496
Fueter von ihr begünstigt war. Von Gestalt klein undübel gewachsen, hatte er in seinem ganzen Wesen etwasGemeines und Niedriges, einen sehr kurzen und dicken,und auf der einen Seite sehr aufgeschwollenen Hals, dabeiäußerst widrige Gesichtszüge. Hang zum Spiel und andereAusschweifungen, nebst einem seine Kräfte übersteigendenAufwande in der Haushaltung hatten sein Vermögen zuGrunde gerichtet;'^) aber sein Inneres schien noch zer-rütteter zu sein, als sein Vermögen. Diese beiden ge-wissenlosen Verschwörer machten sich, um schwächere Män-ner in die Verbindung zu locken oder zu schrecken, keinBedenken, durch Vorweisung falscher Verzeichnisse angeb-licher Mitverschworner zu täuschen. Auch dehnte sich dieZahl derselben wirklich mehr und mehr aus, und gegenEnde Juni fanden geheime Zusammenkünfte statt. Soversammelten sich Mittwochs am 25. etwa vierzehn oderfünfzehn der vorzüglichsten Betreiber der Unternehmungnächtlicher Weile bei einem von ihnen, Friedrich Kupferin dem Fabrikgebäude im Sulgenbach, etwa zwanzigMinuten vor der Stadt. In dieser Versammlung lasHenzi eine weitläufige Denkschrift'^) vor, worin er dieRegierung an die frühern Verhältnisse der bernischen Bür-gerschaft erinnerte und die Wiederherstellung derselbenverlangte. Da man aber die Erfolglosigkeit einer solchenEingabe, selbst wenn sie sammthaft geschehe, wohl vor-aussehen konnte, so beschloß man, ihr mit den WaffenNachdruck zu geben. Jeder der Verschwornen versah
155) In der That reichte nach seinem Tode sein Vermöge» nicht hin,seine Gläubiger zu bezahlen.
156) Die vollständigste Abschrift, welche ich von dieser Denkschrift ge-sehen habe, findet sich in den Papieren der Familie, unter demTitel: Historisches und politisches Nefornrations-Projekt des Haupt-manns Samuel Henzi , Chef der Bernerischen Patrioten von 174S.