und ruht auf Gra-! nitsäulen mit figurirten Kapitalen. Dasj Portal im Grund der Halle bildet über| den flachen Pilastern einen dem Hufeisen-bogen nahestehenden Rundbogen und istin zierlich flachem Relief reich ornamen-tirt, auch mit dem Zickzack der ältestensicilisch - normannischen Bauten (an derdritten Fa.scie Thiere und Vögel in Me-daillons, mit Blumen und Blättern). DieFa 9 adcmvand über der Halle ist durchspitzbogige Arkaden gegliedert, deren Bö-gen auch mit dem Zickzack verziert »sind.Auch der Chor hat aussen ähnliche Wand-arkaden, mit Friesen in Rund- und Spitz-bögen. Das Innere bildet eine dreischif-fige Säulenba.silika mit IG antiken Säulenvon grauem Granit mit weissmarmornenkorinthisirenden Kapitalen und Basen,darüber mit überhöhten Spitzbögen. Dieinnere Länge beträgt 74 m., die Breite29 m. Die Decke des Mittelschiffs ist von