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Die Tagsatzung ward zusammenberufen. Mit den franzö-sischen Armeen waren auch die Schweizerregimenter indie Freigrafschaft eingerückt; ihre Obersten erhielten denBefehl, dieselbe bei Todesstrafe zu verlassen. Man ließkeine neuen Rekruten abgehen, entwarf einen Vertheidi-gungsplan. Da Bern diese Gelegenheit ergriff, um dieWichtigkeit deS WaadtlandeS für das Vertheidigungssystemder Eidsgenossenschaft darzuthun, so beschlossen die Kan-tone, eS in dasselbe nüteinzuschließen. Den beiden mitGenf verbündeten Städten wurde die Sorge überlassen,dieses zu schützen. Zn der That begann eS daS Ansehenzu erhalten, daß wieder ein Gemeingefühl entstehe undder Geist der alten Bünde wieder auflebe. Umsonst wa-ren alle Bemühungen Moulier'S, umsonst ging er vonSchmeicheleien zu Vorwürfen über. Bald erinnerte eran die alte Freundschaft der Schweizer gegen Frankreich ,an ihren KriegSruhm, an die Triumphe ihrer vereinig-
bedürfen zur Erhaltung unserer Freiheit nur des Friedens, unddoch opfern wir ihn jeden Tag. Wir gefallen uns daran, eineSchlange in unserm Busen zu nähren. Diejenigen, welche demKönige beistehen, bedenken nicht, daß er eines Tages seineWaffen gegen uns wenden kann. Sie wissen nicht, daß er mitLongueville wegen Neuenburg unterhandelt, und sich von seinerSchwester, der Herzogin von Savoyen, die Rechte über Genf und das Waadtland hat abtreten lassen. Bisdahin ist es unsgelungen, unsre Unabhängigkeit zu vertheidigen durch Charakter-stärke und Tapferkeit in der Weise unsrer Väter. Aber wenn dieFranzosen uns immer näher rücken, so werden wir auch ihrenLeichtsinn und ihren unruhigen Wankelmuth annehmen. Durchihre Sitten schade» sie uns mehr, als durch ihre Waffen. Jenäher der König ist, desto leichter lernt er unsere Fehler kennen.Er wird sich bei unsern Streitigkeiten zum Schiedsrichter aus-werfen; und wer weiß, ob er nicht eines Tages sich mit demKaiser und Spanien zu unsrer Unterwerfung verbünden wird? "Renovirter Wecker an die Bürgermeister u. s. w. 1607.