Band 
Dritter Theil.
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Spiele seltener geworden. Dasselbe geschah in Griechen-land , als die Freiheit wich. Aber im Entlebuch erhieltensich diese Uebungen. Gesänge zum Ruhme des Siegers,noch häufiger Satire würzten dieselben ^). Die Bedin-gungen, unter denen das Land an Luzern gefallen war,sicherten ihm beinahe Unabhängigkeit zu. Es hatte seinSiegel, ernannte seinen Landeshauptmann, seine Banner-träger, seine vierzig Richter, die Mehrzahl seiner Geist-lichen. Der Landvogt hatte nur diejenigen Rechte, ohne welchesich eine Oberherrschaft nicht denken läßt "). Dochdiese Freiheiten genügten den Bauern nicht, welche dieBewohner der kleinen Kantone, mit denen sie im bestän-diger Berührung lebten, die vollste Unabhängigkeit genie-ßen sahen. Manchmal hatten sie sich erhoben, um ihrenBvüdern gleich zu werden, oder ihre Freiheiten geltendzu machen, jedesmal waren sie für ihr Beginnen bestraftworden "). Auch jetzt wurde durch sie die Fahne der Em-pörung aufgesteckt").

Die Regierung hatte Jagd und Fischerei, welche bisdahin frei waren, einem Patentsystem unterworfen; siewollte zugleich, daß man die Handwerke bei Meistern derHauptstadt erlerne; sie beschloß die Erhebung von Aufla-gen 6°), während selbst dieser Name früher im Entlebuch nie gehört worden war; und endlich erfolgte noch die

52) „Frohmuth bei Frohleichtsinn." Begeisterung, frohes Sich-gehen-laffen, an Verschlagenheit grenzende Gewandtheit. Man-cher Zug des Aristophanes würdig.

53) Erbgut der Reichsvögte.

54) In den Jahren 4434, 78, 91; 1513, 98; 1631.

55) Stalderö Fragmente.

56) Die Rechnungen der Massengüter wurden der Revision der Land-vögte unterworfen. Man erhob auf den Saum Wein ein Umgeldvon 5 Batzen.