Band 
Dritter Theil.
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Tag der Zunftmeisterwahlen und derjenige der Leistungdes Bürgereidcs herannaheten, hieß es die Bürger seienentschlossen den Eid zu verweigern. Jetzt wendete sichEsther nach einander und besonders an Räthe, Zünfteund Znnungcn. Er verhieß den letzter« Schutz ihrer Ge-werbe. Er bewirkte beim großen Rathe, daß in der Ver-fassung verschiedene Artikel bestimmter ausgedrückt werdendürften, der Gemeine das Recht einer Revision derselbenund eines Einflusses auf die Berathungen über Krieg undFrieden zuerkannt ward. Das Alter für den Eintritt inden großen Rath wurde auf dreißig, für denjenigen inden kleinen auf sechsunddreißig Zahre angesetzt. Die freieAbstimmung ward besser gewährleistet. Esther legte dieseBeschlüsse den Zünften vor und lud dieselben in einerSprache, die man mit Achtung hörte, ein, durch ihreAnnahme den Frieden herzustellen. Sie fügten sich undnoch am Abend desselben Tags verkündigten Trompeten-schall und der Donner der Kanonen die allgemeine Aus-söhnung. So kehrte in Zürich die Ruhe zurück, währendGenf die Bahn der Revolution betrat, Freiburg, Bern ,Basel und Schaffhausen zum Loose für Wahlen ihre Zu-flucht nahmen, dem letzten Hülfsmittel verdorbener Re-publiken; die fünf Orte aber, gedemüthigt, nur mit Ge-danken der Rache sich trugen. Die alte Schweiz gingihrem Ableben entgegen; aber am Ufer des Vierwald-

Reuter auf dem rothe» Pferd. Die mächtigsten Potenzen vonEuropa gränzen an uns nicht nur mit ihren Landen, sondernauch mit ihrer Herrschsucht, falschem Religionseifer und andernPassionen. Über uns sehen wir gefährliche mißvergnügte Stief-bruder, welche gleich sind den grimmigen Bären und brüllendenLöwen, so ihre Jungen verloren haben, deren mit uns gemachterFried zwar auf dem Papier, aber nicht im Herzen steht undwollte Gott , daß wir NeligionSbrüder uns allezeit mit einanderverstünden, wie es das Religion-- und RegionS-Jntereffe erfordert."