Band 
Erster Theil.
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sau, in dem Theile „hinter der Sitter," gehalten, undebenso der Sitz der Obrigkeit zwischen Trogen und He-risau abgewechselt werden. Der erstere dieser Orte be-hielt als ausschließliches Vorrecht nur die Beurtheilungder Hauptverbrechen. Auch wurde bestimmt, daß von denzehn obersten Landesvorstehern sünf vor und sünf hinterder Sitter gewählt, und, wann der Landammann ausdem einen, der Statthalter aus dem andern Theile er-nannt werden sollten^). Diese Art von Theilung machtden Spaltungen ein Ende, aber nur, indem sie einetiefere Kluft befestigt; das beweisen die in Halbkantonezerrissenen Schweizerkantone: weil man den Knoten nichtauflösen kann, so zerhaut man ihn.

Selten sind die nächsten Nachbarn — Einzelne oderVölker — die besten Freunde. Die Nachbarschaft, derindustrielle Wetteifer und fiskalische Maßnahmen hattenoft Reibungen veranlaßt zwischen den Aebten von St.Gallen und der appenzellischen Regierung. Die Aebteerrichteten nach und nach um die wetteifernden Fabri-ken herum einen Zollgürtel: bald beschwerten sie über-mäßig die Aus- oder Durchfuhr der Leinwand, bald hemm-ten sie die Einfuhr derjenigen Tücher, die auf demMarkte zu Rorschach nicht hatten verkauft werden können.Zm Anfange des achtzehnten Jahrhunderts^) zeigte sich

1) Meyer von Knonau, H. 325—326.

2) Quellen: Archive von Appenzell-Außerrhoden , zu Trogen undHerisau : eine sehr große Zahl offizieller Aktenstücke, von denenHr. Johann Kaspar Zellweger von Trogen Abschriften gesammelthat, sowie eine Menge anderer Dokumente in seiner reichhaltigenBibliothek. — Außer diesen offiziellen Urkunden enthält die Bib-liothek des H. Zellweger mehrere Beschreibungen der AppenzellerEreignisse und andere Aktenstücke, alle von Männern verschiede-ner Parteien geschrieben; die hauptsächlichsten sind:

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