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zeugt, daß Sie dabei ebensoviel leiden als ich." DenWein, den man ihm zur Stärkung reichen wollte,schlug er aus, indem er hinzufügte, diese Herren be-dürften ihn mehr als er. Als der Seckelmeistervon Wattenwyl ihn fragte, was sein Geist ihmüber diese Angelegenheit vorhergefagt habe, erwiederteer: es hänge nun von den gnädigen Herren ab, denenes vielleicht gefalle, ihn auf dem Blutgerüste sein Le-ben endigen zu lassen, oder aber ihn in das Bürgerrechtvon Bern aufzunehmen und hierauf zu den höchsten Eh-renstellen zu erheben; übrigens sei er, was man auchüber ihn verfügen werde, bereit, alles zu erdulden; ersei zur Ehre Gottes und zum Heile des Vaterlandes inden Banden. Jedesmal nach beendigter Folter rief eraus: „O glücklicher, o glückseliger Tag!" — „llour kor-tuns! zour lleureux!"^)
An unsern Tagen, bei veränderten Begriffen undunter dem Einflüsse milderer Sitten, sind wir leicht ge-neigt, eine Regierung unmenschlich zu nennen, die nochmit den Marterwerkzeugen des Mittelalters Geständ-nisse zu erpressen sucht: aber man kannte nur diesesMittel, zur Wahrheit zu gelangen. Auch verrathendiesmal die Befehle der bernischen Räthe weder dasVergnügen der Rachsucht noch der Grausamkeit, son-dern einzig die Absicht, im Interesse ihrer höchstenGewalt wichtige Offenbarungen zu erlangen. 2a, wennman in den alten Gefängnissen der Schweiz mit Ab-scheu und Mitleid die Werkzeuge der erdenklichsten Un-menschlichkeit betrachtet hat, so wird man jenen in ihrerHerrschaft bedrohten Gewalthabern einigen Dank wissen,die gesetzliche Strenge des peinlichen Verfahrens nicht weiter
319) LsUres serües 6s Laus-, 11 . April.