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20. Syrakus (Fontana Arethusa).
dorische Säulen mit ihren einfachen Rund-kapitälen, aus der Wand 8,6 m. hoch auf-ragend; auch an der Wand des linken Sei-tenschiffs acht; an der linken Wand kannman noch fünf weitere Säulen verfolgen.
Es war ein Hexastylos Peripteros, <1. li.er hatte 36 Säulen im Umgang, 6 Säulenan jeder Schmalseite und an den Langseitenje 14 Säulen, die Ecksäulen mitgerechnet,und 4 von kleinerem Durchmesser mit Pi-lastern im Pronaos (vordere Abtheilung derCella) und im Posticum (hintere Abtheilung).Die Umgangssäulen ruhen auf 3 Stufen (dieunterste zugedeckt), haben 3 Trommeln und47a Durchmesser Höhe; an der Nordseitestützen sie noch den alten Architvav undFries mit seinen Triglyphen und Tropfen,dagegen fehlt das Kranzgesims. An dieStelle der Tempelcella ist das Mittelschilfder Kirche getreten, und aus den ehemaligenCellawänden, hat man Bogenthiiren zu «lenSeitenschiffen ausgeschnitten. Beide Por-tiken der Cella waren in antis mit Pilasternan den Ecken und 2 Säulen von kleineremDurchmesser dazwischen. — Die Baumver-hältnisse sind fast dieselben wie bei demTempel zu Pästum und zu Segesta. Längeder Basis 58 m., Breite 24 m.; die Cellasammt Mauer 12 m. breit; der Durch-messer der Säulen 2 m.; die Höhe der Säu-len 9 m.; der Durchmesser der Säulen desPronaos und des Posticums 1% in.; der Pi-laster 172 m. Das Material des Tempels istkompakterKalk. — Der Athenetempel wurdedurch die Gamoren (S. 683) im 6. Jahrh.v. Chr. errichtet; Cicero (Verr. IV, 53) nenntihn den vor der Ankunft des räuberischenVerres am schönsten ausgeschmückten, derauch wegen seiner Schönheit von Marcellus,als er die Stadt erstürmt hatte, geschontwurde (Kap. 55); er liess ihn reich und vollOrnamenten. Aber Verres plünderte ihnso aus, dass er von Seeräubern misshandeltzu sein schien. Die herrlichen Gemälde derTempelwäude nahm er weg, die Tliürfliigelvon Gold und Elfenbein entkleidete er ihrerReliefs. — Der Tempel wurde im 7. Jahrh.durch Bischof Zosimus in eine christlicheKirche umgewandelt.
In der Kirche (deren Faeade 1754im Barockstil erbaut und deren Inneressehr überladen ist, obschon die antikenVerhältnisse durch grandiose Einfachheitüberwältigen) ist, im Anfang des linkenSeitenschiffs zu beachten: der Taufstein(aus den Katakomben), ein grosses römi-sches Milchgefäss (Marmorkrater) ausspäter Zeit, getragen von sieben kleinenBronzelöwen, mit griechischer Inschriftaus der Kaiserzeit. Der Hochaltar bestehtaus einem Gebälkblock des Tempels; da-hinter : Geburt Mariä, von Agostino Scilla
von Messina. (Auch die Halbknppelfres-ken in der Capp. del SS. Sacramento imrechten Seitenschiff sind von Scilla.) —Die Holzdecke ist von 1645.
Der Domplatz ist der grösste undschönste der jetzigen Stadt; nÖrdl. vomDom ist das Municipio (Pal. Comunale),von schöner eleganter Zeichnung; hier isteine nicht unbedeutende Sammlung anti-ker Syrakusancr Münzen. —- An die Süd-seite des Doms schliesst sich das Arcives-covado (bischöflicher Palast, PI. 8) an, indessen gewölbtem Durchgang, jenseitdes ersten Hofs, 14 antihe Säulen vonCipollino und Granit stehen (wie es heisstvon einem Cercstempel). — An der süd-lichen Schmalseite des Domplatzes liegtS. Lucia; an der rechten Langseite derKirche führt die Via Maniaci in 2 Min.zur berühmten, unterhalb des vergittertenHalbrunds gelegenen
*Fontailil Arethusa, die an der| Westseite der Insel Ortygia, vom Meernur durch ein Stück der Stadtmauergetrennt, in einem grossen halbkreisför-migen, mit Papyrusstauden umkränztenBassin hervorsprudelt. Sie ist ca. 6 m.tief und 15 m. breit und fällt aus vierOeffnungen in den Brunnen; aber daseinst so reine Wasser ist durch das Erd-beben von 1170 salzig geworden. Obenvon dem Halbkreisgitter hat man einen*Pr acht blick auf den grossen Hafen(wer sich zur Quelle selbst begeben will,hat sich au den Kustoden [30 C.], dernebenan wohnt, zum Aufschlüssen zuwenden).
Arethmn war im griechischen Altovtlimnein weit verbreiteter Name für Quellen, derenberühmteste die zu Ortygia war; von ihrerQueJlnvmphe wurde erzählt, dass sie vonder Mündung des Flusses Alpheios im Pelo-ponnes dieser Flussgott bis nach Sicilicnunter dem Meer verfolgt habe und dannin Ortygia, wo Alpheios sie erreichte undsein Wasser mit dem ihrigen mischte, zumVorschein gekommen sei. Schon Pirular(Nem. I, 1) nennt Ortygia »ehrwürdige Ruli-statt des Alpheios«. — Und Virgil (Aen. III,694) berichtet:
»Vor der sikanischen Bucht, PlemmyrionsBrandung entgegen,
Dehnt sich ein Eiland aus, Ortygia nannt’es die Vorzeit.
Hierher brach sich Alpheios, der elisclie Strom— so die Sage —-