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20. Syrakus (Geschichtliches).
gewordenen. Fluss um; die 2500 der heiligenkarthagischen Schar wurden alle nieder-gehauen, von den anderen fielen iiber 10,000und 15,000 wurden gefangen. In TimolecnsZelt brachte man 1000 Harnische und mehrals 10,000 Schilde; viele derselben kamennachher als Weihgeschenke in die Tempel voniS yi-akus. Umsonst trachteten die Karthagerdurch ein neues Bündnis mit den sicilischenTyrannen das Unglück auszugleichen; Ilike-ta s ward hingerichtet (auch seine Frau undTöchter durch Spruch der Syrakusaner Volks-gemeinde) , die Tyrannen von Kentoripai,Agyrion, Messana u. a. erlagen, Karthagoerhielt den nachgesuchten Frieden gegenAufgabe aller Tyrannenbündnisse und Zu-geständnis der Auswanderung an alle, dienach Syrakus übersiedeln wollten.
Wie Syrakus, wurden nun auch die an-deren griechischen Städte neu bevölkert undverwaltet. Handel und Ackerbau blühtenunter dem Schutz gemässigter Volksregierungen wieder auf und Syrakus trat an dieSpitze einer neuen Kunstblüte; die staats-bürgerlichen Ordnungen wurden unter Ke-phalos’ Beirath weiter entwickelt; für dieBeschränkung der Auswüchse der Demo-kratie wurde eine geistliche Kraft benutztund der jährlich aus drei Geschlechterndurch das Loos erwählte Erzpriester (Amphi-polos) des olympischen Zeus als höchsteBehörde an die Spitze des Freistaats gestelltnnd nach ihm die Jahre benannt (ein Insti-tut, das sich noch 800 Jahre erhielt); nebenihm übte die Volksgemeiude die Hoheits-rechte aus. Als eine durch Timoleon neugeschaffene Stadt schloss sich Syrakus auchim Münzwesen an Korinth an und prägteDoppeldrachmen mit Aphrodite (Pallas) undPcgasos.
Timoleon blieb ohne öffentliches Amt inSyrakus, eine in seiner Familie erblicheAugenschwäche war im Krieg gegen Ma-merkos bei der Belagerung von Mylai invöllige Blindheit übergegangen; sein Fa-milienhaus in der Stadt und sein Landgutvor der Stadt, das schönste um Syrakus,hatten ihm die Bürger geschenkt. Nichtbloss ehrten sie selbst ihn häufig durchachtungsvolle Besuche, sondern, wie Plutarch(Tim. 58) erzählt, jeden in Syrakus verwei-lenden Fremden führten sie in sein Hausund auf sein Gut, damit er ihren Wolil-thäter schaue, voll stolzer Freude, dass erHie so glänzende Rückkehr nach Griechen-land verschmähte, um bei ihnen sein Lebenzu bescliliessen. Zu den wichtigen Ver-handlungen in den Volksversammlungenrief man ihn stets herbei; dann kam er miteinem Zweigespann Uber den Markt ins Theatergefahren; und indem der Wagen, auf dem ersitzen blieb, hineinkam, rief das Volk mitEiner Stimme grüssend seinen Namen. Dannhörte er den Gegenstand der Verhandlungan und sprach seine Meinung aus. Nach-her führten die Diener den Wagen dem Aus-gang des Theaters zu und die Bürger be-gleiteten ihn mit Zuruf und Händeklatschenund berietlien dann über die anderen An-
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gelegenheiten weiter. So lebte der Greis,geehrt und geliebt wie ein gemeinsamerVater, bis zu seinem Tode (3ö6). Bei derglänzenden Leichenfeier trugen Jünglinge,vom Volk erwählt, das prachtvoll ge-schmückte Todtenbett über den Platz derehemaligen Dionysischen Burg nach demMarkt. Als Geleit folgten viele tausendMänner und Frauen, und wenn die Kränzeauf aller Haupt und die weissen Gewändereinen festlichen Anblick gewährten, so zeig-ten die Wehklagen und Tliränen, die sichmit den Glückpreisungen des Mannes misch-ten, nicht eitles Ehrengepränge, noch obrig-keitlich angeordnete Dienstleistung, sondernechte Trauer aus dankerfülltem, liebendemHerzen. Als die Leiche auf den Scheiter-haufen gelegt war, las Demetrios, derHerold, mit starker Stimme die öffentlicheErklärung: »Das Volk von Syrakus bestattetTimoleon von Korinth auf öffentliche Kostenund hat auf alle künftigen Zeiten Wett-kämpfe in Musik, Gymnastik und Wagen-rennen zu seinem Ehrengedächtnis verord-net , weil er die Tyrannen gestürzt, dieBarbaren überwunden, die grössten der zer-störten Städte wieder bevölkert und densicilischen Griechen die gesetzliche Freiheitzurückgegeben hat«. Die Asche setzten sieauf dem Markt bei, und in der Folge bautensie Hallen um das Grabmal, fügten Palästrenbei und ein Gymnasion für die Jugend, dassie Timoleonteion nannten.
Aber nach 20jähriger Zwischenzeit desFriedens und Wohlstandes lebte in Syrakusschon wieder der Parteihader auf; der Geld-adel war jetzt die Basis der Aristokratie,die grossen Landanweisungen hatten dasBürgerthum vielen Fremden zugänglich ge-macht, und der Gegensatz zwischen Reichenund Armen sich schärfer als je ausgebildet.Die kriegerische Kraft lag in den Händenvon Söldnern, die statt des Vaterlands dieBeute und das Wohlleben liebten. Die Kar-thager harrten der Zerbröckelung der helle-nischen Gemeinwesen, und ihre zähe Ge-duld und Einheit, wo es ihrer Nation galt,bedrohte die partikularistisclien (auch social-revolutionären) Griechenstädte. In Syrakuszerklüftete sich das Gemeinwesen in Iletä-rien (Klubs), bewaffnete Vereine zogen gegeneinander, Ehrgeiz und Selbstsucht zerstör-ten die Grundlagen des Staats. Die Reichenstützten ihre Macht auf die Söldner.
Da erschien Agatlioklcs (in Thcrmae[Termini] geboren und, wie es heisst, nachder Geburt wegen eines delphischen Orakel-spruchs, dass er über ganz Sicilien grossesUnglück bringen werde, ausgesetzt, dannwieder aufgenommen und in Termini dasTöpferhandwerk [eins der wichtigsten Ge-werbe im Alterthum] erlernend, hieraufmit seinen Eltern in Syrakus lebend, undbald zum Liebling des Damas, eines dervornehmsten und reichsten Syrakusaner,und selbst zum reichen Mann geworden)als der rechte Mann der Zeit, auf Soldaten,Glück, 1*01)01, rasche Tliat und grausameMittel sich verlassend, selbst das Vorbild