- 388
wurden am theuersten bezahlt. Statt des Geldes bekamman auch eine Compagnie für sich, für seinen Sohn oderseinen Bruder; bisweilen verlangte ein Volks-Landam-mann, glücklich über eine Sendung an Tabak, gleichwohlnoch mehr'"). Die Parteien in den Rathen vermehrtendie Schwierigkeiten und die Ausgaben. Man mußteBürgermeister Bürgermeister, Landammann Landammannentgegensetzen, die beiden Schultheißen der größten der ein-ander feindseligen Aristokratien gewinnen, beide für dieSache begeistern, und nachdem man den einflußreichsten undstolzesten reichlich bezahlt hatte, noch seinen Sohn und seineMaitresse bezahlen. Wenn für den schweizerischen Geschicht-schreiber, vor welchem diese ganze Schändlichkeit sich imFinstern enthüllt hat, ein Trost ist, so findet er ihn inder Erfolglosigkeit der meisten jener Bestechungsversuche:die Dienste, welche man bezahlte, konnten nicht alle ge-leistet werden und die Männer, die man kaufte, ließensich nicht alle verkaufen. Ihre Launen machten oft demMonarchen und seinen Ministern das Gesetz, und wennman entdeckte, daß ihre trotzige Habgier beide Händenach dem Gelde zweier nebenbuhlerischer Mächte aus-streckte, wagte man nicht einmal, sie der Schande ihrerDoppelzüngigkeit zu überlassen, aus Furcht, sich Feindeaus ihnen zu machen. Man meinte, indem man verbor-
näre wurden hierauf zum Gebrauche des Ministers mit allen Buch-staben übersetzt.
4l) „Ich bin sehr zufrieden mit H. M" (zu Glarus ), Er hat denTabak mit Aeußerungen der aufrichtigsten Dankbarkeit angenom-men; ich habe ihm den Plan gezeigt, den er gebilligt hat. Erhat ausdrücklich versprochen, ihn in seinem Kantone ausführenzu lassen, wenn es Zeit dazu sein werde.... Der auf die Com-pagnie für ihn bezügliche Artikel liegt ihm außerordentlich amHerzen." De Muralt an Bonnac, 5. August 1732.