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das Ansichreißen der Gewalt und des Reichthums belei-digten die Regenten ihre ehemals ihnen gleichstehendenUnterthanen durch ihr stolzes Benehmen. Die Gering-schätzung ist das Gift am Pfeil; sie macht die Wundebrennend. Diese Beleidigungen reizten noch viel mehr,wenn sie von Männern herkamen, die ausnahmsweisedurch Begünstigung in den Rath gelangt und schnell vonden Reihen der Bürgerschaft zur obersten Stufe im Staatesich emporgeschwungen hatten. Aus der Zahl dieser letz-tem war Zsaak Steiger gewesen, der seine Laufbahnals Copist begann und als Haupt des Freistaates starb,Steiger war der vierte Sohn eines wenig beachteten Fe-stungs-Commandanten zu Aarburg und galt in seiner Ju-gend bei seiner eigenen Familie beinahe für stumpfsinnig.Einer seiner Verwandten, der ihn besser zu beurtheilenwußte, ließ ihn das Notariat ftudiren. Nachdem er einekleine Stelle bekommen hatte, bildete er durch aushar-rende Thätigkeit seine trefflichen Geistesanlagen immermehr aus; seine schwere Zunge zu besiegen, soll er, wieeinst Demosthenes , mit kleinen Steinen im Munde sichim Reden geübt haben. Er hatte sich um eine Schreiber-stelle beworben, die ihn von Bern entfernt hätte; abersein Glück wollte, daß ihm ein Mitbewerber vorgezogenwurde. Durch eine andere Stelle entschädigt, ward ernach einander in den großen Rath, in den kleinen Rathund, mit der Mehrheit einer Stimme, zum Schultheißen befördert. Unterstützt durch seine erste Gemahlin, eineFrau von scharfsinnigem Geiste, hatte er einen Einflußund ein Ansehen, das wenige seiner Vorfahren genossen.