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inniger, als jede andere Gegend der Erde, mit den Ge-heimnissen der unsichtbaren Welt verbunden, erdrückt jedemenschliche Gewalt und erhebt gerade dadurch die Seelezu den unbekannten Mächten der Unendlichkeit. Der Ein-wohner von Ormont , vor dessen Augen zu zwei Malenin verschiedenen Jahren"^) zwei Gipfel seines drohendenGebirges einstürzen und einen fruchtbaren Boden für im-mer in ein Schuttfeld verwandeln, sieht in diesem furcht-baren Schlage die Laune neckischer Geister. "°) Wennder Gletscher vor den Augen des OberländerS wächstund von Jahr zu Zahr vorrückt, über die Weidensich ausbreitet, die Sennhütte umstürzt; wenn in derTiefe finsterer Klüfte Donner rollen und von den Endender EiSwüste her ein Getöse dem andern antwortet, sohört sein Entsetzen Kobolde und Geister in diesen Abgrün-den und Trümmern der Natur."^1 Welche Träume undSchrecknisse bemächtigen sich nicht der Seele deS Hirten,wenn er, an einem trüben Tage auf einer Felsenspitze amRande des Abgrundes sitzend, von den Schauern desReifs ergriffen, beim Pfeifen des Windes die Wolkeneilen und gegeneinander prallen sieht, sieht, wie sie ihnin dichten Nebel einhüllen, sich zu seinen Füßen in gäh-nendem Abgrund öffnen, wunderliche Köpfe und Riesen-leiber zeigen, sich in Truggestalten aufrichten, zu Drachenausdehnen, deren Schlund Berge ausfpeit oder ver-schlingt." 2 ) Das Leben in den Alpen und die Einsamkeit
115) Anno 1714 und 1749, klouservaleur Suisso , II, 145 —154.
116) H. P. Bridel redet in der in der vorigen Anmerkung angeführtenBeschreibung nur von der abergläubischen Vorstellung der Wal-liser. Ader der nämliche Glaube herrscht auch unter den Einwoh-nern von Ormont in der Waadt .
117) Man sehe Schweiz . Museum, 1785.
118) Eindrücke, die der Verfasser am 3. Sept. 1840 auf dem Gipfel