Band 
Zweiter Band: Sicilien.
Seite
793-794
JPEG-Download
 

793

21. Die Liparischen Inseln (Stromboli).

794

untern Saum des öden Bergrückens wie-der erreicht, so durchschreitet man jenessandige Gebiet, das im SO. der Insel sichhinzieht; man trifft oben feinem, schwar-zen und glänzenden vulkanischen Sand,nach unten fortschreitend grobem, woer dann den Ackerboden bildet (mankommt halbwegs an einer Quelle mit gu-tem Wasser vorbei); endlich führt derWeg wieder nach S. Vincenzo zurück. —In stiller Sommernacht versäume man janicht, sich nördl. um die Insel herumru-dern zu lassen, zur Westseite hin; jenseitder letzten Ecke sieht man die Feuer -säide des Vulkans in Absätzen prächtigemporsteigen und sich oben als Garbeausbreiten, aus welcher die glühendenSteine massenweise niederstürzen; oft stei-gert sich der Lichtglanz im letzten Mo-ment des Ausbruchs so bedeutend, dassauch die nächsten Felsen die herrliche,rothglühende Farbe erhalten, dann plötz-lich wieder in die Finsternis versinken.

Will man eine Tour durch die Inselmachen, so hat man keine Wahl, als denFusspfad einzuschlagen, der S. Vincenzomit Inosta verbindet; er führt den Berghinan über Asche und Schlacken bis in-nerhalb des alten Kraters und in steilemZickzack zwischen Lavafelsen wiederhinab. Die Einwohner halten (wie schonPlinius mittheilt) den Dampf des Vulkansfür einen trefflichen Wetterpropheten,denn er zeigt den Wind an, ehe man ihnin der Tiefe spürt, und die verstärkte Thä-tigkeit des Vulkans deutet auf eine Ver-minderung des atmosphärischen Drucks.Die Seeleute haben den stets seine Licht-säule weit hinaus als feurigen Schein ver-breitenden Vulkan schon in antiker Zeit»den Leuchttliurm des TyrrhenischenMeers« genannt.

Nördl., ganz nahe bei Stromboli, liegtdie hohe Lavaklippe StrongoliccJiio, bei hef-tigen Stürmen, denen Stromboli sehr aus-gesetzt ist, hoch hin überflutet.