— 317 —
Vorstellungen über Vorstellungen, immer lebhafter undimmer beharrlicher^')
Gleich bei Erneuerung der Unruhen unterrichtete dieRegierung von Genf , gehorsam ihrer Bundespflicht,ihre Verbündeten Zürich und Bern von dem Gang derDinge, aber ohne ihre Vermittelung anzurufen, wieihre Widersacher sie fälschlich beschuldigten^). Ohne sichvon einer andern Eingebung leiten zu lassen, als voneiner weisen politischen Mäßigung, riethen Zürich undBern zu einer Amnestie und zur Zurückberufung der ver-wiesenen Beamten^). Aber dieser Rath beleidigte dasrachedürstige Volk. Seine hartnäckige Erbitterung erschienunnatürlich; Ehrgeizige, hieß es, schmeicheln ihnen underwecken ihre Leidenschaften, um ihre herrschsüchtigen Ab-sichten zu befriedigen. Zn diesem Sinne redete unterandern in einem Schreiben an die beiden Schirmorteder englische Resident, Graf von Marsay, dessen Stimmeohne Zweifel nur der Wiederhast der Salons war, vondenen aus man nur in vornehmer Entfernung die„Spießbürgerschaft" sah. Man achtete sie zu wenig, alsdaß man ihr Ausdauer in ihrem Groll zugetraut hätte,und verstund sie zu wenig, um bei ihr die Liebe zu ihrenRechten zu sehen. Der englische Diplomat rieth denbeiden Ständen eine abermalige Vermittelung und bot
331) 25. Oktober; Schreiben Genfs an Bern vom 26; die „Vorstel-lung" selbst: Genf -Bücher, No. 18, S. 53g, 540; eine neue„Vorstellung" aus der Mitte Novembers. Genfs Schreiben anBern vom 16. November, und die „Vorstellung", Idiä. 589 —593; „Vorstellung" vom 19. November, IbiO. 619 und Genfs Schreiben an Bern vom 23., Iliiä. 617; Erneuerung Ibid. 629und Genfs Schreiben au Bern vom 26. November, Ibiä. 625.
332) Alle oben angeführten Genfer Schreiben.
333) Ihr Schreiben vom 20. September; Genf -Bücher, No. 18, S.S05, 506.