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19. Von Catania nach Syrakus (Lentim).
Gerstenkorn auf den Münzen symbolisirtwurden. Polybius (VII, 6) schildert die Lageder antiken Stadt sehr anschaulich; sie waram Abhang nordwärts gewandt, und in demThal, das in der Mitte desselben lag, war derMarktplatz und die öffentlichen Gebäude;des Thor am Süd ende des Thals führte nachSyrakus, das Nordthor gegen die leontini-schen Gefilde. Am 'Westgehänge zog derLissosfluss hinab, der nordwärts nach 1 Migl.in den Terias (Lentini) mündete. Leontinoiblühte als ackerbautreibende Stadt. DieUm-gegend galt als ehemaliger Wohnsitz derLä-strygonen, der menschenfressenden Gigan-ten Homers (Odyss.X, 116), wie schon Thu-kydides (VI, 2) berichtet, und Plinius (III, 59)spricht von der im llistrygonisehen Gefildeliegenden Stadt. — Die Regierung war,wie in allen chalkidischen Städten, vorersteine oligarehisclie, deren Streitigkeiten mitdem Volk die Tyrannis des Panaitios hervor-rief, der ältesten derartigen Gewaltherrschaftin Sicilien (608 v. Chi*.). Er führte die Manierein, die Reichen (Ritter) bei den Aermeren(Fussvolk) zu verdächtigen, dass sie zu vielVortheil (vom Kx*ieg) zögen, und bei einerWaffeninspektion, während die Waffen ab-gegeben wurden, die Herren durch die Un-tergebenen überfallen, zu lassen, und so, aufdas Volk gestützt, zu herrschen.
Wegen der Nähe des übermächtigen Sy-rakus konnte die Stadt zu keiner politischenBlüte gelangen und theilte die Schicksaleder Hauptstadt. Im Jahr 427 v. Chr. wurdedas ionisch-chalkidische Leontinoi, das mitAthen sympathisirte, wie auch die anderenionischen Städte, als vier Jahre zuvor derPeloponnesisclie Krieg zwischen dem dori-schen Sparta und dem ionischen Athen aus-gebrochcn, von dem dorischen Syrakus an-gegriffen. Die ionischen Städte schickteneine Gesandtschaft mit dem berühmtestengriechischen Rhetor Gorgias aus Leontinoinach Athen, und die sikelische Beredsam-keit brachte eine ungeheure Wirkung aufdie atheniensisebe Versammlung hervor. DerLeontiner erwarb sich danu auch in anderenStädten Griechenlands zahlreiche Verehrer,Schüler und grossen Gewinn. Infolge einesAufstandes hatten die Aristokraten die Stadtverlassen und waren nach Syrakus gezogen,Stadt und Citadelle aber wurden von denSyrakusäuern besetzt. Später verliess einTheil der Leontiner Aristokraten Syrakuswieder, weil (Thukyd. V, 4) es ihnen dortnicht mehr gefiel, und bemächtigten sichzweier Orte (Phokea und Brikinnia) in derNähe von Leontinoi; aber der Versuch, dieStadt wieder zu gewinuon, scheiterte. DochzurZeit des Dionysios war die Stadt wiedervon ihnen bewohnt, denn dieser nöthigtedie Leontiner, in ihr früheres Verhältnis alsBürger von Syrakus zurückzukehren, sie-delte 10,000 seiner griechischen Söldlinge inLeontinoi an und befestigte die Burg der Stadt.— Als der Korinther Timoleon 343 v. Oliv.Syrakus befreite, gelang es dem TyrannenIliketas, nach Leontinoi zu entkommen, aberspäter, von den eigenen Soldaten ausgelie-
fert, ward er, der beim Beginn des Feldzugsgegen Leontinoi in der Volksversammlungdaselbst gesagt, man brauche sich nicht zufürchten, wenn »korinthische Weiber ihreHäuser verlassen« (Euripides, Medea), aufden Wunsch der Korinther hingerichtet, undLeontinoi erhielt die Freiheit zurück. ImHarmibarschen Krieg hatte sich die Stadtauf die Seite der Karthager gestellt, undauch der neue König von Syrakus, Hierony-mos, sich mit diesen verbunden. Vergeblichwarnte Rom; Hieronymos stützte sich aufden Pöbel, entfaltete wieder orientalischenPrunk und führte ein Regiment der höchstenWillkür. Die besseren Bürger sahen ihreRettung nur im Anschluss an Rom, als derBeschützerin der Aristokratie. 214 v. Chr.wurde Hieronymos plötzlich in Leontinoi ineiner engen Gasse überfallen und nieder-gemacht; sein Leichnam blieb unbeerdigtliegen. Aber während in Syrakus und Leon-tinoi beide Parteien sich noch massen, suchteLeontinoi sich der karthagischen Strategenzu entledigen und bat um militärischen Schutz.Aber der dahin gesandte FeldherrHippokra-tes fiel plötzlich selbst von Syrakus ab undtödtete einen römischon Grenzposten. DieSyrakusaner zogen nun vereint mit den rö-mischen Truppen gegen Leontinoi, und nochehe das syrakusanische Heer erschien,hatte der Prätor Marcellus die Stadt (213v. Chr.) mit Sturm genommen und mit Mordund Plünderung darin gewütliet. 2000 rö-mische Ueberläufor wurden gestäupt undhingerichtet. Diese Grausamkeit veranlasstedann den nochmaligen letzten Abfall unddie Eroberung von Syrakus. Unter der rö-mischen Herrschaft sank Leontinoi zu einemunbedeutenden Ort herab.
Im S. sich hinziehende Höhen beherr-schen die Stadt. Daselbst, 2 Kil. von Len-tini, liegt, durch eine Strasse verbunden, inhoher, gesunder Lage das von Karl V. er-richtete, aber durch das Erdbeben von 1693schwer geschädigte Städtchen Carlcntini, mit5454 Einw.
Die Eisenbahn zieht nun wiedermeerwärts, der Aetna erscheint jetzt 1.(daher jetzt vorwärts 1. sitzen!). Zwischeneigenthümlich geformten Hügeln, r. mitOliven reich bepflanzt, 1. mit horizon-taler Schichtung, durch mehrere Tun-nel-, 1. erscheint wieder das Meer. —-(38 Kil.) Stat. Agnone, die letzte Stelle] am Golf von Catania, da nun das breiteVorland, das in antiker Zeit Tauros oderXiphonia (jetzt S. Croce) heisst, folgt.Auf den benachbarten Hügeln, in denWäldern des Territoriums Murgo, pflegteFriedrich II. gern zu jagen. Noch stehthier der Anfangsbau einer gothischcnj Kirche, welche Friedrich in grosser| Pracht aufzuführen hiess, gegen is T . und