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20. Syrakus ('Tempel
*Tempel des Zeus Olynipios, von dem
nur noch zwei Säulen aus dem Grase sicherheben, der nähere kannelirte Schaft sehrverwittert über zwei Reihen grosser Posta-mentblöcke, die auf gewaltigem Quader-fundament ruhen, das noch in zwei Armenvorhanden ist. Der entferntere, etwas bessererhaltene kannelirte Schaft ruht ebenfallsauf zweigliedrigem Postament, von dessenSockelsitze man eine herrliche **Aussichtauf den Hafen, die Inselstadt und die ganzeLinie der Hochebene der antiken Stadt hat;letztere liegt von den Cappuccini (Höhe derAchradina) bis jenseit des Euryelos (Epi-polae) zum Belvedere in vollster Ausdehnungin fast horizontaler Lage direkt vor demBeschauer; 1. die schöne Bergkette; überder Mitte der Epipolae der Aetna. — Sothronte der Tempel auf einer die ganzeBucht beherrschenden Felsterrasse; derTempel wurde daher frühzeitig von Woh-nungen umlagert; es bildete sich der Ort71 oh'/VT], der als Militärposten bei denBelagerungen in den Jahren 396, 310, 213hohe Bedeutung erlangte.
Der Tempel, von welchem noch im17. Jahrh. sieben Säulen und ein Theil derSubstruktionen standen, war ein dorischer,sehr alter Bau, ringsum mit Säulenporticusan beiden Fronten mit je sechs Säulen, dieSäulen etwas enger gestellt als am Athene-tempel. Er stammt wohl aus dem 6. Jahrh.v. Chr. und wird geschichtlich schon 493v. Chr. erwähnt, als Hippokrates, Tyrannvon Gela, hier gegen Syrakus sein Lageraufschlug. Gelon, sein Nachfolger, weihteeinen Theil der Beute seines Siegs überdie Karthager zu Himera 480 v. Chr. füreinen goldenen Mantel des Gottes, dessenDionys I. 100 Jahre später den Gottwieder beraubte, mit den Worten: »Eingoldener Mantel ist zu schwer für denSommer und zu leicht für den Winter;Wolle dagegen ist passend für beide Jahres-zeiten«. — Cicero nennt diese Zeusstatueeine der drei schönsten Zeusstatuen derWelt. — In diesem Tempel, der überreichan Gold- und Silbergeschenken war, wurdenauch die Bürgerregister aufbewahrt. DasMaterial ist der lokale Muschelkalkstein. —Auf der westlichen Höhe nebenan standwohl das prächtige »Neunthurm-Denkmal«Gelons und seiner Gattin, dessen ThiirmeAgathokles aus Neid zerstören liess; Himil-kon zerstörte 396 die ganze benachbarteNekropolis, um Material für die Befestigungdes Lagers zu gewinnen.
Zum Hohlweg zurück und dem länd-lichen Fussweg r. folgend, kommt man in7 Min. zu dem pflanzen- und froschreichengrossen Sumpf Syraka, woher Syrakus seinenNamen haben soll (jetzt Palude Pantano).
Zum Hohlweg zurück und 1. dem Pfadfolgend, welcher wieder dein grossen Hafenzuführt, kommt man zur Landungsstelleder Athener (415 v. Clir,), wo sie ihr Lageraufschlugen und den ersten Sieg erfochten.Jenseit der Salzwerke, an denen man vor-beikommt, folgen die niederen Felsen, die
des Zeus Olympios).
sich zur Punta Sferracavallo, dem antikenJDasl'on, hinziehen, dem Schauplatz der athe-nischen Seekämpfe; und dann folgt diesüdliche Spitze der Bucht, Punta di Spinazza,jenseit welcher östl. der Fels Galera, jetztScoglio del Trofeo, folgt, wo die Athener dieSiegestrophäe aufstellten. 1 U St. weiter ander Küste folgt der Leuchlthurm (Faro Max-solivieri), und den Südostschluss des grossenHafens bildet die Halbinsel Plemmyrion,jetzt Isola (1 St. lang und bis Va St. breit,gegenwärtig den besten Syrakuser Wein [Biaucod’lsolal liefernd), wo der athenische Feld-herr Nikias drei Forts errichtete und Vor-rathshäuser anlegte, die aber vom SpartanerGylippos eingenommen wurden, ein Verlust,welcher nach Thukydides der Hauptgrunddes Untergangs des athenischen Heers war.
Vom Olympieion zurück zumPonte grau de. Hier kann der Passgänger(nicht rathlich) auf einem sehr unbequemenAckerrandweg am rechten Ufer entlangbis zur (17 Min.) Vereinigung der Kyanemit dem Anapos den Weg sich erkämpfenund dann noch l U St. lang dem r( eiltenUfer der Kyane folgen, bis ein Schilfmeerund Sümpfe das Fortschreiten unmöglichmachen.
Bequemer erreicht man die Papyrus-stauden , wenn man beim Ponte grande150 Schritte den Weg nach dem Olympieionfolgt, dann bei der Wegtheilung r. demauf der Anhöhe liegenden, mit Kaktus um-lagerten Bauernhaus entgegenwandert (zwi-schen den Olympieionsäulen 1. und demHäuschen mit den drei Palmen r.) und amBauernhaus vorbei r. in die Wiese hinabzum Fluss.
Weit vorzuziehen jedoch und sehroriginell ist die Fahrt im Boote den Ana -pos hinan und der Kyane entlang zurQuelle. Die Ufer des Anapos sind vor-herrschend von grossem Schilfrohr (Arundodonax) und Sumpfgänsedistel (Sonclmspalustris) bekleidet; erst eine Strecke jen-seit der Einmündung der stärker fliessendenKyane gelangt man zu der berühmtenStätte, wo allein in Europa die *l > apyrns-bin.se gedeiht, zuerst an den Ufern lnvereinzelten Büschen, dann inselartig ingrossen Reihen aus dem Wasser auftauchend;man ist plötzlich mitten in tropischer Fluss-landschaft; dreikantig bis zu 5 m. hochsteigen die glatten dunkelgrünen Stengelempor und an ihrer Spitze biegen die fein-haarigen, wunderlich gekrausten Büschel(la perucca) »feuerräderartig« dem Beschauersich entgegen. So dicht werden die Binsen-massen, dass der Schiffer nur schwer durch-drungen kann; der Anblick wird immermalerischer und überraschender, die blaueFlut (Kyane) und die originellen Pflanzenspiegeln eine immer fremdartigere Welt.(»Wahrlich, dies Lokal ist ganz wunderbar,so von dem verschüttenden, immer flüstern-den Röhricht mitten auf der Welle umwölbt,sitzt man da wie im Traum, in die lieb-lichste Mythe versenkt. Und nun erscheinen