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Zweiter Band: Sicilien.
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21. Die Liparischen Inseln (Lipari).

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ninenzweigs des Monte S. Angelo plötz-lich auf, und es zeigen sich von hier an ineiner Länge von 190 Kil. an der übrigenKalksteinkette keine vulkanischen Fels-arten. Erst 47 Kil. nordwestl. vom CapoVaticano taucht nun die 45 Kil. langeReihe vulkanischer Bildungen der Li-paren auf. Sämmtliclie Liparen habenals vulkanische Gebilde die Kegelform,sind aber westwärts abschüssiger als ost-wärts. Ueberall, wo Anbau ermöglicht ist,bringt derselbe reiche Frucht ; das Wasseraber, sparsam wie an allen Vulkanen,muss in Cisternen gesammelt werden.

Die Insel Lipari (früher Meligunis,StvabonVI) ist die grösste Insel (IV 2 QM.= ca. 80 QKil.) der Gruppe und be-steht aus drei längst erloschenen Vulkan-kegeln, die aus abwechselnden Schichtenvon Bimsstein und Obsidian bestehen.Man fährt in den Hafen der Stadt Lipari(Albergo di Luigi Melino, ordentlich;Fortuna, am Eingang in das Kastell),welche das Innere der südlichsten undgrössten der drei malerischen östlichenBuchten einnimmt. Sie zählt 12,020Einw. Ein 64 m. hoher , mit Opuntienbewachsener Felsen trägt im Hinter-grund das Kastell; zu beiden Seitensenken sich die Häuser herab, meist ein-stöckig und verwittert, die ganze Stadtgrau in grau, die Gassen winklig und eng,da Pferde und Kutschen fehlen. Dennochist Lipari Bischofsstadt; die Kathedralezählt 18 Kanoniker und ebensoviele Heb-domadaren; vor der Hauptthür und anden Stufen des Hochaltars sind noch zweirömische Inschriften erhalten. Zwischendem Kastell und dem Weg nach demdie Stadt hoch überragenden Monte S. An-gelo liegt der ziemlich stattliche moderneIHschofspalast. Auch das Haus der Un-terpräfektur ist ein ansehnlicher Bau.

In der Immacoluta ist ein Altarbild (Mar-tyrium des S. Bartholomäus) von GiovanniBarbera von Barcelona; im rechten Schiffein Nepomuk von Ciccio Solimena. — InaS'. Pietro (1. vom Eingang) ein (restaurirtos)Bild des Täufers mit Madonna und S. Nic-colb, neapolitanische Schule, 156f>. — InS. Maria delle Grazie eine Madonna del Ro-sario, von Giuseppe Russo von Lipari, unddie Himmelfahrt Mariä in der Hauptkuppel,Fresko von demselben. — In Lipari ist eine

grosse Zahl (ca. 500) von Manutengoli (S. 8)im Gewahrsam.

Nördl. trennt die Halbinsel der MontiRossi die Bucht mit den Kauffahrtei-schiffen von der kleineren, wo Fischerund Gärtner die Ortschaft Caneto bewoh-nen; die Bucht Caneto’s wird durch denCampo Bianco von derBaja dellaPomicegetrennt, wo das Dorf Castagno sich inzerstreuten Häusern hinzieht.

Lipari war in antiker Zeit wegen seinerwarmen Bäder von zahlreichen Kranken be-sucht, und noch sieht man an der Westseiteder Insel die antiken Dampfgrotten am Ge-hänge des Monte 8. Calogero, unterhalbderer eine heisse Quelle hervorbricht, welcheeinst Mühlen trieb und abgekühlt, von denEinwohnern getrunken wird. Das von Poly-bios erwähnte Bad in Lipari wurde vomBischof Reggio zwischen dem bischöflichenPalast und dem Klerikerseminar aufgefun-den (drei Räume, zwei mit Mosaiken, undein Badebecken, in welchem man Lämp-chen und kleine Gefässe fand, die jetzt in derbischöflichen Bibliothek aufbewahrt sind),leider aber wieder zugesclnittet. Torre-muzza zählt 23 antike Münzen von Lipariauf, vier mit der griechischen Inschrift Pa-rion und den Symbolen der Demeter sowiemit dem Adler, der einen Hasen zerreisst,und dem Delphin, mit einem Helm undKeule, mit Bacchus und einem bärtigenAlten, die zwei ersten in Silber, die zweianderen in Bronze. (Eine Sammlung lipa-risc.her Alterthiimer findet man in (Jefalit[S.470J; einige Inschriften von griechischenGräbern, die zwischen dem Kastell und demWeg zum Monte S. Angelo lagen, sind imSeminar zu Lipari aufbewahrt.)

Die übrige Küste der Insel ist rauhund vereinsamt, zahlreiche Schluchtendurchziehen das jäh abstürzende Land,Landungsplätze fehlen. Von romantischwilder Schönheit ist namentlich die Süd-küste an der Strecke, die sich von derValle diMuria bis zum Capo Capparo hin-zieht. Dagegen sind die Gehänge um dieStadt reicli bebaut mit Reben, Mandelnund Feigen, auch an den Seiten und Kc-gelkratern der längst erloschenen Vul-kane wird trefflicher Wein gezogen, aufder 250 m. hohenEbene an der West- undNordseite des Monte S. Angelo (mit derOrtschaft Quattropani) wird Korn ge-pflanzt. Das Depot des Inselreichthums be-findet sich am Landungsplatz der Dampf-schiffe , in der Nähe der vom Meer um-spülten Kirche de! Purgatorio. Den Haupt-handel bildet der Bimsstein, von welchem