Band 
Dritter Theil.
Seite
623
JPEG-Download
 

623

der herzustellen. So oft dos Wort „Restitution" vor-kam, trat die Gemüthsbewegung der Stellvertreter derkatholischen Kantone zu Tage und machte ihr Haß sichLuft^). Es war Frankreichs Politik, davon Vortheilzu ziehen, dieselben an seine Interessen zu fesseln, dieArtikel des Bundesvertrags mit denselben nach eigenemGefallen zu diktiren und nachher, wie es 1663 geschehenwar, die reformirten Kantone zu zwingen, sich ebenfallsanzuschließen^). Ein unfehlbares Mittel zum Ziele zugelangen, war, den fünf Orten durch einen geheimen Ar-tikel die Herstellung der Zustände vor dem Aarauersrie-den zu versprechen, sich anheischig zu machen, ihnen nöthi-genfalls beim Ausbruche eines Krieges bewaffnetenBeistand zu leisten, und dahin übereinzukommen, daß imFalle des Einschreitens der protestantischen Mächte, oderbeim Ausbruche von Unruhen im Innern des Königreichsdie fünf Orte das Möglichste thun würden, um Zürich und Bern innerhalb ihrer Gränzen zu halten. Seit Bern zwei Monate hindurch vierzigtausend Mann auf den Bei-nen hatte, besorgte der Hof Versailles immerfort, diesel-ben möchten ins Königreich eindringen^), und die Mo-

394) Dü Lüc. — Le Drau.

395) Man hat schon 1656 den reformirten Städten Beistand zugesagt,ohne ihn wirklich zu leisten; warum sollten wir nicht der katho-lischen Schweiz gegenüber dasselbe thun? Dü Lüc an den König.— Etwas später schreibt er: „So lange wir mit dem HauseÖstreich in Krieg verwickelt waren, mochte es gut sein, daß derHof bei einem Streite, der Zürich und Bern hinderte sich mitseinen Feinden zu vereinigen, unthätig zusah; gegenwärtig aberkönnte man mit dem Erzherzog sich verständigen." — Der Königantworrete am 10. Sept. 1713. „Die Denkungsart des HausesÖstreich ist bekannt, man weiß allgemein, daß seine eigenen In-teressen jeder andern Erwägung vorgehen; Sie dürfen an keineÜbereinkunft mit demselben denken."

396) Von der offenen Jüragränze her.